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Totale Trauer

Die Psychotante: Vor Kurzem ist Ninas (13) Bruder gestorben. Nina ist völlig verzweifelt und kann...

Vor Kurzem ist Ninas (13) Bruder gestorben. Nina ist völlig verzweifelt und kann an nichts anderes mehr denken. Wie soll sie mit ihrem Kummer umgehen?

Selbstverständlich ist es immer ein großer Schock und Schmerz, eine geliebte Person durch deren Tod zu verlieren. Dennoch gehört auch das Sterben zum Leben dazu. Vielen hilft in solchen Situationen ihr Glaube. Der Glaube an einen Himmel oder ein Paradies, wo man sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder trifft. Der Glaube daran, dass die verstorbene Person jetzt als Schutzengel über einen wacht. Oder auch der Glaube an Wiedergeburt, die uns wieder zusammenführt. Falls Nina vor dem Tod des Bruders nicht die Möglichkeit hatte, sich von ihm zu verabschieden, könnte sie ihm jetzt einen Abschiedsbrief schreiben und alles darin verpacken, was sie ihm sagen oder ihn fragen möchte. Diesen Brief könnte sie auf sein Grab legen, ihn mit einer Phantasieadresse (An: meinen Bruder, Himmelsgasse 4, 2105 Paradisien) ohne Absender in den Briefkasten werfen, als Flaschenpost versenden oder auf eine Silvesterrakete geklebt in die Höhe steigen lassen usw. Bestimmt gibt es auch verschiedene Andenken an den Bruder, wie Fotos, seinen Lieblingspulli, seine Musik CDs etc., durch die Nina sich ihm näher fühlen kann. Bei aller Zeit, die ein Trauerprozess braucht, ist es wichtig, dass sie sich Pausen von der Trauer nimmt. Sie sollte sich zwar regelmäßig ihre Trauerzeit erlauben, aber nicht 24 Stunden am Tag. Besser ist es, ähnlich einem Schulstundenplan, sich z.B. täglich eine Stunde Trauerzeit fix im Kalender einzutragen und dann ausgiebig zu weinen und zu trauern. Dazwischen aber sollte sie, vielleicht zusammen mit FreundInnen, versuchen, sich wieder abzulenken und auch die schönen Seiten des Lebens nicht vergessen.

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