Home > Storys > Ostafrika >

 

Hunger und Durst in Ostafrika

Rund zwölf Millionen Menschen leiden unter der schwersten Dürre seit 60 Jahren.

Bilder des Schreckens. 600.000 Kinder leiden in Somalia, Kenia, Äthiopien, Dschibuti, Uganda und im Sudan an Unterernährung, allein in Somalia starben in den vergangenen drei Monaten rund 29.000 Kinder im Alter unter fünf Jahren.

Die seit Monaten anhaltende Dürre in Ostafrika diente als Auslöser einer  Kettenreaktion, die den ohnehin schon sehr armen und teilweise auch hungernden
schwarzen Kontinent noch ärmer und noch hungriger machte. Die Region um das Horn von Afrika war zwar in den letzten Jahrzehnten bereits mehrfach von  Hungerkrisen betroffen, in diesem Jahr traf es die Länder jedoch in ungeahntem Ausmaß. Die Regenzeit, von März bis Juli, war in zahlreichen Gebieten die  trockenste seit langem, vor allem in Somalia gab es teilweise 70 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt. Gefolgt von der Jahrhundert-Dürre, dauerte es nicht lange und die Katastrophe nahm ihren Lauf. Fehlender Regen bedeutete eine schlechte Ernte, das wiederum führte zu hohen Lebensmittelpreisen. Speziell in der Trockenzeit ist eine ausreichende Ernährung jedoch unabkömmlich, da sich die arme Bevölkerung diese allerdings nicht leisten kann, herrscht in Ostafrika seit Monaten nicht nur eine Hungersnot, sondern auch Ausnahmezustand. Die rund zwölf Millionen bedrohten Menschen kämpfen für sich selbst und ihre Familien. Abertausende Somalier flüchten in das kenianische Dorf Dadaab, das mittlerweile zum größten Flüchtlingslager der Welt geworden ist. Kinder verhungern in den Armen ihrer Mütter, gehen auf der Reise verloren oder werden niedergetrampelt. Soldaten der Miliz lauern nahe den Grenzen auf, rauben den Flüchtlingen wortwörtlich das letzte Hemd und vergewaltigen Frauen und Töchter. In Dadaab leben statt 90.000 Menschen, für die das Lager ursprünglich geplant war, längst über 400.000 Menschen. „Die Todesrate in den Camps ist schockierend", so ein Mitarbeiter der amerikanischen Agentur für Internationale Entwicklung USAID. Außerdem sei Kenia gefährdet ein ähnlich drastisches Schicksal wie Somalia zu erleiden. Ein Frühwarnsystem für Hungersnöte, prognostiziert nämlich eine deutliche Ausweitung bis September. Bereits hunderte Millionen Euro wurden alleine aus  Europa an Hilfsgelder überwiesen. Gilt zu hoffen, dass sich die Lage dadurch bessert und möglichst viele Afrikaner vor dem Hungerstod bewahrt werde können.

Foto: © KK