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Sonja Plöchl

"Ich bin mein eigenes Vorbild!"

Bei "Austria’s Next Top Model" hat Sonja in den letzten Wochen gezeigt, was in ihr steckt, doch dann kam das plötzliche Aus. Wir haben mit der Siebzehnjährigen über ihre Persönlichkeit gesprochen, warum sie sich im Rahmen der Sendung so ruhig verhalten und sie nach neun Folgen freiwillig die Show verlassen hat.

Cool: Du bist nicht mehr bei "Austria’s Next Top Model" mit dabei, allerdings nicht, weil du ausgeschieden, sondern weil du freiwillig gegangen bist. Warum?

Sonja Plöchl: Ich hatte einfach gemerkt, dass sich meine Kräfte dem Ende zuneigen, unter anderem weil ich nicht richtig schlafen konnte. Um mich nicht selbst zu verlieren, habe ich dann diese Entscheidung getroffen. Das Modeln macht mir an sich richtig Spaß, nur das ganze Drumherum und die Show haben sehr an meinen Kräften gezehrt. Vor allem weil ich ein Freiheitsmensch bin und ich mich so extrem eingesperrt gefühlt habe, dass ich es einfach nicht mehr ertragen habe.

Cool: Wie darf man sich dieses "eingesperrt" sein vorstellen?

Sonja: Wir durften kein Handy und kein Internet haben, außerdem wurde der Kontakt zur Außenwelt völlig eingeschränkt. Auch bei den Shootings durften wir die Drehorte nie verlassen und das obwohl es ja oft ewig lange Pausen gab. Selbst wenn wir auf die Toilette gehen wollten, mussten wir fragen. Für mich war das besonders schwierig, weil ich mein ganzes Leben lang frei war. Meine Mama hat meine Meinung immer ernst genommen, mir Freiräume gelassen und mich nie wie ein kleines Kind behandelt. Daher war es schon heftig, plötzlich so behandelt zu werden.

Cool: Ist dir die Entscheidung schwer gefallen?

Sonja: Nach dem Reptilien-Shooting sind wir gleich nach Berlin gefahren, wo sehr viele Castings für die Fashion Week waren und da ist mir dann irgendwie zum ersten Mal der Gedanke gekommen, dass ich aufhören könnte, weil es mir nicht mehr gut gegangen ist. Wie ich gemerkt habe, dass es mir schon bei der Vorstellung aufzuhören besser gegangen ist, ist es dann relativ schnell gegangen.

Cool: Warum hast du dich eigentlich für die Teilnahme entschieden, wolltest du zeigen, dass du nicht nur die Plöchl-Schwester bist?

Sonja: Natürlich war das auch ein Gedanke im Vorfeld (lacht). "Austria’s Next Top Model" ist ein Riesensprungbrett und das wollte ich nutzen, außerdem war es einfach ein großes Abenteuer. Ich habe mich selbst in Ausnahmesituationen kennengelernt und bin im Laufe der Show auch zu einem Adrenalin-Junkie geworden (lacht). Das Ganze war eine Herausforderung für mich. Ich wollte schauen wo meine Grenzen liegen und ob ich über sie hinausgehen kann. Ich bin auch eigentlich kein oberflächlicher Mensch und in einer so oberflächlichen Branche zu bestehen, ist eine echte Challenge.

Cool: Wie gehst du als siebzehnjähriges Mädel mit dieser Oberflächlichkeit um?

Sonja: Meine Philosophie ist, dass ich mir selbst treu bleiben und mein eigenes Ding machen will. Anderen nachzueifern bringt nichts, denn die anderen gibt es ja schon (lacht). Ich möchte auch keines von diesen extrem knochigen Models sein. Wie ich klein war, war ich ein bisschen dicker und habe dann, wie ich mit dem Abnehmen angefangen habe, schon dieses Knochige angestrebt, weil es in der Branche damals irgendwie gar nichts anderes gegeben hat. Ich habe nach Vorbildern gesucht, die nicht so abgemagert waren, habe aber keines gefunden und so habe ich dann beschlossen, mein eigenes Vorbild zu sein.

Cool: In den letzten Episoden wurde in der Villa immer mehr gelästert, du warst da allerdings nie beteiligt…

Sonja: Fragen zu den anderen Kandidaten habe ich von Beginn an nicht kommentiert. Bei den Einzel-Interviews in der Show habe ich lieber über mich geredet, also über die Erfahrungen die ich gesammelt und wie ich gewisse Sachen empfunden habe, und das wurde halt gar nicht gezeigt. Bekanntheit zu erlangen, indem ich über andere lästere, ist nicht mein Ding.

Cool: Über dich hieß es immer, du seist eine Einzelgängerin und würdest nirgends mitmachen. Ist die private Sonja auch so ruhig?

Sonja: Kommt darauf an. Wenn wo große Gruppen sind und alles Leute, die ich nichtkenne, dann ziehe ich mich zunächst mal zurück und beobachte. Ich habe schon viele falsche Menschen getroffen und deshalb bin ich nicht immer gleich von Anfang an offen. Man macht sich ansonsten sehr schnell verletzlich.

Cool: Wie soll es nun für dich weitergehen?

Sonja: Ich möchte zusätzlich zum Modeln auf jeden Fall etwas in die schauspielerische Richtung probieren. Sich in eine andere Rolle zu versetzen macht mir richtig Spaß und das habe ich auch bei den "Austria’s Next Top Model"-Shootings immer versucht. Bislang habe ich halt noch sehr wenig Erfahrung in dem Bereich, ein paar Musikvideos und eine kleine Rolle in "Friday Night Horror", aber ich möchte es auf jeden Fall mal versuchen. Auch eine Ausbildung zur Make-up-Artistin schwebt mir vor, weil das auch ein sehr kreativer Beruf wäre… mal schauen (lacht).

Foto: © Kosmas Pavlos