© Carina Antl Photography

Josh.: Von Cordula zu Corona

Normalerweise singt Josh. von grünen, untreuen Frauen, spaziert mit Pferden durch verwaiste Freibäder, will immer weiter reden, fängt fürs Weihnachtsfest schon mal einen Karpfen und isst Kekse dabei oder aber er verliert eine Melodie. Tut er das nicht, steht er auf Bühnen, spielt und singt sich dabei die Seele aus dem Leib. All das kann er jetzt nur mehr stark eingeschränkt oder aber gar nicht tun. Möchte man meinen. Und würde ziemlich falsch damit liegen.

Normalerweise singt Josh. von grünen, untreuen Frauen, spaziert mit Pferden durch verwaiste Freibäder, will immer weiter reden, fängt fürs Weihnachtsfest schon mal einen Karpfen und isst Kekse dabei oder aber er verliert eine Melodie. Tut er das nicht, steht er auf Bühnen, spielt und singt sich dabei die Seele aus dem Leib. All das kann er jetzt nur mehr stark eingeschränkt oder aber gar nicht tun. Möchte man meinen. Und würde ziemlich falsch damit liegen.

Denn Josh. wäre nicht Josh., ließe er es damit gut sein. Lieber nimmt er einen neuen Song auf, ruft Fans übers Radio und Social Media dazu auf, ihn gesanglich oder mit Klatschern zu unterstützen und somit am fertigen Song zu hören zu sein und veröffentlicht ihn auch in Corona-Zeiten raschestmöglich. Dabei vermeidet er es allerdings, Corona zu besingen oder einen Song einfach mal schnell hinzurotzen. Dafür sind die kleinen Sounddetails in der Produktion Josh. einfach zu wichtig. „Ich wollte auch unter den derzeitigen Bedingungen keine Kompromisse eingehen, schließlich und endlich bleibt ein Song länger, als diese Krise hoffentlich dauert. Also kann die Devise jetzt erst recht nur heißen, akribisch zu sein und auch so zu arbeiten“, sagt der erfolgreiche Wiener dazu.

Mit „Wo bist Du“ hat er eben das getan. Wobei der gelernte Österreicher auf die Frage „Wo bist Du“ vermutlich grantelnd „Na, wo werd‘ I jetzt schon sein? Daham! “ antworten würde. Jaja, die Österreicher, sie sind als charmant bekannt, wenn man denn Charme mit Grant verwechseln möchte. So singt Josh. in „Wo bist Du“ vom Alleine-Sein, von der Trennung von seiner/n Lieben aber auch vom Egoismus, den ein jeder von uns kennt und die, die einem nahe sind, einfach als gottgegeben erscheinen lassen. Nur um dann auf Tour oder in der jetzigen Krisenzeit umso deutlicher zu bemerken, wie wertvoll und wichtig diese Menschen einem sind. Und wie leer eine volle Konzerthalle oder eine Wohnung sein kann. John Lennon hat einst gesungen „You don’t know what you got / until you lose it“. Sehr weise und gut beobachtet.

Musikalisch haben Josh. und seine Band den Song perfekt umgesetzt und textlich gibt es auch hier wieder gewohnt viel (Wort)Witz („ich hab‘ beim Humboldt Poesie/für ein Semester lang studiert – ich bin jetzt Dichter“) – die Fans sind im Chorus und bei den Claps mit dabei und mit ihrer Unterstützung ist „Wo bist Du“ ein perfekter Song zum Mitsingen und fürs Durchhalten daheim in den schwierigen Corona-Zeiten geworden.

Die neue Single „Wo bist Du“ von Josh. erscheint am 01. Mai 2020.