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Kilmokit

Exklusiv: Popstars = Flopstars?

Der Erfolg der letzten Popstars-Gewinner "BFF" und "Kilmokit" lässt zu wünschen übrig.

Bislang hat sich "Popstars" sowohl als Format als auch in Form der gecasteten und gewählten "Popstars" kaum mit Ruhm bekleckert. Einzig die "No Angels" vor nunmehr bald zwölf Jahren hinterließen nachhaltigere Spuren im Musikbiz. Beim Rest vom "Schützenfest" – von "Monrose" über "Bro´Sis", "Preluders" und "Overground" bis hin zu "Room2012", "Queensberry" und "Some & Any" (hä, bitte wer?) – kann man ehrlicherweise nicht mal von einem Fußabdruck im Sand sprechen. Heute Popstars, morgen Flopstars scheint das Motto des inzwischen maroden Castingformats zu sein. Da half auch der Verkauf von ProSieben (man sprach 2004 anlässlich des Castings von "Nu Pagadi" bereits von der "definitiv letzten Staffel") an den österreichischen Sender PULS4 wenig. "Popstars Mission Österreich" hat sich für die zwei Gewinnerbands "BFF" und "Kilmokit" als "Mission Impossible" entpuppt. Wer mit dem ersten Album nur im Mittelfeld landet, kann sich kaum im Musik-Business behaupten. Chris Aguilar (23), Florian Schindler (19) und Patrick Freystätter (18) haben nicht mal das geschafft. "Kilmokit ist einfach Spitze. Die Jungs haben volle Power und das Album ‚Atemlos´ ist der Hammer", schwärmte Detlef D. Soost nach Ende der ersten Österreich-Staffel. Doch bisher konnten die Jungs mit ihrer Musik nicht wirklich punkten. Die erste Single "Hell wie die Sonne" schaffte es am Tag nach dem "Popstars"-Finale nur auf Platz 61 in den iTunes-Charts, das Album "Atemlos" stieg am 10. Dezember des Vorjahres gerade mal auf Platz 40 in die Album-Charts ein. Bernd Rengelshausen, österreichischer Musik-Experte und Manager von Christina Stürmer, erklärt: "Wenn heute der Sieger einer solchen Show im Mittelfeld der Charts auftaucht, dann ist das in Wahrheit eine Niederlage."

Die ungewisse Zukunft

Die 660 Likes der zweitplazierten Girlie-Band "BFF" auf Facebook sprechen ebenfalls Bände. Catis, Rose´ und Julias Debütalbum "Heartcore" stieg in den österreichischen Charts nurauf Platz 58 ein und hielt sich nicht einmal zwei Wochen. Die Promotionauftritte der drei Mädels nach der Sendung waren meist an die der "Kilmokits"-Jungs gekoppelt, sonst wär´s womöglich noch schneller talwärts gegangen. Als wir kürzlich die Sechs im EKZ Shopping Nord zu einem Exklusivinterview trafen, ließen sich die beiden Bands von ihrer eigentlichen  Erfolglosigkeit kaum etwas anmerken, wirkten frisch und erfreuten sich herzlichst selbst an den wenigen Fans, die zur Autogrammstunde kamen. "Wir könnten uns demnächst gut eine Single zu Sechst vorstellen", tönt Rose. "Wir haben alle starke Stimmen, das würde sicherlich sehr cool klingen", setzt Julia nach. Die eigentlichen Gewinner der "Popstars"-Staffel, Patrick, Flo und Chris, halten sich mit Wortmeldungen dezent zurück. Was ist eigentlich das Ziel von "Kilmokit"? "Wir wollen uns mit der Musik über Wasser halten, unser eigenes Ding machen", erklärt der Bandälteste, Chris. Gar nicht so einfach, mit dem Castingstempel. Denn wenn selbst das Scheinwerferlicht eines TV-Senders den Plattenverkauf nicht ankurbelt, was dann? Ja, was dann? "Schule, Studium, eventuell eine Schauspielkarriere" lautet der Tenor beider Bands. Sympathisch sind sie ja alle sechs, aber von Sympathie alleine ist in der österreichischen Musiklandschaft noch kaum wer groß geworden. Dann eher von Gegenteiligem. Klar könnte man jetzt mit der Binsenweisheit kommen, gut Dinge brauche Weile. Was uns wieder an den Anfang der Geschichte führt: Welche Singles und welcher Sound ist euch in der Geschichte des "Popstars"-Formats bis heute in Erinnerung geblieben? Genau. Maximal Etwas von den "No Angels", wenn´s hoch hergeht Kurzmelodien von "Bro´Sis" und "Monrose". Mit weiterem Wissen zu den übrigen Castingbands könnte man dann schon fast die Millionenfrage knacken. Aber vielleicht gehen "Kilmokit" und "BFF" auf diesem Weg in die Annalen ein...

Foto: © Sony Music