Home > Storys > Webxklusiv: PS Vita >

 

Webxklusiv: PS Vita, Teil 1

Unser großes Special zum Launch von Sonys neuem Handheld.

Vor sieben Jahren brachte der japanische Großkonzern Sony die PlayStation Portable auf den Markt und wollte damit die Welt des mobilen Gamings verändern: Mit High-Tech und realistischer Grafik sollten erstmals auch ältere Spieler und Zocker-Puristen gelockt werden. Bis dahin hatte die Spitzenposition im mobilen Bereich – auch aufgrund mangelnder Konkurrenz – immer Nintendo inne, setzte allerdings vorwiegend auf massentaugliche und leichtverdauliche Videospiel-Kost. Das sollte sich durch die PSP ändern – tat es allerdings nur bedingt. Denn wie schon in den Achtzigern, als Nintendo mit seinem technisch deutlich unterlegenen Game Boy den großen Konkurrenten, SEGAs Game Gear, ausstechen konnte, behielt das Super-Mario-Unternehmen auch diesmal die Oberhand. Der Nintendo DS hatte gegen die PlayStation Portable in den vergangenen Jahren keine Probleme und wurde knapp doppelt so oft verkauft.

Noch mehr von allem

Mittlerweile hat sich der mobile Videospiel-Markt jedoch noch einmal grundlegend verändert: Nintendo ist mit dem 3DS auf den "Avatar"-Zug aufgesprungen, während Gelegenheitsspieler auf jedem Smartphone oder Tablet-PC nette Minispiele für Zwischendurch finden. Was macht also Sony? Lange Zeit wurde darüber spekuliert, ob der Technik-Riese überhaupt einen Nachfolger zur PlayStation Portable auf den Markt bringen wird, im vergangenen Jahr kündigte Sony dann allerdings doch den "Next Generation Portable" an, der morgen unter dem Namen "PlayStation Vita" endlich auch hierzulande in die Läden kommen wird. Schon nach der ersten Präsentation im vergangenen Sommer war klar: Das japanische Unternehmen bleibt seinem Firmenkonzept treu und zieht mit dem Schlachtruf "Noch mehr von allem!" in den Kampf. Anstelle eines Billiggeräts knallt uns Sony mit der PSV nämlich eine teure Supermaschine vor den Latz.

Technischer Feuchttraum

Vollgestopft mit der neuesten Technik spricht man erneut vor allem Hardcore-Spieler an und will sich damit noch deutlicher von der Konkurrenz abheben. An der Frontseite der PlayStation Vita schillert ein moderner OLED-Touchscreen mit zwölf Zentimeter Bilddiagonale, der euch gestochen scharfe Bilder in gefühlter HD-Auflösung liefert. Auf der Rückseite wurde ein zusätzliches Touchpad eingebaut, außerdem verfügt die Vita über ein sechs-achsiges Sensorensystem, das eure Bewegungen erkennt, zwei integrierte 1,4-Megapixel-Kameras sowie einen zweiten Analogstick, mit dem endlich auch Shooter akkurat spielbar sein sollen. Außerdem ist der Handheld WLAN-fähig – wollt ihr immer und überall mit dem Internet verbunden sein, könnt ihr für 50 Euro Aufpreis auch noch ein 3G-Modell erwerben.

Unser Fazit

Wir haben uns die letzten paar Tage intensiv mit der Vita auseinandergesetzt und wir sind begeistert. Sony hat sämtliche Fehler des Vorgängers behoben und sich beim Design der Vita fast selbstübertroffen. Das Gerät ist wunderschön verarbeitet, besitzt einen großen strahlenden Bildschirm und durchdachte Technik-Features, die beim Spielen noch einmal für eine Extraportion Spaß sorgen – alles Wissenswerte zum Thema Spiele findet ihr morgen im zweiten Teil unserer Vita-Specials. Sie liegt großartig in der Hand und besticht durch viele Details wie dem verzierten Touchpad auf der Rückseite. Dennoch drängt sich auch ein negatives Gefühl auf: Die Vita ist nämlich alles andere als notwendig. Minispiele laufen, wie eingangs erwähnt, bereits auf jedem Smartphone und ob man unterwegs tatsächlich so viel und so häufig zockt, dass sich ein Kauf der PlayStation Vita lohnt, ist die Frage, die sich jeder potentielle Käufer stellen sollte. Die WLAN-Version des Technikwunders kostet 249,99 Euro, mit mobilem Internet (3G) sogar 299,99 Euro. Dazu benötigt ihr eine Speicherkarte für mindestens 19,99 Euro, möglicherweise noch eine Tasche für 24,99 Euro und Spiele, die im Schnitt ebenfalls 35 Euro kosten. Eine teure Angelegenheit für ein wenig Zocken. Wer es sich leisten kann und auch unterwegs Spiele in PS3-Grafik genießen will, wird mit der PlayStation Vita aber garantiert glücklich werden.

Foto: © Sony Computer Entertainment