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Tote Grössen

Warum bezahlen immer mehr Stars mit ihrem Leben?

Diva Whitney Houston starb vor wenigen Wochen im Alter von nur 48 Jahren. Ihr Tod kam wie der von Jackson und Winehouse für kaum jemanden überraschend.

Nur dreißig Minuten nachdem Whitney Houstons Tod bekannt wurde (wir berichteten), hob ihre Plattenfirma die Preise um sechzig Prozent an. Das Geschäft mit toten Größen der Musikbranche blüht noch vor den Blumen am Sarg von Diven und Popgrößen. Und kaum jemand ist nach Verkündung derartiger Todesnachrichten wirklich überrascht. Der Tod gehört im Leben von Menschen wie Whitney Houston, Amy Winehouse und Michael Jackson wahrhaftig zum Leben. Ein aufgedunsenes Gesicht, ihr verwirrter Blick und zerkratzte Handgelenkte – die letzten Fotos von Legendenstimme Houston als Landmarken für ihr Achterbahnleben. Ein Leben, das viel Ruhm, viel Geld, viel Anerkennung, aber gleichzeitig auch so viel Orientierungslosigkeit –nicht zuletzt durch die Einnahme von Drogen – barg. "Sex, Drugs and Rock’n‘Roll – das ist mein Business" – die Pop-Queen gab schon 2002 in einem TV-Interview zu, dem Tode nahe gewesen zu sein. Alkohol. Marihuana. Kokain. Pillen. Nichts hatte Whitney ausgelassen. Und welcher Teufel hatte sie geritten? Ihre Antwort: "Ich selbst. Ich bin entweder meine beste Freundin oder meine schlimmste Feindin." Soul, Sucht und die totale Selbstzerstörung haben auch Kollegin Amy Winehouse im Vorjahr das Leben gekostet. 27 ist sie geworden. Wie eine Piratin hatte Amy die Musikszene geentert: ein bildhübsches jüdisches Mädchen mit einer Bienenkorbfrisur wie die Soul-Ladies der 60er, die Arme voller Old-Style-Tätowierungen, die Augen ummalt wie Kleopatra. Das Musikvideo ihres Songs "Rehab" wurde auf YouTube rekordverdächtige 32 Millionen Mal aufgerufen. Sie sang mit Mick Jagger im Duett, Prince, Snoop Dogg und Rihanna coverten ihre Songs, jede angesagte Band wollte sie auf Tour mitnehmen. Aus und vorbei. Mit Hilfe von illegalen Substanzen, die auch Michael Jackson das Leben kosteten. Sie alle sind dem Mythos erlegen, MusikerInnen wären nur im Rausch der Sinne, im Kampf mit ihren Begierden "echt". Die Branche glorfiziert zusätzlich ihren Hang zur Selbstzerstörung, dokumentiert ihren Verfall und verdient an ihrem Tod.

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