Mit Undressed“ und „Back To Friends” gelang Sombr der große Durchbruch – die beiden Songs zählen zu DEN Hits des Jahres und der gerade mal 20-jährige New Yorker zu den gefragtesten Newcomern der Popwelt. Bei uns erfahrt ihr, wie Sombr mit dem Erfolg umgeht und was ihn inspiriert.
… über Touring und Live-Shows
Ganz ehrlich: Ich würde sogar dafür bezahlen, um auf Tour gehen zu können. Es ist fast wie eine Droge. Ich liebe es, jeden Tag neue Leute in neuen Ländern kennenzulernen, und ich bin echt froh, dass mir meine Songs genau das ermöglichen. Das Tour-Life ist genau das, was ich noch lange machen will. Es ist einfach das Beste, was man als Künstler erleben kann. Wenn du selbst Musiker bist, kann ich dir nur raten, auch auf Tour zu gehen. Diese Connection zu deinen Fans oder auch zu fremden Leuten, die sich einfach nur deine Songs anhören wollen, ist unbeschreiblich. Ich bin unglaublich dankbar, Shows spielen zu dürfen – egal ob in großen Hallen oder im kleinsten Club in der Stadt. Aber klar hat Touring auch ihre Schattenseiten: Manchmal ist es einsam, man schläft jede Nacht in einem anderen Hotelzimmer, in einem anderen Bett. Aber diese eine Stunde auf der Bühne – das ist die beste Stunde deines Lebens.
… über sein Songwriting
Ich hab eine recht eigene Beziehung zum Schreiben. Es ist definitiv etwas, das ich in erster Linie für mich selbst mache – auch wenn es mein Job ist. Ich hab gar keine andere Wahl, ich muss schreiben, es ist meine Therapie, mein Ventil, um alles rauszulassen. Während meiner Tour habe ich mich mal drei Wochen dazu gezwungen, nicht zu schreiben, und ich habe jeden Tag gelitten. Ich schreibe auch immer alleine. Als ich meinen ersten Plattenvertrag unterschrieben habe, wollte mich mein Label mit anderen Songwritern zusammenbringen. Sie haben’s ein paarmal versucht, aber jedes Mal, wenn ich mit jemand anderem im Studio war, konnte ich nicht wirklich verletzlich sein. Ich verstehe total, dass das für viele Künstler funktioniert, aber für mich läuft’s am besten, wenn ich allein bin, weil meine Musik so persönlich ist – alles andere wäre einfach nicht echt. Niemand darf was hören, bis es komplett fertig ist.
… über seine musikalischen Einflüsse
Das ist bei mir sehr breit gefächert. Ich war vermutlich eines der wenigen Kinder in New York, das Broadway-Musicals wie „Dear Evan Hansen“ genauso gefeiert hat wie Lil Peep und Pop Smoke. Mein absolutes Lieblingsalbum ist Jeff Buckleys „Grace“. Ich höre diese Platte seit ich lebe. Mein Dad hat sie ständig zu Hause laufen lassen und ehrlich gesagt war sie mir damals ziemlich egal, aber ich bin an und mit ihr gewachsen. Aber ich liebe auch Radiohead, die Stones, The Beatles, The Verve, Oasis, Stevie Wonder, Prince, Michael Jackson, Bob Dylan, Phoebe Bridgers, Rihanna… keiner hat solche Melodien wie sie. „Loveeeeee Song” ist mein Lieblingslied von ihr. Es gibt vieles, das mich inspiriert, das hört man auch an meiner Musik. Einige sagen, es ist Rock, andere nennen es Pop, aber für mich ist es einfach Sombr.
… über das Berühmtsein
Ich bin unglaublich dankbar, dass die Leute wissen, wer ich bin und dass meine Musik so viele Menschen berührt. Ich wollte das, ich hab mir dieses Leben ausgesucht. Wenn man sich dafür entscheidet, entscheidet man sich automatisch auch für den Fame. An das Erkanntwerden hab ich mich zwar noch nicht wirklich gewöhnt, und ja, manchmal kann mein Life auch ziemlich einsam sein. Es ist auch verrückt, wenn plötzlich Tausende von Menschen kommentieren, dass sie dich lieben – oder dich hassen. Beides ist auf Dauer nicht gesund. Aber ich will mich nicht beschweren. Viele Künstler würden töten für das, was ich habe. Ich finde es deshalb immer etwas komisch, wenn sich Popstars über den Ruhm und seine Schattenseiten aufregen. Ich sehe es so: Ganz egal, welchen Job du machst, jeder Beruf hat seine Nachteile.
Am 18. Februar 2026 kommt Sombr für ein Konzert nach Österreich in den Wiener Gasometer.

