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Chabos: Von TIKTOK in die 2000er mit @wifiloo_m und @mahaximilian

Seit Ende August gibt’s das Y2K-Comedy-Drama und ZDFneoriginal „Chabos“ zum Streamen. Wir haben die beiden Darsteller und TikTok-Stars Lea Pietsch und Maximilian Raffelt exklusiv im Interview.

Seit Ende August gibt’s das Y2K-Comedy-Drama und ZDFneoriginal „Chabos“ zum Streamen. Wir haben die beiden Darsteller und TikTok-Stars Lea Pietsch und Maximilian Raffelt exklusiv im Interview.

 

Cool: Lea, du bist erfolgreiche Influencerin, TikTokerin, hast als Sängerin Singles releast, bist Pro-Cheerleaderin und spielst jetzt in einer Serie mit… gibt es etwas, das du nicht kannst?

Lea Pietsch: Auf jeden Fall! Auch wenn ich viele verschiedene Dinge mache, heißt das nicht, dass ich in allem perfekt bin, und das will ich auch gar nicht sein. Ich liebe es einfach, mich immer wieder neu auszuprobieren, aus meiner Komfortzone rauszugehen und mich von neuen Themen begeistern zu lassen. Aber klar, es gibt Dinge, die mir schwerfallen, zum Beispiel Spontanität. Ich mag Struktur und einen gewissen Plan. Wenn meine Wohnung mal im kreativen Chaos versinkt oder meine To-do-Liste nicht aufgeht, lasse ich mich schnell stressen.

Cool: „Chabos“ ist euer erstes Schauspiel-Engagement. Wie ist es dazu gekommen?

Maximilian Raffelt: Ich muss gestehen, es gab früher schon Möglichkeiten, aber ich glaube, ich war einfach noch nicht bereit. Letztes Jahr kam dann alles auf einmal: eine frische Trennung, ein Umzug und ein Jobwechsel. Und genau in dieser turbulenten Zeit kam diese Anfrage. Da dachte ich mir nur: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Lea: Die Castingagentur ist tatsächlich auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich Lust hätte, beim E-Casting mitzumachen. Ich war direkt total neugierig und Schauspielerei war schon immer so ein kleiner Traum von mir. Und dann ging alles irgendwie superschnell und ich war plötzlich Teil des Casts. Es war einfach eine wahnsinnig schöne Erfahrung und ich hätte nicht gedacht, wie sehr mir das alles Spaß machen würde.

Cool: Max, die Medien gaben dir schon vor Jahren den Beinamen „TikTok-Schauspieler“. Wie war es nun, vor einer echten Filmkamera zu drehen?

Max: Das ist ein riesiger Unterschied. Vorm Handy zählt nur deine Meinung – du kannst Szenen hundertmal neu drehen, alles selbst bestimmen. Am Set ist das anders: Da gibt’s einen Regisseur, ein Team, feste Abläufe. Für mich war das extrem aufregend, aber auch herausfordernd. Ich kämpfe mit vielen Ängsten, diese waren ehrlich gesagt meine größte Hürde. Gleichzeitig war es aber auch das erste Mal, dass ich mir vorstellen konnte, einen Job mein Leben lang zu machen.

Cool: Lasst uns ein bisschen über die 2000er plaudern. Lea, du wurdest 2001 geboren, Max 2000, in „Chabos“ spielt ihr Teenager im Jahr 2006. Gab es bei den Dreharbeiten etwas, das euch an eure Kindheit erinnert hat?

Lea: Voll! Meine Mom hat mir zwar keine Miniröcke oder bauchfreien Tops angezogen (lacht), aber Schlaghosen hatte ich auf jeden Fall auch an. Die ganze Ästhetik, die Musik, die Mode – das hat schon Erinnerungen geweckt. Und es war richtig cool, nochmal in diese Zeit einzutauchen und quasi so zu tun, als wäre ich damals selbst Teenie gewesen.

Max: Um ehrlich zu sein, erinnere ich mich nur ungern an die Zeit zurück – war nicht leicht für mich damals. Aber als ich am Set diese Kickboards gesehen hab, hat’s direkt was in mir ausgelöst. Die fand ich damals richtig geil!

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Cool: Generationen oder Zeiten miteinander zu vergleichen ist schwierig, aber was fandet ihr an den früher 00er Jahren cool oder uncool und worüber seid ihr der heutigen Zeit dankbar?

Max: Ich glaube, der persönliche Kontakt war stärker. Wenn ich meinen Kumpel sehen wollte, bin ich einfach zehn Häuser weitergeradelt und hab geklingelt. Heute schreibt man sich in der „Fortnite“-Lobby. Und früher sind wir auch nicht schon als Kinder diesen krassen Schönheitsidealen hinterhergelaufen, die einem heute auf Social Media ständig begegnen. Was ich an der heutigen Zeit besonders schätze: Social Media gibt Randgruppen und Minderheiten eine Stimme. Diese Sichtbarkeit fördert Aufklärung, Verständnis – und letztlich auch mehr Akzeptanz.

