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Kuchen für alle

Ein Klassentreffen der anderen Art: Wir trafen die "American Pie"-Stars zum Exklusivinterview.

Damals, im Ferienlager. Damals, als Jims Gemächt im Apfelkuchen steckte. Damals, als wir Stifler zum ersten Mal als den Stifmeister wahrnahmen. Damals ist heute. "American Pie" geht auf der Kinoleinwand in die vierte Runde. Das Klassentreffen, die Reunion und wir mittendrinnen in einem der amüsantesten Interviews (mit den Hauptdarstellern Jason Biggs, Chris Klein, Eugene Levy und Jennifer Coolidge) überhaupt.

Cool: Jason, du hast die Rolle des Durchschnittstypens abonniert. Im aktuellen Streifen zeigst du aber, dass du alles andere als fad und schüchtern bist und ziehst direkt blank. Hand aufs Herz – sieht man im Film deinen echten Penis oder hattest du ein Double?

Chris Klein (Oz): Klar hatte er eines. Mich (grinst).

Jason Biggs (Jim): Hey, das ist alles kein Zufall, dass ich vor über 12 Jahren gecastet wurde. Ich heiße Biggs. B I G (gs), verstehst du? Wie lautet dein Name, Chris? (und boxt Chris Klein in die Rippen)

Cool: Warum ist "American Pie" auch noch über ein Jahrzehnt nach dem ersten Movie so erfolgreich?

Eugene Levy (Jim‘s Dad): Weil einfach alles stimmt. Es ist eine großartige Komödie, die Charaktere sind der Hammer und in Kombination mit Sex funktioniert das Ganze prima.

Jennifer Coolidge (Stifler‘s Mom): Es passiert in den Filmen nichts Schlechtes und niemandem etwas wirklich Schlimmes. Es ist im Grunde eine ziemlich unschuldige Filmreihe. Es geht um das gute Gefühl, das vermittelt wird, nicht nur darum, dass man geil aufeinander ist.

Jason Biggs: Das Geheimrezept liegt glaube ich, auch darin, dass ihr alle einen Jim, einen Stifler, einen Finch schon mal getroffen habt oder direkt in eurem Freundeskreis wiedererkennt.

Cool: Beim Blick in euer Jahrbuch lässt ihr im Film eure Lebensplanung Revue passieren. Was ist aus euren Plänen, die ihr vor 12 Jahren als reale Personen geschmiedet habt, geworden?

Chris Klein: Ich habe mir gewünscht, mit dir hier auf der Couch zu sitzen und ein Interview zu geben.

Jason Biggs: Blödsinn, er wollte immer Handleser in Venedig werden.

Chris Klein: Stimmt. Soll ich dir aus der Hand lesen?

Cool: Bitte.

Chris Klein: Kostet 15 Dollar.

Jason Biggs: Im Ernst: Wir haben denk ich alle in den letzten Jahren die Berg- und Talfahrten des Schauspielbusiness kennengelernt. Ich denke, ich bin okay heute. Ich sehe meine Arbeit noch immer als Arbeit an.

Cool: Hattet ihr denn über die Jahre Kontakt?

Eugene Levy: Ich muss gestehen, ich hatte bisher kaum Kontakt zu den anderen Kollegen. Ich hatte ja meist nur Szenen mit Jason alleine. Da war Stifler‘s Mom eine willkommene Abwechslung (lacht laut).

Jason Biggs: Ich glaube, Chris und ich sind bessere Schauspieler als Freunde.

Chris Klein: (lacht schallend) Mann, ich liebe gefaktes Lachen. Großartig.

Jason Biggs: Ich denke, für jene, die wiedervereint werden sollten, war diese Reunion durchaus positiv. Im Grunde habe ich meinen Freundeskreis komplett beisammen, aber klar ist da auch noch hin und wieder Raum für neue Freundschaften.

Chris Klein: Zwischen unseren realen 20ern und 30ern ist viel passiert. Kinder, Arbeit, keine Arbeit, Party, niemals Partyabsagen.

Jason Biggs: Neun Schauspieler sind in allen vier Kinoteilen präsent. Neun Menschen, die seit dem ersten Teil den Erfolg teilen. Das ist eine Verbindung, die ewig währt.

Cool: Wo seht ihr euch in 40 Jahren? Um noch weitere "American Pie"-Episoden reicher?

Chris Klein: Wir drehen dann wahrscheinlich gerade AARP.

Jason Biggs: The American Association of Retiered Pies, genau (grinst). An mich gehen dann 85 Prozent der Filmeinnahmen, 10 Prozent darf Chris kassieren. Und fünf weitere Prozent gehen an Eugene‘s Augenbrauen. Die sollen auch was davon haben. Leisten ja schließlich einiges.

Foto: © Herbert Neubauer / APA