© Theresa Geissinger

Jonas Ems: „Tiere fand ich schon immer schützenswert“

Nach mehreren Deutschrap-Features und Solo-Singles erscheint am 18. März endlich Esther Grafs Debüt-EP „Red Flags“.

Der deutsche Influencer-Star kann nicht nur “Krass Klassenfahrt“, sondern setzt sich auf seinem Hauptkanal seit kurzem auch für Tierschutz ein. Warum und weshalb verrät Jonas bei uns im Interview.

 

Cool: Du hast deinen Hauptkanal mit knapp 3 Mio. Abos mit Beginn des neuen Jahres umgestellt und widmest dich darauf nun ausschließlich dem Thema Tierschutz. Wie ist es dazu gekommen?

Jonas Ems: Ich habe mich mit meinen alten Inhalten nicht mehr richtig identifizieren können. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich schon YouTube Videos drehe, seit ich 13 war. Mittlerweile habe ich 25 Jahre auf dem Buckel und tief in mir drin das Bedürfnis, mal etwas anderes zu machen, mit dem ich vielleicht auch etwas bewegen kann. So bin ich dann auf den „Tierschutz“ gekommen.

Cool: Hast du persönliche Gründe warum dich Tierschutz interessiert?

Jonas: Tiere fand ich schon immer toll, faszinierend und schützenswert. Ich glaube, dass ein großer Teil der Menschen noch gar nicht genau weiß, was alles mit Tierleid verbunden ist. Stichwort: Fellklamotten, Ledertaschen, Milchprodukte, Zoos usw. Ich sehe es als meine Aufgabe, über diese Sachverhalte aufzuklären. Wie die Zuschauer dann damit umgehen, ist natürlich ihnen selbst überlassen.

Cool: Man kennt dich natürlich von „Krass Klassenfahrt“ und eher als einen lustigen Typen. Jetzt bist du plötzlich auch Tierschutz-Aktivist. Fühlst du dich ernst genommen oder gibt’s auch Leute, die meinen, dass du jetzt keine lustigen TikToks mehr machen darfst?

Jonas: Leider ist ein Teil der Gesellschaft wirklich verkopft und mag es nicht, wenn man jemanden nicht direkt in eine einzelne Schublade einsortieren kann. Deswegen haben manche dann schnell die Meinung: „Ernst ODER lustig, aber nicht beides!“ Aber ich werde auf jeden Fall versuchen, das Gegenteil zu beweisen – schließlich gibt es keinen guten Grund, warum beides nicht auf einmal gehen sollte.

Cool: Wie hat deine Community auf deine Tierschutz-Videos reagiert?

Jonas: Sehr positiv! Fast alle konnten den Content-Wandel nachvollziehen und ein Teil von ihnen verfolgt die Videos weiterhin regelmäßig. Das macht mich sehr happy.

Cool: Hat sich für dich persönlich eigentlich auch was geändert, seit du dich mehr mit dem Thema beschäftigst. In deinem Alltag zum Beispiel?

Jonas: Ich habe das Gefühl, dass ich nochmal etwas aufmerksamer durchs Leben gehe und mehr Dinge hinterfrage. Das ist eigentlich eine sehr gute Lebenshaltung. Auf der anderen Seite wird man tagtäglich mit all dem Leid konfrontiert, was gleichzeitig sehr traurig macht.

Cool: Tierschutz und generell Umweltschutz sind mittlerweile ja wieder Jugendthemen, freut dich das?

Jonas: Total! Wenn ich ehrlich bin, habe ich mittlerweile sogar das Gefühl, eher eine „ältere“ Zielgruppe von meinen Inhalten überzeugen zu müssen, die sich in ihren Meinungen schon festgefahren hat. Die meisten jungen Menschen verstehen, in welch großem Klimadesaster wir uns befinden und sind bereit für Kompromisse und neue Wege. „Ältere“ Menschen tun sich durch ihre Gewohnheiten und die jahrelange Routine oftmals schwerer.

Cool: Wie hast du eigentlich die #FridaysforFuture-Bewegung miterlebt?

Jonas: Ich stehe der Bewegung sehr positiv gegenüber. Leider ist es teilweise für mich etwas kompliziert auf die Demos zu gehen, weil so viele junge Menschen dort sind, die mich erkennen (lacht). Dann bilden sich ganz schnell große Trauben und der eigentliche „Zweck“ der Demo rückt irgendwie in den Hintergrund. Dass so viele Menschen – von jung bis alt – sich fürs Klima engagieren, ist aber durchweg positiv zu bewerten.

Cool: Gibt es auch etwas, das dich am Tierschutz nervt?

Jonas: Mich nervt das eben genannte Schubladendenken. Wenn Du „Tierschützer“ bist, MUSST du perfekt sein. So wird man gelabelt. Und das möchte ich ja gar nicht sein – und kann ich auch gar nicht. Auch ich fahre mal mit dem Auto oder fliege mit dem Flugzeug. Viele blicken dann eher aneinander herab und versuchen andere runterzuziehen, anstatt an sich selbst zu arbeiten. Das ist manchmal echt nervenzermürbend und anstrengend.