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Vinyl-Schallplatte

Alles Gute!

Man sieht es ihr kaum an, aber die Schallplatte feiert in diesem Jahr ihren 125. Geburtstag.

Wir möchten uns an dieser Stelle verneigen, denn trotz der schnelllebigen Unterhaltungsindustrie hat es die gute, alte Vinyl-Schallplatte geschafft über mehr als hundert Jahre relevant zu bleiben. Mit Musikkassetten, CDs und MiniDiscs wurde
immer wieder versucht die schwarzen Scheiben vom Markt zu drängen – gelungen ist dies jedoch nie und selbst MP3-Playern, iPods und Dockingstations trotzt die Schallplatte tapfer. Nicht nur unter Sammlern, DJs und Musikpuristen, sondern auch in der Jugendszene ist die Vinyl-LP selbst 125 Jahre nach ihrer Erfindung beliebt. Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten mehrere Wissenschaftler erstmals Musik aufzunehmen, scheiterten jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Der Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville konnte beispielsweise Töne aufnehmen, hatte dummerweise aber kein Gerät zur Wiedergabe. Dieses Problem konnte Genie Thomas Edison zwar lösen, die von ihm erfundenen Walzen waren jedoch ziemlich unhandlich und schwer zu reproduzieren. Der nach Amerika ausgewanderte, deutsche Jude Emile Berliner hatte schließlich einen Geistesblitz und stellte Scheiben aus wachsbeschichtetem Zink her. Auf diesen wollte er Musikaufnahmen in Rillen-Form auftragen. Er patentierte seine Idee und präsentierte wenig später das Abspielgerät "Grammophon" sowie die ebenfalls von ihm benannte, erste "Schallplatte". Bis heute hat sich an Berliners Prinzip nichts geändert: Zwar wurde die Technik der Plattenspieler verbessert und die Vinyl-LPs dünner und doppelseitig, das obligatorische Knistern ist aber zum Glück bis heute geblieben.

Foto: © National Photo Company Collection