© Matthias Knoppe

The Teens: Die Teeniestars von damals!

Lange vor Tokio Hotel, One Direction, Justin Bieber oder BTS kreischten Mädels bei der deutschen Rockband The Teens. Vor rund vierzig Jahren stürmten sie mit „Gimme Gimme Gimme Gimme Gimme Your Love“ und „Give Me More“ die Charts und verkauften über fünf Millionen Tonträger. Wir haben die Gründungsmitglieder Uwe Schneider und Micha Uhlich in Berlin zum Interview getroffen, um mit ihnen über das Popstar-Dasein heute und damals zu quatschen.

Lange vor Tokio Hotel, One Direction, Justin Bieber oder BTS kreischten Mädels bei der deutschen Rockband The Teens. Vor rund vierzig Jahren stürmten sie mit „Gimme Gimme Gimme Gimme Gimme Your Love“ und „Give Me More“ die Charts und verkauften über fünf Millionen Tonträger. Wir haben die Gründungsmitglieder Uwe Schneider und Micha Uhlich in Berlin zum Interview getroffen, um mit ihnen über das Popstar-Dasein heute und damals zu quatschen.

Über ihren Durchbruch

Micha: Bei uns kam die Berühmtheit über Nacht. Wir hatten einen Fernsehauftritt in der Quizsendung „Der große Preis“, kamen am nächsten Tag in die Schule und wurden dort plötzlich angehimmelt und auch beschimpft. Beim nächsten Konzert in Berlin hätten wir vielleicht ein paar hundert Zuschauer erwartet. Es waren dann aber 1.800, die Bude war ausverkauft und bis nach hinten in die Garderobe konnten wir die Fans „We want Teens“ kreischen hören. Das war krass und konnte man in dem Moment gar nicht begreifen. Bei der darauffolgenden Tour mussten wir nach den Konzerten in Flightcases (Anmerk.: große Transportkoffer für Instrumente und Geräte) aus den Locations getragen werden, weil wir sonst nicht durchgekommen wären.

Uwe: Zum Glück macht man sich als junger Mensch gar keine bis sehr wenig Gedanken. Als ich zum ersten Mal die Schallplatte von „Gimme Gimme Gimme Gimme Gimme Your Love“ in den Händen hielt, saß ich bei meiner Mutter in der Küche und überlegte mir, wer die denn nun kaufen würde. Ich habe dann durchgerechnet und kam mit all unseren Klassenkameraden und Freunden auf 500 Stück. Nach dem TV-Auftritt erfuhren wir dann, dass die ersten 50.000 Platten verkauft wurden. Natürlich drehst du als Zwölfjähriger ein Stück weit durch, weil du es gar nicht richtig verstehst.

Darüber, wie sie am Boden bleiben konnten

Uwe: Ich würde gar nicht sagen, dass wir das geschafft haben (lacht). Es gab auch Schlagzeuger, wie unseren Micha, der beim Soundcheck in einer großen Halle meinte: „Scheißakustik, hier spielen wir nicht“. Wir haben dann trotzdem gespielt, aber sowas macht man als jugendlicher Popstar eben, wenn man durchdreht. Wirklich abheben konnten wir allerdings gar nicht, weil wir ja trotzdem zur Schule mussten. Wir sind dann halt meistens mit dem Taxi zur Schule gefahren, weil es anders gar nicht gegangen wäre. Es war schon fast schizophren, weil wir im Alltag als Schüler und auf der Bühne als Popstars funktionieren mussten. Aber natürlich haben wir auch viel Blödsinn gemacht, was andere in fünf, sechs Jahren Pubertät erlebt haben, war bei uns ein Wochenende.

Über den Unterschied zwischen damals und heute

Micha: Heutzutage will jeder gleich reich werden. Leute wie Justin Bieber oder Miley Cyrus haben Verpflichtungen und Verträge, da geht es vorrangig um das Geld und nicht um die Kunst. Wir haben damals beispielsweise sogar viele Werbeverträge abgelehnt, weil wir es als doof empfanden, dass unsere Fans dafür Taschengeld ausgeben. Wrigley’s wollte mit uns eigene Kaugummis auf den Markt bringen und bot uns die damals astronomische Summe von 50.000 DM, aber wir haben abgelehnt. Jägermeister hatte die Kampagne „Ich trinke Jägermeister, weil…“ und wollte mit uns „Wir trinken noch keinen Jägermeister, weil…“ machen, aber wir haben abgelehnt. Auch bei den Ticketpreisen haben wir immer darauf geachtet, dass sie für Jugendliche leistbar bleiben. Wir haben da nie an Geld gedacht, sondern wollten einfach Spaß haben.