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Webxklusiv: Scooter

Michael Simon, H.P. Baxxter und Rick J. Jordan sprechen über Groupies, ihr neues Album und ihren Jungbrunnen.

Zugegeben, auf "Hyper, Hyper" hatten wir uns ja schon eingestellt. Dass es schon vor dem Interview mit Scooter recht "heiter, heiter" wurde, verdanken wir dem Promotionteam der Band, das uns die falsche Adresse der Starabsteige in Wien ausgehändigt hat – freilich ohne böse Absicht. Und wehe, es kommt da nun wer mit der Bemerkung von wegen Steirer in Wien und so. Der schwarze Peter geht ans Promotionteam, basta.

Da standen wir nun erwartungsvoll an der Rezeption des falschen Hotels und fragten nach dem zuständigen Promoter. "Wer?" Nächster Versuch. Vielleicht ist die Suite auf den Namen der Plattenfirma gebucht? "Hä?" Gut. Dann im Klartext. "Sind bei Ihnen Scooter abgestiegen?" Der Blick der Rezeptionistin erhellt sich. "Ahhh ... Sie haben bei uns Scooter abgestellt!?" Ähm ... Eine Technoschallwolke und ein frisch blondierter H.P. Baxxter empfangen uns – wir außer Atem und mit leichter Verspätung – dann aber in der richtigen Suite des richtigen Hotels und erzählen uns unter anderem, dass sie nicht schwul sind.

Scooter: Wir haben gerade Mittag gegessen – Schnitzel.

Cool: Hat´s geschmeckt?

Scooter: Wie immer.

Cool: "The Big Mash Up" ist euer 15. Album. Musikalisch geht ihr damit neue Wege. Wie das?

Scooter: Wir haben frei experimentiert und das hat selbst unsere Hardcore-Fans fast ein bisschen verschreckt. Das Album spiegelt aber unseren derzeitigen Musikgeschmack und all die Einflüsse rund um uns herum wieder.

Cool: Wie lange habt ihr an dem Teil gearbeitet?

Scooter: Insgesamt eineinhalb Jahre – wir haben viele technische Neuheiten ausprobiert. Das hat einfach seine Zeit gebraucht, bis wir uns in neue Programme rein gefunden haben. Wir haben den Anspruch, nicht stehen zu bleiben. Klar erkennt man meine (H.P. Baxxter) Stimme wieder, aber alles drum herum ist für Scooter-Verhältnisse irgendwie neu.

Cool: Welche lyrische Parole ist auf diesem Album die Einprägsamste?

Scooter: David doesn´t eat.

Cool: Jetzt bist du, H.P., ja schon weit über 40. Wie schaffst du es, in dieser Szene nach wie vor mitzuhalten?

H.P. Baxxter: Es ist enorm wichtig, dass du Teil der Szene bist und bleibst. Ich kann nicht einfach im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzen und alles an mir vorbeiziehen lassen. Klar muss man da nach wie vor aktiv eintauchen – mit allem, was dazu gehört (grinst).

Rick J. Jordan: Wir machen nur Sachen, die uns anmachen. Du musst in dieser Branche stets hungrig bleiben.

Cool: Wie hält ihr euch jung?

Scooter: In dem wir Spaß haben, an dem, was wir machen. Es gibt kein richtiges oder falsches Alter, um diese Musik zu machen.

H.P. Baxxter: Ich benütze außerdem Feuchtigkeitscreme.

Cool: Nach 17 Jahren gemeinsamer Arbeit hat man sich sicherlich in manchen Momenten ganz schön satt, oder?

Scooter: Wir kennen uns natürlich in- und auswendig. Da ist es wichtig, sich gegenseitig Freiräume zu lassen.

Rick J. Jordan: H.P. hat zum Beispiel sein eigenes Timing, wenn wir wo hinfahren. Deshalb fahren wir auch in zwei statt nur einem Auto (lacht).

Michael Simon: Wir feiern zum Beispiel auch Weihnachten und solche Dinge nicht
zusammen, sondern privat – das ist uns allen wichtig.

Cool: Welche Meinung haben Scooter eigentlich über Popgrößen wie Lady Gaga?

Scooter: Lady Gaga ist eine Stilikone und sie verdient dafür großes Respekt. Wir finden sie toll, frech und eigentlich unglaublich.

Michael Simon: Ich finde zwischendurch alles Mögliche inspirierend. Das können auch mal die Black Eye Peas sein, aber am nächsten Tag dann gleich wieder Rammstein.

Cool: Wie geht´s euch nach all den Jahren mit dem Thema Groupies?

Scooter: Wahnsinn, habt ihr die tausend Mädels vorm Hotel gesehen? (Anmerkung der Redaktion: Außer dem Portier stand niemand vorm Hotel. Auch nicht in der Lobby.)

H.P. Baxxter: Auf After-Show-Partys ist es ganz nett, wenn man sich nicht nur mit dem Pyrotechniker unterhalten kann.

Michael Simon: Sagen wir mal so – wir sind nicht schwul (alle lachen).

Cool: Was war den bislang die verrückteste Aktion, die Fans für euch gemacht haben?

Rick J. Jordan: Vor unserem Studio in einem abgewrackten Hinterhof stehen zwei alte Zapfsäulen einer verlassenden Tankstelle. Wir haben da mal ein Foto gemacht und es Online gestellt. Zwei Fans haben anhand dieser aufgelassenen Tankstelle auf Google Earth unser Studio ausfindig gemacht und uns besucht.

Cool: Abschließend, was wünscht ihr euch für euer neues Album, außer, dass es auf die Eins schießt und dort möglichst lange verweilt?

Scooter: Dass unser Erfolg anhält, auch nach 46 Singles. Das Album ist noch nicht live erprobt. Wir hoffen, dass es ordentlich knallt. Ansonsten haben wir uns keinerlei Grenzen oder Vorhaben gesetzt – für uns ist der Weg das Ziel!

Scooter - David Doesn't Eat

Musikvideo: Scooter - "David Doesn't Eat"