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Webxklusiv: SWAG!

Das Jugendwort des Jahres 2011 sorgt bei vielen Leuten für Verwirrung. Wir klären auf...

Unglaublich aber wahr: Wie der Langenscheidt-Verlag gestern in München bekanntgab, ist "Swag" das Jugendwort des Jahres 2011. Was in der US-amerikanischen Hip-Hop-Szene bereits seit Jahren zum Wortschatz gehört, wurde im vergangenen Jahr vor allem durch den Wiener Rapper Money Boy ("Dreh den Swag auf") in den deutschsprachigen Raum importiert. Soweit ist alles richtig. Da wir mit Redakteur Daniel allerdings einen Experten im Urban-Bereich haben, wollen wir euch drei Dinge über das Wort erzählen, die in den meisten Berichten falsch sind:

    1. Entgegen zahlreicher Meldungen, wie der des ORF, ist der Terminus "Swag" ein Substantiv und kein Adjektiv und wird nur im Bezug auf eine Person verwendet. Entweder man hat "Swag" oder nicht... der Vergleich mit Wörtern wie cool, lässig oder geil ist daher vollkommen verkehrt.

      Falsch: "Der Film ist swag." oder "Das Mädchen da drüben ist swag."
      Richtig: "Der Typ mit der Lederjacke hat Swag."
    1. Das Wort "Swag" ist keine Erfindung, sondern ist vielmehr eine durch Dialekt und Mundart abgekürzte Version des englischen Worts "swagger". Es bedeutet übersetzt so viel wie stolzieren, angeben und prahlen. Man könnte daher sagen, dass jemand der "Swag" hat eigentlich ein Angeber ist. Da dies in Hip-Hop-Kreisen allerdings etwas Positives ist, wird "Swag" als Lob und nicht als Beleidigung aufgefasst.
    1. Weder der US-Rapper Soulja Boy ("Crank That") noch der Österreicher Money Boy haben den Begriff erfunden. "Swag" wird bereits seit Jahren verwendet und wurde in den Vereinigten Staaten auch nicht von Soulja Boy alleine populär gemacht, sondern vielen verschieden Künstlern. Bereits zuvor hatten beispielsweise die Rapper T.I., Jay-Z, Lil Wayne und Kanye West den gemeinsamen Song "Swagga Like Us" aufgenommen und selbst Will Smith hatte auf seinem 2005er Album eine Nummer namens "Swagga". Das Wort ist in der Rap-Szene also alles andere als neu.