© ÖFB/Tom Seiss

„Ich wollte einfach immer nur Fußball spielen“

Im August startete die Frauenfußball-EM-Qualifikation und auch Österreich ist mit dabei. Aus diesem Grund haben wir es uns nicht nehmen lassen, die sympathische ÖFB-Teamspielerin Jasmin Eder zum Interview zu treffen.

Im August startete die Frauenfußball-EM-Qualifikation und auch Österreich ist mit dabei. Aus diesem Grund haben wir es uns nicht nehmen lassen, die sympathische ÖFB-Teamspielerin Jasmin Eder (Bild links) zum Interview zu treffen.

Cool Mädchen: Wie hast du dich auf die Frauenfußball-EM-Qualifikation vorbereitet?

Jasmin Eder: Mit einer guten Mischung aus Spaß, Disziplin, gut gesteuerten Trainingseinheiten, ausreichender Regeneration und trainingsangepasster Ernährung!

Cool Mädchen: Was hat dich dazu bewegt Fußballspielerin zu werden?

Jasmin: Ich habe bis zu meinem 9. Lebensjahr nur im Hof, Käfig und in der Schule gekickt. Damals habe ich nicht weitergedacht. Ich wollte einfach immer nur Fußball spielen. Ich kann mich noch an einen Moment erinnern, wo ich vor dem Computer gesessen bin und im Internet gelesen habe, dass Arsenal London eine Mädchen-Akademie hat. Davor war mir nie bewusst, dass auch Mädchen und Frauen eine Chance haben, professionell Fußball zu spielen. Die Seite habe ich mir ausgedruckt und, ich glaube, das war auch ziemlich der Moment, in dem ich gewusst habe: das will ich auch!

Cool Mädchen: Was würdest du einem jungen Mädchen raten, das Fußballspielerin werden möchte?

Jasmin: Es gibt nicht den „einen richtigen Weg“. Jede muss ihren eigenen Weg finden!

Cool Mädchen: Was sind deine Hobbys?

Jasmin: Ich reise gerne und bin gerne in der Natur. Ich fahre Motorrad, mache Yoga und Fitness, koche, gehe aber auch sehr gerne auswärts essen oder einfach nur Kaffee trinken. Am liebsten in Gesellschaft meiner Familie und Freunde.

Cool Mädchen: Warst du eine gute Schülerin? Was war dein Lieblingsfach?

Jasmin: Ich denke schon, dass ich das behaupten kann. Meine Noten waren eigentlich immer ganz gut und was mir fast noch wichtiger ist: ich hatte immer einen respektvollen Umgang mit den Lehrern und meinen Mitschülerinnen. Meine Lieblingsfächer waren Deutsch, Geschichte und Sport.

Cool Mädchen: Wie bist du privat?

Jasmin: Meine Familie und Freunde würden mich als eine bodenständige Person bezeichnen, die am liebsten Zeit im engsten Kreis verbringt. Da fühle ich mich am wohlsten. Ich bin einerseits für jeden Spaß zu haben und eine aufgeschlossene Person, bin andererseits auch gerne nur für mich und genieße die Ruhe.

Cool Mädchen: Wer ist dein/e Lieblingsfußballer/in?

Jasmin: Das war immer Ronaldinho. Wie er mit dem Ball umgehen konnte und dass er stets ein Lächeln im Gesicht hatte, hat mich schwer beeindruckt.

Cool Mädchen: Schaust du lieber Männer- oder Frauenfußball?

Jasmin: Ich schaue gerne gute Fußballspiele. Also beides!

Cool Mädchen: Gibt es für junge Mädchen eine Möglichkeit mit dir zu trainieren oder von dir trainiert zu werden?

Jasmin: Wenn ihr mich einmal zufällig im Park antrefft, gerne (lacht).

Cool Mädchen: Was hältst du davon, wenn du hörst, dass Fußball kein Frauensport ist?

Jasmin: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Aussagen meist Leute treffen, die sich noch nie wirklich damit auseinander gesetzt haben und aus irgendeiner Überzeugung heraus, einfach provozieren wollen. Da ist es meiner Meinung nach unnötig, Energie dafür zu verschwenden, jemanden vom Gegenteil überzeugen zu wollen, der offensichtlich nicht überzeugt werden will. Fußball ist genauso ein Sport für Männer und Frauen, wie Tennis, Skifahren oder auch Synchronschwimmen und Turnen. Ich bin gerne bereit mich mit jedem, der gegenteiliges behauptet auf einen Kaffee zu treffen oder den- oder diejenige bei uns zum Training zu begrüßen.

Cool Mädchen: Hast du dich jemals einem Burschen sportlich behauptet, weil er meinte, dass er besser Fußball spielt als du?

Jasmin: Ja, klar. Das war früher gang und gäbe als wir im Hof oder im Käfig gespielt haben. Als ich noch ein Kind war, war es sehr selten, dass ein Mädchen Fußball spielen konnte. Es war ganz oft so, dass da ein paar blöde Meldungen gekommen sind und dementsprechend wollte ich auf dem Platz die Antwort darauf geben.

Cool Mädchen: Als Fußballspielerin musst du am Feld ziemlich tough sein und einiges einstecken. Gibt es auch Seiten an dir, die girly sind oder kannst du damit gar nichts anfangen?

Jasmin: In meinen Augen schließen sich „girly sein“ und toughness nicht aus. Ganz im Gegenteil. Fußballspielen ist weder männlich noch weiblich. Es ist nicht „uncool“ oder „unweiblich“ als Frau Fußball zu spielen. Die UEFA beweist zum Beispiel mit ihrer aktuellen „We Play Strong“-Kampagne, dass Fußballerinnen sogar ziemlich „girly“ sein können, was auch immer das heißen mag. Auch ich trage Kleider und Dirndl, schminke mich, wenn ich ausgehe. Ich wüsste nicht, was ich anders machen würde, wenn ich statt Fußballerin Tänzerin geworden wäre.

Cool Mädchen: Ist Fußball dein Beruf oder deine Berufung?

Jasmin: Ich bin in der glücklichen Lage „beides“ sagen zu können. Ich bin professionelle Fußballspielerin und arbeite zusätzlich beim Österreichischen Fußballbund in der Abteilung Mädchen- und Frauenfußball.

Cool Mädchen: Was ist deine Lieblingsfarbe?

Jasmin: Olivgrün und Gelb.

Cool Mädchen: Welches Essen schmeckt dir am besten?

Jasmin: Ich liebe das Erdäpfelgulasch von meiner Mama (grinst).

Cool Mädchen: Welche Musik hörst du?

Jasmin: Bunt gemischt, je nach Stimmungslage. Am häufigsten höre ich Pop, R’n‘B und Oldies.