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Trackshittaz

Wir san wieda am Start!

Nach der Song-Contest-Pleite vor zwei Jahren, haben die Trackshittaz eine Pause eingelegt. Lukas Plöchl veröffentlichte seither ein Soloalbum, Manuel "Manix" Hoffelner hat die Zeit unter anderem für eine Weltreise genutzt. Mit seinem neuen, insgesamt vierten Studioalbum "#TS4" kehrt das oberösterreichische Hip-Hop-Duo nun wieder auf die Musikbühne zurück. Wir haben mit den beiden über ihre neue Musik, dicke Mädchen und ihre bisherige Karriere geplaudert.

Cool: Manuel, ich möchte gleich mit dir anfangen. Bei meinem letzten Interview mit Lukas, hat er gemeint, dass du während seiner Solo-Zeit ruhig schon an neuem Trackshittaz-Material arbeiten könntest, weil er da in der Vergangenheit immer mehr gemacht hat als du…

Manuel: Aso, hat er das gesagt? (lacht) Ich habe ein paar Beats gebaut, aber richtig mit Vollgas habe ich jetzt nicht daran gearbeitet.

Cool: Drei von deinen Produktionen haben es schließlich auf das Album geschafft: Ist der Lukas so dominant und lässt dich nicht mehr machen oder waren seine Sachen einfach besser?

Manuel: Ich gehe bei meinen Beats halt gerne in die amerikanische Hip-Hop-Richtung, das macht mir Spaß. Der Luki macht aber schon viel länger Musik und ist da vielseitiger. Mehrere Musikstile zu mischen wie beispielsweise beim "Schuachblattlaboogie", das liegt mir nicht so.

Cool: Lukas, du hast damals auch gemeint, dass dir die Trackshittaz-Pause vielleicht ganz gut täte. Wann habt ihr dann die Entscheidung getroffen, dass es wieder an der Zeit ist?

Lukas: Der Startschuss für das neue Album ist im letzten Juli gefallen. Wir wollten uns erstmals genügend Zeit nehmen und auch Sachen machen und dann für Scheiße empfinden dürfen. Auch mal einen Song drei Wochen liegen lassen und dann schauen, ob es der Shit oder doch nur Dünnschiss ist. Herumprobieren, verändern – vom "Schuachblattlaboogie" gibt’s zum Beispiel fünfzehn verschiedene Versionen.

Cool: Habt ihr das dann immer gemeinsam gemacht oder wie ist die Produktion abgelaufen?

Lukas: Da unser Mitproduzent und ich in Wien wohnen, der Manuel immer noch in Leopoldsschlag und unser Mixer in L.A. haben wir sehr viel via Dropbox gearbeitet. Prinzipiell sind wir eigentlich alle so Hackler, die ihre Sache gerne alleine durchziehen. Jeder weiß was er zu tun hat, das geht dadurch relativ schnell und einfach.

Cool: Eines kann man getrost behaupten, nämlich, dass das neue Album anders als seine Vorgänger klingt. War das von Anfang an euer Plan?

Manuel: Nein, weil Musik kann oder sollte man nicht planen. Wir hauen uns einfach hin und machen was uns Spaß macht. Dass es schlussendlich so facettenreich geworden ist, hat sich eher so ergeben, aber wir haben uns natürlich auch weiterentwickelt.

Cool: Vor allem produktionstechnisch seid ihr vom alten "Drisch, drisch, Oidaah pumpn muas" teilweise weit entfernt.

Manuel: Das ist auch gut so, man kann ja nicht immer das gleiche machen. Wenn jemand unsere alten Sachen haben will, soll er sich unsere alten Platten kaufen. Geschmäcker verändern sich ja auch mit der Zeit.

Cool: Hat sich die Arbeit an deinem Soloalbum eigentlich auch auf die Trackshittaz ausgewirkt?

Lukas: Es hat sich insofern darauf ausgewirkt, als dass ich dadurch wieder richtig Lust gekriegt habe, etwas depperter zu sein. Ich vergleiche das gerne mit Ying und Yang. Der Ying ist der Reflektierende, der sich auch etwas überlegt und der Yang scheißt drauf und macht sie eine Gaudi.

Cool: Lustige, depperte Songs habt ihr diesmal ja wieder einige im Programm. Was würde denn der "Herz von Österreich"-Juror Lukas Plöchl sagen, wenn vor ihm die Trackshittaz mit einem Song wie "Rien Ne Va Plus" (Refrain: I bin fett wia a Floschn Öl) auftreten würden?

Lukas: Der würd‘ eine Flasche Wein auspacken und drauf anstoßen (lacht). Ich glaube, dass ich da ein Problem hätte, weil ich da vorbeeinflusst wäre, weil ich die zwei Typen ziemlich gut kenne (lacht lauter).

Cool: Ihr habt noch so eine Nummer, darin singt ihr: "I nimm heit de Fette". Wie viel Wahrheit steck da dahinter (lacht)?

Lukas: Ähm… (lacht). Wir haben schon auch eigene Erfahrungen in dem Lied verpackt, aber wir beobachten auch andere und…

Manuel: Man muss zwischen den Zeilen lesen, es ist eigentlich ein sozialkritischer Song…

Lukas: … und irgendwie auch ein Denkanstoß für die ganze Menschheit, möchte ich fast sagen. Und so würden wir das gerne stehen lassen (lachen).

Cool: Man kann es sich kaum vorstellen, aber die Veröffentlichung eures Debütalbums liegt gerade einmal drei Jahre zurück. Wie blickt ihr heute darauf zurück?

Lukas: Gefühlt ist das eine Ewigkeit her. Ich höre mir die Platte nach wie vor gerne an, aber ich würde viele Lieder davon heute nicht mehr so machen. Zu dem Zeitpunkt damals hat es aber voll gepasst und es ist interessant zu sehen wie man sich selbst verändert hat, was aber auch gut ist. Wer sagt, dass wir nicht mehr echt seien, der liegt falsch. Wir wären nicht echt wenn wir immer noch denselben Scheiß machen würden.

Cool: Welche Momente haben sich bei euch besonders eingeprägt?

Lukas: Platz eins mit "Oida Taunz!" war natürlich genial und auch dass wir mit dem ersten Album mehrere Wochen die Charts angeführt haben war super.

Manuel: Mir ist vor allem unser Auftritt beim Donauinselfest in Erinnerung geblieben. Wir vor 50.000 Leuten und dann hat die CD gespunnen und wir mussten a capella zu Ende spielen. Rückblickend ist es lustig, aber damals war’s scheiße.

Lukas: Ich hab mir nur gedacht: "Bringt’s mir den Tontechniker!"

Foto: © Robert Maybach