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Webxklusiv: James Cottriall

Wir haben für den ersten Teil unseres ESC-Specials mit dem sympathischen Sänger gesprochen.

Cool: Wie bist du als Engländer eigentlich in das Teilnehmerfeld der österreichischen Song-Contest-Vorausscheidung gerutscht?

James Cottriall: Ich habe letztes Jahr die Ö3-Aktion sehr genau verfolgt und ich muss zugeben, dass ich am Anfang sehr skeptisch war. Aber ich bin mittlerweile überzeugt, dass es eine sehr geile Plattform für alle österreichischen Künstler und Musiker ist, um sich dem ganzen Land vorstellen und präsentieren zu können. Es ist eigentlich die einzige Fernsehsendung wo das möglich ist. Im Vorjahr hat nicht nur Nadine Beiler davon profitiert, sondern alle zehn Teilnehmer. Es war wirklich eine großartige Aktion. Wie ich dann die Anfrage bekommen habe teilzunehmen, habe ich das als großes Kompliment aufgefasst. Sie haben dieses Mal absichtlich zehn vollkommen unterschiedliche Kandidaten ausgewählt und dass ich dann als Engländer und als Singer/Songwriter auf der Bühne stehen darf freut mich sehr. Und es würde mich sehr ehren wenn ich Österreich vertreten dürfte.

Cool: Andererseits hat der Eurovision Song Contest nach wie vor nicht das beste Image. Hattest du diesbezüglich keine Bedenken?

James Cottriall: Ich persönlich bin ein großer Fan des ursprünglichen ESC-Gedanken, nämlich Frieden in Europa. Der Song Contest wurde Anfang der Fünfziger als "Grand Prix Eurovision de la Chanson" gegründet damit alle europäischen Länder gemeinsam ein Ereignis feiern können. Und ich denke dahin sollte der Song Contest auch zurückkehren, vor allem weil es weltweit wieder so viele Zivilkriege gibt, egal ob in Ägypten, Libyen und so weiter. Europa spielt da zwar nicht so eine große Rolle, aber wir haben selbst genug Probleme wie zum Beispiel mit Griechenland. Der Song Contest hatte manchmal negative Ergebnisse, aber dann auch wieder sehr coole Sieger.

Cool: Wie hast du den Song Contest eigentlich wahrgenommen als du noch in England gelebt hast? Bist du damit aufgewachsen?

James Cottriall: Ich habe den Eurovision Song Contest eigentlich erst während meiner Studentenzeit so richtig verfolgt. Also in den Jahren 2004 bis 2006. Auf der Uni haben wir immer darauf gewettet wer gewinnt und wer verliert. Ich habe das Wettspiel zweimal gewonnen und sowohl den Erst- als auch den Letztplatzierten richtig getippt. Ich habe also eine gute Nase für Hits (lacht).

Cool: Hast du irgendeine besondere ESC-Erinnerung?

James Cottriall: 2006 hat die finnische Band Lordi gewonnen. An das Lied kann sich zwar keiner mehr erinnern, aber wie sie heißen und wie sie ausschauen hat jeder noch im Gedächtnis. Das zeigt aber beispielsweise welch großartige Möglichkeiten die Plattform des Eurovision Song Contests bietet.

Cool: Lordi setzte damals allerdings auf eine bombastische Show. Über dich wird gerne gesagt, dass du zu brav für die große Bühne des ESC bist.

James Cottriall: Das habe ich auch schon öfters gehört, aber als Österreich gewonnen hat war Udo Jürgens ganz alleine auf der Bühne nur mit seiner Stimme und seinem Klavier und es hat für den Sieg gereicht. Auch Lena hat vor zwei Jahren ganz ohne Megashow gewonnen. Eigentlich gab es nur in den letzten zehn Jahren Gewinner mit einer großen Show. Von bisherigen 56 Siegern waren also vielleicht 5-6 Showacts und die restlichen 50 Gewinner haben nur mit ihrer Musik überzeugt.

Cool: Vermutlich wäre es auch nicht optimal dich jetzt in ein Kostüm zu stecken... (lacht)

James Cottriall: Würde lustig aussehen (lacht). Im Ernst: Ich glaube, die Zuseher wollen etwas Glaubwürdiges sehen. Ich bin nicht einer der nackt und mit einer Perücke auf dem Kopf auf der Bühne herum hüpft. Ich schreibe Songs um meine Gefühle auszudrücken und Leuten mit ähnlichen Gefühlen durch ihre Lebenssituationen zu begleiten.

Cool: Hast du einen persönlichen Favoriten bei der morgigen Vorausscheidung?

James Cottriall: Das ist schwierig zu sagen. Es sind viele sehr gute Songs mit dabei, die mir auch im Ohr geblieben sind. !DelaDap finde ich großartig und ich denke, dass sie beim ESC sehr gute Chancen hätten. Die Lieder sind aber alle sehr unterschiedlich, daher ist es schwer sich festzulegen.

Foto: © ORF