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Herminating

Internethype in Rot-Weiß-Rot.

Alle Infos zur österreichischen Antwort auf Planking. Wir haben die Erfinder des "Herminating" zum exklusiven Interview gebeten.

Wenn ihr Leute seht, die sich mitten auf der Straße, am Strand, unter Wasser oder auf Dächern in eine tiefe Abfahrtshocke begeben und sich dabei auch noch fotografieren lassen, dann habt ihr sie vermutlich gerade beim Herminating erwischt. War im vergangenen Jahr noch Planking der letzte Schrei im Web, so sorgt heuer ein österreichischer Fototrend für Aufsehen. "Wir sind eine Gruppe von vier Innsbrucker Studenten mit einem gewissen Hang zu Facebook und Hermann Maier. Selbst als Tiroler muss man zugeben, dass Hermann Maier noch einmal ein Stück über alle anderen österreichischen Skifahrer zu stellen ist. Was er für den österreichischen Sport getan hat, ist unbezahlbar – umso wichtiger, dass ihm endlich einmal wer was zurückgibt", erzählen uns die Herminating-Erfinder und erklären damit gleichzeitig warum es nicht "Eberhartering", "Klammering" oder "Walchhofering" geworden ist. Die Idee entstand bereits im vergangenen Jahr als die Vier in der Flachau auf Skiurlaub waren und dort vor der Bronzestatue der heimischen Skilegende versuchten deren Haltung nachzustellen. "Auf der Heimfahrt haben wir dann herumgeblödelt, dass die Haltung ja schon was Einzigartiges hat und man daraus so was wie das österreichische Planking machen könnte. Das war ja ein weltweiter Trend. Bis zum Sommer ist es bei der Idee geblieben, irgendwann hatten wir einfach Zeit und haben uns gesagt: Wir bauen dem Herminator ein eigenes Denkmal und haben angefangen uns in Herminating-Positionen in der Freizeit zu fotografieren."

Facebook-Trend

Ende August haben die vier Studenten schließlich eine Facebook-Seite gestartet, welche eigentlich nur als Spaß und für Freunde gedacht war. Doch aus dem "Insider-Schmäh" wurde rasch ein österreichweiter Trend, der mittlerweile sogar ins naheliegende Ausland übergeschwappt ist. "Dass da wirklich so viele Tausende
Leute mit aufspringen hat uns mehr als überrascht. Darauf waren wir nicht vorbereitet", so die Burschen. "Am Anfang war es irgendwie komisch, da haben wir es kaum glauben können und uns schon tierisch gefreut, dass wir 200 Fans gehabt haben. Dass daraus irgendwann einmal 7.000 werden würden, daran hat noch niemand gedacht." Selbst zahlreiche Promis wie Thomas Morgenstern oder Hermann Maiers Bruder ließen sich bereits beim Herminating ablichten. Trotz des großen Rummels um ihre Erfindung, wollen die Vier aber auch in Zukunft im Hintergrund bleiben. Eine kommerzielle Nutzung streben sie ebenfalls nicht an. "Das nächste Ziel ist klar definiert: Wir wollen 10.000 Fans erreichen. Ansonsten steht weiterhin der Spaß im Vordergrund. Und wer weiß, vielleicht gibt’s ja auch noch ein persönliches Treffen mit Hermann Maier – dann haben wir eigentlich alles geschafft, was wir wollten."

Foto: © APA