© Felix Werinos

LOST: Auf den Spuren von Avicii, Diplo & Co.

Kevin von Tagtraeumer hat vor kurzem sein Soloprojekt gestartet. Wir haben mit ihm über LOST und seine neue Single „Empty Lane“ geplaudert.

Kevin von Tagtraeumer hat vor kurzem sein Soloprojekt gestartet. Wir haben mit ihm über LOST und seine neue Single „Empty Lane“ geplaudert.

Cool: Wie ist das Projekt LOST entstanden?

Kevin: Ich habe neben Tagtraeumer und den anderen Bands, die ich in meiner Kindheit und Jugend gehabt habe, schon immer eigene Songs geschrieben und produziert. Über die Jahre sind so fünfzig, sechzig Songs entstanden, die zwar meine Freunde gefeiert haben, die aber in der Schublade verstaubt sind. Es war deshalb schon länger mein Wunsch, einige Lieder davon zu veröffentlichen, aber ich hatte für mich selbst das Gefühl, dass meine Produktionen noch nicht gut genug sind – bis ich im Vorjahr mit illian den Song „Twentysomething“ produziert habe, der übrigens meine dritte Single wird. Den Song wollte ich unbedingt rausbringen, allerdings fand ich die Version besser, wie sie illian eingesungen hat. Und da kam mir die Idee, mir Avicii, Benny Blanco und Diplo zum Vorbild zu nehmen und mit LOST zwar meine eigenen Songs zu veröffentlichen, aber auch mit vielen anderen Sängern und Musikern zusammenzuarbeiten. Einfach Flo singt mal einen Song, Onk Lou mal eine Strophe, das ist mein Ziel für dieses Projekt.

Cool: Wortspiel LOST: Die Tagtraeumer sind auch verloren gegangen, gibt es euch noch?

Kevin: Wir hatten ja angekündigt, dass wir 2019 keine Konzerte spielen oder Songs veröffentlichen werden, sondern eine Pause machen. Das ist es bislang auch noch, auch wenn ich offen und ehrlich sagen kann, dass es intern schon auch Streitereien gegeben hat. Wir waren damals noch jung und schnell erfolgreich und haben uns untereinander auch nicht gerade erwachsen verhalten. Es gibt überhaupt kein böses Blut, aber einige Dinge, die ausgesprochen werden müssen. Auch musikalisch gehen unsere Vorstellungen mittlerweile in unterschiedliche Richtungen. Ob wir wieder zueinanderfinden, steht in den Sternen, das wissen wir selbst noch nicht.

Cool: Lass uns zu deiner neuen Musik kommen. Die erste Single „Sympathy“ ist gleich richtig durch die Decke gegangen. Hättest du dir das erwartet, immerhin bist du als LOST ein ganz neuer Künstler?

Kevin: Nein, das hätte ich nicht, also 100.000 Spotify-Streams innerhalb eines Monats ist schon überraschend. Aber ohne zu große Hoffnungen zu schüren, aber mein Management, mein Label und ich haben vor dem Release meine fünf besten Songs zusammengesucht und entschieden, den schlechtesten davon als erste Single zu veröffentlichen, also seid gespannt, da kommt noch einiges (lacht). Spaß beiseite, ich freue mich, dass der Song so gut angenommen wird und auch in zahlreichen Indiepop-Playlisten gefeatured ist.

Cool: Anfang Oktober ist bereits die zweite Single erschienen, was kannst du uns dazu erzählen?

Kevin: „Empty Lane“ ist insofern anders als die erste, weil ich den Song komplett selbst singe, was auch passt, weil es sich um ein sehr persönliches Thema dreht. „Please don’t tell me who I am, because I don’t even know myself” ist so ziemlich die wichtigste Line in dem Lied. Es geht darum, dass man von Freunden oder der Familie oft in Schubladen gesteckt wird, obwohl man so gar nicht ist. Kumpels, die immer wollen, dass man jedes Wochenende mit feiern geht, weil man ja immer so lustig ist und in Wahrheit spielt man das nur vor und wäre viel lieber alleine zuhause. In dem Song geht es darum, immer zu sich selbst zu stehen und auch mal die „Empty Lane“ zu wählen.