Lea: Ich finde, die 2000er hatten so viele ikonische Looks, von Baggyhosen bis zu Schlagjeans und auffälligem Make-up. Ich liebe diesen Stil total. Gleichzeitig bin ich aber auch froh, dass wir heute andere Möglichkeiten haben, gerade was Selbstverwirklichung angeht. Social Media gibt uns einfach eine Plattform, kreativ zu sein und Menschen zu erreichen. Das wäre früher so nicht möglich gewesen. Also, ich finde beides spannend, aber bin sehr dankbar für die Zeit, in der ich heute lebe. Aber ich bin auch sehr dankbar, noch eine Kindheit ohne Smartphone gehabt zu haben!

Cool: Lea, du hast die Mode bereits angesprochen. In den letzten Jahren kamen viele Y2K-Trends zurück. Was sind eure Favs und No-Gos?

Lea: Low-Rise-Jeans trag ich super gern und auch dieser große Statement-Schmuck von früher hat’s mir total angetan. Was ich persönlich aber gar nicht feier und definitiv kein Comeback braucht: diese ultradünnen Augenbrauen, das war wirklich ein Trend, auf den ich für immer verzichten kann (lacht).

Max: Baggyhosen sind der Shit – liebe ich, trage ich auch selbst! Aber es gab mal eine Phase, da hing die Hose wirklich so tief, dass man den halben Po gesehen hat… heute finde ich das eher cringe (lacht).

Cool: Was durftet oder musstet ihr in „Chabos“ tragen?

Lea: Also, ich hab meine Outfits total gefeiert! Es war auch immer spannend, zu sehen, was die anderen Charaktere anhatten. Besonders die kurzen Röcke mit den dicken Hüftgürteln fand ich richtig cool. Und mein Look bei der Geburtstagsparty in der Serie war auch ein Highlight: Ich hatte eine Glitzer-Schlaghose an, die ich wirklich geliebt hab. Das Einzige, was echt anstrengend war, war meine Frisur. Die sah zwar super aus, aber wir saßen jedes Mal über eine Stunde in der Maske, um sie jeden Tag gleich aussehen zu lassen, und nach langen Drehtagen hat das an der Kopfhaut schon richtig wehgetan.

Cool: 2006 gab es noch keine Influencer. TikTok-Star war noch kein Berufswunsch (lacht). Was, denkt ihr, wärt ihr damals geworden?

Lea: Ich wollte als Kind unbedingt Tierärztin werden. Aber ich glaube, irgendwas Kreatives hätte mich trotzdem gereizt. Ich hab schon als Teenie gerne fotografiert, und so hat bei mir auch alles mit Social Media angefangen. Vielleicht hätte ich also auch was mit Film oder Kamera gemacht – oder was Naturwissenschaftliches, wer weiß?

Max: Puh, schwierige Frage. Ich hab Fußball geliebt – vielleicht wäre ich ja Profi geworden (lacht).

Cool: Songs von 2006 gelten heute bereits als Oldies (lacht). Was sind eure 00er-Hits?

Max: „Sick and Tired“ von Anastacia und „Hot n Cold“ von Katy Perry. OMG, die muss ich mir direkt mal wieder anhören!

Lea: Super schwer zu sagen, da gibt es so viele! Ich liebe es heute noch, mir in meinen Gym-Sessions eine 2000er-Playlist auf die Ohren zu ballern (lacht). Aber wenn ich mich entscheiden müsste: „Hips Don’t Lie“ von Shakira und „Unwritten“ von Natasha Bedingfield – ein Klassiker, der immer geht.

Cool: Warum sollte man bei „Chabos“ unbedingt reinschauen?

Max: Die Serie ist einfach super lustig, aber sie zeigt auch die Schattenseiten dieser Jahre. Genau diese Mischung macht sie relatable, auch für die heutige Generation. Und mal ehrlich: 2006 WM im eigenen Land, heimlich Filme streamen – muss ich mehr sagen?

Lea: Weil „Chabos“ so viel vereint: Es ist witzig, dramatisch, laut, ehrlich und gleichzeitig total echt. Die Charaktere sind super nahbar, die Geschichten haben Tiefgang und man merkt einfach, dass da ganz viel Herz drinsteckt. Was ich auch besonders cool finde, ist dieser ständige Wechsel zwischen der Vergangenheit und dem Heute – das macht die Story nochmal viel spannender und bringt eine ganz besondere Dynamik rein. Und natürlich: Die 2000er-Vibes sind einfach on point! Es macht richtig Spaß, nochmal in diese Welt einzutauchen.