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Katja Krasavice: „Ich weiß, dass alles was ich bin extrem provoziert!“

Am 17. Jänner 2020 erscheint Katja Krasavices erstes Album, wir haben die Boss Bitch schon davor zum großen COOL-Interview getroffen.

Am 17. Jänner 2020 erscheint Katja Krasavices erstes Album, wir haben die Boss Bitch schon davor zum großen COOL-Interview getroffen.

 

Cool: Die Boss Bitch auf dem Cover unserer Weihnachtsausgabe: Passt das zusammen und wie verbringst du die Feiertage?

Katja Krasavice: Also ich feier das (lacht). Wir haben als Familie viel durchgemacht, ich habe zwei große Brüder verloren, deshalb sind wir einfach froh, wenn wir an den Feiertagen zusammen sind. Jetzt wo ich meiner Familie vieles bieten kann, freut es mich natürlich auch, dass ich nun diejenige bin, die teure Geschenke macht, aber wirklich wichtig ist mir das an Weihnachten nicht. Ich freue mich viel mehr auf das gemeinsame Essen und Trinken, da wir ja typisch osteuropäisch Weihnachten feiern.

Cool: Es wird aber sicher einige geben, die dich auf unserem Cover unpassend finden. Wie gehst du mit Kritik an dir um?

Katja: Hate und Kritik sind normal für die, die sich nicht anpassen. Ich sehe es als Ehre und als Bestätigung dafür, dass ich kein 08/15-Mensch bin, der der breiten Masse folgt. Ich kann zu 100% ich sein und sagen was immer ich möchte, ohne Angst zu haben. Ich genieße das in vollen Zügen, selbst wenn man mich dafür verurteilt. Lieber bin ich ich selbst und gehasst, als beliebt und angepasst.

Cool: Ehrlich gesagt, hatten wir aber auch immer Bedenken, ob du wirklich in ein Jugendmagazin passt – allerdings hast du vorwiegend junge Fans. Denkst du, dass du mit deiner Vorbildfunktion richtig umgehst?

Katja: Ich bekomme extrem viele Nachrichten von jungen Mädchen, die sich bedanken, dass es mich gibt und mir schreiben, dass meine Worte sie gestärkt haben, sie jetzt mehr zu sich stehen und ihnen meine Videos durch schwere Zeiten und Depressionen geholfen haben. Ich weiß, dass mein Auftreten, meine Aussagen und alles was ich bin extrem provoziert. Und natürlich weiß ich, dass mich viele für ein schlechtes Vorbild halten. Wer sich aber richtig mit mir befasst und hinter die „Ich liebe blasen und habe dicke Titten“-Fassade schaut, merkt schnell, dass ich niemanden dazu animieren möchte, so wie ich zu sein. Meine Message ist, so zu sein wie man ist, mit jedem Fehler und mit jeder Macke. Selbst ich, als total verrückte und gehasste Person, habe es geschafft. Meine Follower verstehen das sehr gut. Wer mich für ein schlechtes Vorbild hält, hat mich nur oberflächlich betrachtet und ist daher nicht sehr tiefgründig.

Cool: Hättest du bei deinem ersten YouTube-Video vor fünf Jahren damit gerechnet, dass du heute ein Teeniestar bist?

Katja: Ich wusste schon immer genau was ich mache und dass kontroverse Menschen schneller ein größeres Publikum anziehen als total normale Leute. Ein bisschen darauf spekuliert habe ich also schon, vor allem da ich schon vor meinem „Fame“ stadtbekannt, schulbekannt und gehasst war. Dass ich aber wirklich mal Fans haben würde, denen ich helfe und die mich lieben, und dass ich Millionen von Zuhörern und Zuschauern haben würde, hätte ich nie gedacht.

Cool: Mittlerweile bist du nicht nur YouTuberin, sondern auch Rapperin. Woher kam die Idee, auch Musik zu machen?

Katja: Ich hatte schon vor meiner Zeit als YouTuberin ein billiges und bitchiges Cover-Video zu „Look At Me Now“ hochgeladen, das in meiner Stadt richtig bekannt war, aber nach rund 200.000 Klicks von der Gema gelöscht wurde. Ich habe Rap schon immer geliebt und bin mit 90er-Rap und dem Hip-Hop der frühen 2000er Jahre aufgewachsen. Ich liebe Musik aber ganz generell und es war immer mein Wunsch das zu machen – nur auf meine bitchige Art und Weise (lacht).

Cool: Bei uns in Österreich ist „Dicke Lippen“ sogar auf Platz eins geschossen. Was verbindest du mit Österreich?

Katja: Ich liebe Österreich. Das Essen schmeckt wie in meiner tschechischen Heimat und die Fans sind so höflich und dankbar. Sie gehen immer am meisten ab, ob bei Auftritten oder auf der Straße. Österreich weiß wie man feiert! Ich war sehr glücklich darüber, dass ich dort auf die Eins gegangen bin und hoffe, dass mein Album in Deutschland und Österreich nachzieht.

Cool: Apropos Album. Was dürfen wir von „Boss Bitch“ erwarten?

Katja: Das Album hat typische Feier-Songs wie „Doggy“ und „Dicke Lippen“, aber auch Sex-Songs wie „Sex Tape“. Es gibt aber auch Nummern, die man einfach im Auto allein oder mit Freunden laut pumpen kann. Es war mir wichtig, dass auch Lieder dabei sind, zu denen man im Auto auf cool machen kann (lacht). Es ist viel richtiger Rap dabei, aber auch viel Pop im „Ich nehm dir deine Freundin weg“-Style, also eine bunte Mischung.

Cool: Was macht eine echte Boss Bitch aus?

Katja: Eine Boss Bitch kommt in den Raum und jeder weiß, dass sie da ist, egal in welchem Outfit. Es ist ihre Aura. Eine Boss Bitch ist ihr eigener Mann und lässt nicht mit sich spielen, außer im Bett. Eine Boss Bitch genießt das Leben und feiert auch mal ohne sich zu schämen, aber am nächsten Tag macht sie ihr eigenes Business weiter. Eine Boss Bitch macht was sie will und ist eine Granate im Bett. Eine Boss Bitch ist immer ehrlich, selbst wenn jeder sie dafür hasst. Eine Boss Bitch zieht sich so an wie sie will und nicht wie andere es gerne hätten – ob nackt oder komplett angezogen. Ich könnte noch 50 Millionen Stunden weiter antworten, aber ihr erfahrt auch alles am 17. Jänner 2020, wenn mein Album „Boss Bitch“ erscheint (grinst).