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Ist Rock nur noch ein Underground-Genre?

Die Grazer Alternative-Rockband Light Up The Town hat kürzlich ihre neue EP „Coping Strategies“ veröffentlicht. Wir haben Esther, Thomas, Stephan, David und Daniel im Studio besucht und mit ihnen über die heimische Bandszene sowie ihre neuen Songs geplaudert.

Die Grazer Alternative-Rockband Light Up The Town hat kürzlich ihre neue EP „Coping Strategies“ veröffentlicht. Wir haben Esther, Thomas, Stephan, David und Daniel im Studio besucht und mit ihnen über die heimische Bandszene sowie ihre neuen Songs geplaudert.

Cool: Wir unterstützen seit Jahren gerne heimische Bands – unter anderem euch – aber es kommt uns so vor, als wäre die Szene von jungen österreichischen Rockbands ein wenig ausgestorben. Findet ihr nicht auch?

Light Up The Town: Schwierig. Untereinander ist die Szene äußerst kommunikativ. Wir haben viele befreundete Bands, die wir feiern, wie Last Band Standing, Coperniquo, Papa Willy und Silencer, so gesehen wirkt die Szene für uns absolut alive. Auf Österreich generell bezogen, wird’s schwierig. Zur Zeit ist deutschsprachige und auch electro-lastige Musik angesagter, der Pop-Rock und auch der Punk sind zur Zeit eher Underground-Genres. Aber bei den ganzen Reunions, die zur Zeit passieren (My Chemical Romance, Rage Against the Machine…), ist es vielleicht auch nur eine Frage der Zeit, bis unsere Szene wieder gefragt ist.

Cool: Andererseits stürmen jährlich immer noch alle aufs Nova, für junge Rockbands gibt es da aber offenbar keinen Platz?

Light Up The Town: Das Nova ist halt das größte Rockfestival in Österreich. Da kannst du als kleine Band (z.B. auf der Red Bull Music Stage) fast nur mitmischen, wenn du einen von den ganz Großen kennst und du das Glück hast, dass der ein bisserl Vitamin B spielen lassen kann. Was natürlich absolut nichts Verwerfliches ist, aber es wäre schön, wenn es für ,,Kleinere‘‘ ein paar mehr Möglichkeiten gäbe.

Cool: Aktuell wäre es also vermutlich einfacher, wenn ihr eine Deutschrap-Crew oder K-Pop-Band wärt (lacht).

Light Up The Town: Wir wollten unser Side-Project eigentlich erst später ankündigen, aber ja, es wird deutschsprachiger K-Pop werden. Nein! Fake-News, natürlich nicht (lachen). Es wäre zur Zeit bestimmt leichter, um im derzeitigen Mainstream schneller etwas zu reißen und viele Leute zu erreichen, aber das wollen wir nicht. Wir könnten uns mit der Musik, die wir dann machen müssten, nicht mehr identifizieren. Außerdem müssten wir statt New Hope Clothing alle Gucci tragen und das können wir uns (noch) nicht leisten.

Cool: Ihr wart im Februar mit Last Band Standing auf Tour. Werden da noch Backstageräume zerstört oder ist das Rockerleben schon braver geworden?

Light Up The Town: What happens on tour, stays on tour! Um aber dennoch ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern: Es ist literweise Tee geflossen, als wir es uns auf den noch bestehenden Trümmern diverser Backstageräume und Hotelzimmer gemütlich gemacht und den Abend mit Streichquartett-Tönen Revue passieren haben lassen. Klassische Aussage am Tag danach: Na, davon wiss‘ ma holt echt nix (lachen).

Cool: Ihr habt mit ,,Coping Strategies‘‘ nach drei Jahren wieder eine neue EP am Start. Was gibt’s darauf zu hören?

Light Up The Town: Leider musste man etwas länger auf die neue EP warten, auch wenn wir dazwischen diverse Singles released haben. Wir haben gehadert, ob es sich überhaupt auszahlt, eine CD zu machen, da viele Leute ohnehin nur mehr online streamen und es sich oftmals nicht rentiert. Dennoch ist es schön, jetzt das fertige Teil in der Hand zu halten! Musikalisch ist diese EP ist ganz anders als der Vorgänger. Wir haben genremäßig jongliert und neben unserem gewohnten Pop-Rock auch ein wenig Metal untergebracht. Als i-Tüpferl haben wir auch noch einen Track mit Last-Band-Standing-Drittel Matthias ,,Koma‘‘ Kobold aufgenommen. Die CD gibt’s seit 15. Februar zu kaufen und auf allen gängigen Streaming-Plattformen zu hören. Zieht es euch rein und macht‘s euch von den Screaming-Künsten unseres Gitarristen ein Bild (lachen).