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Q Radio

Queere Töne für Österreich.

Hinter der unscheinbaren Tür eines Grazer Bürokomplexes wird seit vergangenem Jahr an etwas Einzigartigem gearbeitet: dem ersten LesBiSchwulen Radiosender Österreichs. Via Internet-Livestream, Smartphone-App sowie dem Kabel-TV von A1 Telekom Austria ist "Q Radio" mittlerweile seit einigen Monaten "on air" und hat in dieser kurzen Zeit schon einiges erreicht.

Mehr als das Doppelte des österreichischen Webradio-Zuhörerschnitts schaltet bereits ein, wenn es heißt: MaXXimum Queer Music. Doch brauchen Homosexuelle eigentlich einen eigenen Radiosender? Was ist schwule Musik und welche Ziele verfolgen die Macher von "Q Radio"? Wir sind diesen Fragen direkt vor Ort auf den Grund gegangen. "Wir sind kein Schwulen-Radio", stellte Ideengeber André Brunner gleich zu Beginn unseres Gesprächs klar, schließlich wolle man mit dem Programm die gesamte LGBT-Szene (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) ansprechen. Einschalten darf aber selbstverständlich jeder, ausgeschlossen wird niemand. "Die Definition von ´queer´ ist ´anders… nicht der Norm entsprechend´. Und so sehen wir uns. Wir sind anders. Wir haben uns gesagt, wenn die Leute schon sagen, dass die Schwulen und Lesben umgedreht sind, dann drehen wir unser Programm auch um." Will heißen: Zur vollen Stunde gibt es entgegen der Radio-Tradition keine Nachrichten, sondern einen Klassiker der Musikgeschichte.

Kunterbunt

Außerdem wolle man bei "Q Radio" das vermeintliche Klischee-Programm ausweiten und seinen Hörern, neben Boygroups, Cher und Madonna, eine vielseitige Musikunterhaltung bieten. Beispielsweise auch mit Titeln, die auf den Tanzflächen der Szene aktuell angesagt sind, erzählt uns Katharina Freidl, die ebenfalls bei dem Projekt mitwirkt. Was "Q Radio" allerdings im Vergleich mit konventionellen Radiosendern wirklich einzigartig macht, ist nicht die Musik, sondern sind die redaktionellen Beiträge. "Wir haben viele Informationen über die Szene: Veranstaltungstipps, Aufreger usw., außerdem wollen wir es schaffen den Jugendlichen in ihrer Phase der sexuellen Orientierung eine gewisse Sicherheit zu geben. Ihnen zeigen, dass es in Ordnung ist, wenn man sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt und sie auf manche Dinge aufmerksam machen. So gibt es zum Beispiel auch einige LesBiSchwule Jugendvereine." Also traut euch und hört einfach mal rein, egal an welchem Ufer ihr sitzt.

Foto: © Q Radio