Warum riecht‘s da unten manchmal komisch? Zuerst mal was ganz Wichtiges: Euer Körper ist nicht „falsch“, nur weil er riecht. Jeder Körper hat einen Eigengeruch, das ist einfach so – Schweiß, Erregung, natürliche Bakterien gehören dazu. Aber es gibt einen Unterschied zwischen „riecht halt nach Mensch“ und „da stimmt gerade was nicht“. Diesen zu kennen, macht vieles leichter, auch wenn’s kurz unangenehm sein kann.
Schweißgeruch:
Ganz normal, besonders in der Leistengegend, da sitzen nämlich viele Schweißdrüsen. Das geht im Normalfall beim Duschen weg. Also, kein Grund zur Sorge, außer er ist plötzlich viel intensiver als sonst.
Süßlich-hefiger Geruch:
Oft ein Zeichen für eine Pilzinfektion. Kein Grund zur Panik, das ist sehr verbreitet und gut behandelbar. Wichtig: Am besten ärztlich abklären lassen, statt selbst herumzudoktern.
Ungewöhnlicher „fauliger“ Geruch:
Kann auf eine Infektion oder sexuell übertragbare Krankheit hinweisen. Das klingt erst mal beunruhigend, aber je früher man‘s abklären lässt, desto unkomplizierter die Behandlung. Da muss sich niemand schuldig fühlen.
Fischiger oder starker Geruch bei der Vagina:
Kann ein Hinweis auf eine bakterielle Vaginose sein – eine Verschiebung der natürlichen Bakterienflora. Super häufig, kein Grund sich zu schämen, aber es gehört zur Frauenärztin und nicht ignoriert.
Starker Geruch beim Penis:
Meist einfach eine Ansammlung von Körperflüssigkeiten unter der Vorhaut, die etwas gründlichere Reinigung braucht. Wenn es zu Rötungen oder Juckreiz kommt, lohnt sich ein Besuch beim Urologen.
Die Faustregel
Ein bisschen Eigengeruch ist einfach menschlich. Ein plötzlicher, starker oder „fauliger“ Geruch, der neu ist oder mit Jucken, Brennen oder Ausfluss kommt, gehört abgeklärt – von einer Ärztin, nicht von Dr. Google oder der TikTok-Search.
Wie sag ich‘s meinem Partner/meiner Partnerin, ohne dass es peinlich wird?
Das ist der Teil, vor dem sich fast alle am meisten fürchten – verständlich, es fühlt sich verletzlich an. Ein paar Dinge, die helfen können:
- DEN RICHTIGEN MOMENT WÄHLEN:
Nicht mitten beim Sex, nicht direkt danach. Ein ruhiger Moment, in dem ihr eh schon im Gespräch seid. - ICH-BOTSCHAFTEN STATT VORWÜRFE:
„Mir ist aufgefallen, dass…“ statt „Du riechst…“. Das nimmt dem Ganzen die Schärfe. - SACHLICH UND LIEBEVOLL BLEIBEN:
Es geht um Gesundheit, nicht um Bewertung. „Ich glaub, das könnte was Hormonelles oder eine Infektion sein – schau‘s dir doch mal an“ klingt fürsorglich statt verletzend. - DIE EIGENE UNSICHERHEIT ZEIGEN:
„Mir ist es unangenehm, das anzusprechen, aber du bist mir wichtiger als dieses unangenehme Gefühl“ – das nimmt Druck aus dem Gespräch raus. - GEMEINSAM NACH VORNE SCHAUEN:
Bietet an, zusammen drüber nachzudenken – Arztbesuch, Ernährung, Hygieneroutine – statt es einfach nur anzusprechen und dann allein zu lassen.
Und ganz wichtig, falls es umgekehrt läuft: Wenn jemand das bei dir anspricht, ist das kein Angriff, sondern ein Zeichen von Fürsorge. Auch wenn‘s im ersten Moment unangenehm ist, die Person schaut hin, weil sie sich um dich sorgt.
