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Tagebuch gelesen

Die Psychotante: Maries (15) Mutter hat Maries Tagebuch gelesen, in dem sie all ihre Sorgen aufschreibt...

Maries (15) Mutter hat Maries Tagebuch gelesen, in dem sie all ihre Sorgen aufschreibt. Die Mutter spricht Marie darauf an. Wie soll Marie darauf reagieren?

Obwohl das Lesen eines Tagesbuches einen großen Vertrauensbruch bedeutet, sollte Marie jetzt nicht unüberlegt reagieren. Ein wütendes Streitgespräch macht die Tat nicht ungeschehen und bringt nur "dicke Luft" und zusätzlichen Kummer für Marie. Besser wäre es, wenn sie versucht herauszufinden, WARUM die Mutter in ihrem Tagebuch gelesen hat. Es gibt Mütter, die einfach nur neugierig sind. In diesem Fall sollte Marie zukünftig ihr Tagebuch besser verstecken oder so tarnen, dass man es nicht als "Tagebuch" erkennt. Die meisten Eltern jedoch, die so einen Vertrauensbruch riskieren, tun das nicht bloß aus Neugier. Oft ist es so, dass sie den Eindruck haben: "Meinem Kind geht’s nicht gut!" Wenn dann die Gesprächsbasis in der Familie nicht gut funktioniert – die Eltern sich nicht trauen, direkt nachzufragen, was los ist oder die Kinder ihnen keine Antworten auf solche Fragen geben – passiert es immer wieder, dass die Erwachsenen die Antworten wo anders suchen. Deswegen wäre es am besten, wenn Sorgen auch in der Familie offen besprochen werden können. Natürlich gibt es Themen, über die Jugendliche nicht unbedingt mit ihren Eltern reden wollen. Trotzdem kann es hilfreich sein, den Eltern zumindest ein Stichwort zu nennen: "Stress mit Freunden/in der Schule..." und dann anzuhängen "Aber ich möchte jetzt nicht darüber reden. Ich hab eh … eine Freundin/einen Onkel/eine Oma/einen Lehrer…die/der mir dabei hilft." Viele Eltern sind damit schon beruhigt.

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