© Julian Padon | Text: Leo Kulidjanov

Nach Bausa, Loredana und Apache 207: Jetzt Coach Bennet!

Für Coach Bennet scheint es aktuell ziemlich nice zu laufen: Vom führenden Deutschrap-Label Two Sides entdeckt, flowt der 27-Jährige nun im Team von Szenegrößen wie Loredana und Apache 207! Seit März ist seine Debüt-EP „Alive“ draußen, und die Singleauskopplung „Wenn du weinst“ mit Ex-DSDS-Kandidat Ardian Bujupi, erreichte Rang drei der Single-Trend-Charts. Grund genug, um mit dem aufstrebenden Newcomer über seinen steinigen Werdegang, seine Person, und Zukunftspläne zu sprechen.

Für Coach Bennet scheint es aktuell ziemlich nice zu laufen: Vom führenden Deutschrap-Label Two Sides entdeckt, flowt der 27-Jährige nun im Team von Szenegrößen wie Loredana und Apache 207! Seit März ist seine Debüt-EP „Alive“ draußen, und die Singleauskopplung „Wenn du weinst“ mit Ex-DSDS-Kandidat Ardian Bujupi, erreichte Rang drei der Single-Trend-Charts. Grund genug, um mit dem aufstrebenden Newcomer über seinen steinigen Werdegang, seine Person, und Zukunftspläne zu sprechen.

 

Cool: Wenn man deinen Pressetext liest, wird schnell klar, dass du eine krass schwierige Kindheit und Teenagerzeit hinter dir hast: Familiäre Probleme, Schulabbruch mit 15, Psychosen… wie genau hast du dich aus der ganzen Scheiße rausgeboxt?

Coach Bennet: Eigentlich waren es das Tanzen und die Musik, die mich da „rausgeholt“ haben. Es gab damals zwar auch Psychologen, die mit mir Gespräche führten, um meine Vergangenheit aufzuarbeiten, aber leider konnten die mir nicht wirklich weiterhelfen. Ich hab’ dann angefangen mich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen: viel Mucke gehört, Hip-Hop getanzt, als Tanzcoach gleichzeitig Unterricht gegeben. Ja, und im Endeffekt wurde das für mich zum Ventil, um die negativen Seiten meiner Vergangenheit zu bewältigen.

Cool: Gab es bestimmte Personen, die dir in jener Phase unter die Arme gegriffen haben?

Coach Bennet: Auf jeden Fall! Ich habe ja gute Freunde, die ähnliches durchgemacht und sozusagen auch mit sich selbst zu kämpfen hatten. Wir haben uns schon damals supportet, haben viel Zeit miteinander verbracht, was uns allen natürlich innerlich gut getan hat. Zudem war meine Mom auch immer für mich da, hat nie aufgehört an mich zu glauben, und das obwohl, wie gesagt, meine Vergangenheit nicht immer rosig war.

Cool: Neben der Musik, haben Streetdance und Basketball eine große Rolle in deinem Leben gespielt. Gab’s diesbezüglich das ein oder andere Schlüsselerlebnis?

Coach Bennet: Definitiv! Es war gerade jene Zeit wo ich mit diversen Hip-Hop-Tänzern und Basketballspielern eine Crew bildete. Wir haben getanzt, gejammt und gefreestylt. Aus dieser Erfahrung habe ich persönlich sehr viel Positives mitgenommen und wollte das an unseren Nachwuchs weitergeben. Da es in meiner Tanzgruppe auch solche Kids gab, die aus sozial schwachen Familien stammten, habe ich es für diese ehrenamtlich gemacht – also sie konnten bei mir völlig kostenlos mittrainieren. Ich habe mich sogar mit dem Bürgermeister getroffen und ausverhandelt, dass wir die entsprechenden Räumlichkeiten für unser Training zu Verfügung gestellt bekommen. Rückblickend war es eine sehr prägende Lebenserfahrung, um eben den Kids, die teilweise ähnliches wie ich durchgemacht haben, auch was Gutes mitzugeben. Und so bin ich ja auch zu meinem Künstlernamen „Coach“ gekommen.

Cool: Du bist ’95 Jahrgang, somit gehörst du wahrscheinlich zur „Generation Aggro“?

Coach Bennet: Dem würde ich nicht widersprechen (lacht). Bei mir ging es rapmäßig los, als 2012 Sidos Biopic „Blutzbrüdaz“ rauskam. Deshalb war für mich Sido immer einer der Krassesten, an dem ich mich auch künstlerisch orientiert habe – und parallel kamen aus den USA Tyga, Fifty, Usher usw., die meinen jetzigen Style sehr beeinflusst haben.

Cool: Stichwort: Style. Du bist offenbar ein riesiger Tattoo-Fan…

Coach Bennet: Mein erstes Tattoo habe ich mir gleich am 18. Geburtstag während eines Türkei-Urlaubs stechen lassen. Mit der Zeit sind natürlich alle möglichen Dinge in meinem Leben passiert, die ich unter der Haut verewigt habe. Einerseits macht man sich Tattoos, um aufzufallen bzw. ein Statement zu setzen – gleichzeitig ist es quasi ein Tagebuch.

Cool: Wie wurdest du von Two Sides entdeckt?

Coach Bennet: Zu Beginn hab’ ich einiges auf Insta gedroppt, und es ist extrem viral gegangen. Als nächstes kam YouTube, und so wurde Two Sides auf mich aufmerksam. Ich reiste nach Berlin, lernte Bausa und sein Team kennen, und es entstand ein echt cooler Vibe – sowohl musikalisch wie auch persönlich.

Cool: Wie ist dein aktuelles Verhältnis zur Szene? – mit welchen Rap-Kollegen bist du down, mit welchen weniger?

Coach Bennet: Aus unserer Crew sind es vor allem Bausa und Loredana, mit denen ich mich super verstehe! Aber wenn wir in Berlin gemeinsam auf Partys gehen, bei Studio-Sessions Rapper aus anderen Camps kennenlernen, dann merkt man, dass sich eine sehr große Solidarität in der Deutschrap-Szene entwickelt hat. Klar, Beef-Geschichten werden immer wieder im Game passieren, aber ich versuche dem bewusst aus’m Weg zu gehen!

Cool: An welchen Projekten arbeitest du zur Zeit?

Coach Bennet: Gleich nach der EP, hab’ ich mich an mein Soloalbum gesetzt. Ich kann aktuell nicht so viel verraten, außer, dass es bei den Features die ein oder andere Überraschung geben wird.

Cool: Es gibt das Gerücht, dass z.B. ein gemeinsamer Track mit Badmómzjay geplant ist.

Coach Bennet: Ich und Jordy sind uns zwar bisher nur einmal bei Jumpa (Anmerk.: ihr gemeinsamer Produzent) im Studio über den Weg gelaufen, aber so richtig kennenglernt haben wir uns bis jetzt noch nicht. Was ein Feature mit ihr anbelangt, wäre ich keineswegs abgeneigt.

Cool: Was wünschst du dir für deine Zukunft, und was erwartest du vom Leben?

Coach Bennet: Mein erklärtes Ziel ist es, an mir selbst zu arbeiten und irgendwann zu den hiesigen Rapstars zu gehören. Ich hab’ derzeit zwar 80.000 Tausend Fans auf Insta, aber in Deutschland leben 83 Millionen Menschen, dazu noch 9 Millionen bei euch in Österreich, also insofern ist definitiv noch Luft nach oben (lacht).