Endlich hat das Warten ein Ende! Der Eurovision Song Contest steht vor der Tür – und mit dabei: „Vienna Calling“-Sieger COSMÓ, der Österreich als Host Country mit seinem „Tanzschein“ vertreten wird. Wir haben ihn vor dem Mega-Spektakel in der Wiener Stadthalle noch zum großen COOL-Interview gebeten.
Cool: Du hast Ende Februar den nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest gewonnen. Was bedeutet es für dich, Österreich beim ESC zu vertreten?
COSMÓ: Es ist auf jeden Fall eine große Verantwortung, vor allem auch als Host Country. Aber es ist mir auch eine große Ehre und ich finde das so toll, dass der Song Contest heuer bei uns in Österreich stattfindet. Ich freue mich sehr, besser kann‘s nicht sein!
Cool: Worum geht‘s in deinem Song „Tanzschein“ und wie ist der entstanden?
COSMÓ: Als ich das erste Mal mit Freunden in Wien fort war, hatte ich ziemlich hohe Erwartungen – dass die Leute richtig extravagant gekleidet sind, jeder am Abdancen und so. Aber es war dann eher eine sehr disappointing experience. Jeder ist nur herumgestanden, alle schwarz gekleidet, und ich fand das irgendwie schade. Ich mein, gibt es denn einen besseren Ort als einen Club, um mal loszulassen und das Leben wirklich zu feiern? Da habe ich mir gedacht, dass es doch ganz lustig wäre, wenn ein Türsteher wirklich nur die Leute reinlässt, die auch wirklich tanzen möchten – und das eben mit einem Tanzschein.
Cool: Wie bist du auf den „Tanzschein“-Tanz gekommen?
COSMÓ: Der Tanz war eine sehr spontane Idee an einem Samstagabend. Ich habe mir gedacht, dass es doch ganz cool wäre, wenn wir was auf der Bühne gemeinsam tanzen, vielleicht auch für Social Media, etwas, das man nachmachen kann. Mittlerweile sehe ich Schulklassen, Teams von Krankenhäusern und viele mehr, die das alle gemeinsam machen – das ist so arg! Aber ich finds auch richtig cool, weil genau darum geht‘s mir: Ich möchte die Menschen mit dem Song und dem Tanz zusammenbringen!
Cool: Das Nachtleben hat sich stark verändert, vor allem seit der Corona-Pandemie. Was würde deiner Meinung nach junge Leute wieder zum Fortgehen motivieren?
COSMÓ: Ich glaube, ein bisschen weniger Social Media und weniger Handy. Das beeinflusst uns enorm! Wenn wir in einen Club gehen, wird man gleich mal irgendwo gefilmt und dann möchte man natürlich nicht blöd ausschauen in einer Story. Ich denke, wenn die Handys mal weg sind, dann sind wir wirklich real! Dann kann jeder und jede so sein, wie er oder sie sein möchte. Ich finde, dass wir heutzutage durch Social Media irgendwie das Gefühl haben, ein Bild erfüllen zu müssen. Aber gerade in der Jugend ist es doch wichtig, sich auszuprobieren. Ich hatte letztes Jahr auch so eine ganz starke Selbstfindungsphase, in der ich nicht wusste, wer ich wirklich bin und wie ich hier überhaupt reinpasse. Genau dafür sollte ein Club eben da sein – und auch, um das Leben zu feiern. Es passiert so viel Blödsinn in der Welt heutzutage und da brauchen wir auch mal eine Pause, um abzuschalten.
Cool: Bist du der volle Partytiger oder eher gemütlich unterwegs?
COSMÓ: Ich gehe schon gerne fort, vor allem dann, wenn es etwas zu feiern gibt – und beim ESC gibt es immer was zu feiern (lacht). Aber weil eben meine Club experiences sonst eher bescheiden waren, bin ich mehr Fan vom Vorglühen. Meistens waren es dann die spontanen Abende, wo man nicht viel erwartet hat, und plötzlich ist man um 3 Uhr morgens noch in so einem kleineren Club. Diese Clubs finde ich auch viel cooler, weil das viel familiärer ist und die energy ist auch viel krasser.
Cool: Wie bist du privat? Was würde man von dir nicht erwarten, wenn man dich nur von der Bühne kennt?
COSMÓ: Den Stern, den trage ich nicht im Alltag (lacht). Ansonsten bin ich eigentlich wie COSMÓ, nur ein bisschen schüchterner und introvertierter. Aber basically haben wir die gleichen Werte und glauben an die gleichen Sachen. COSMÓ ist für mich mehr so die Möglichkeit, ganz loszulassen und vor allem auf der Bühne so richtig die Sau rauszulassen! Das ist dann auch eine schöne Trennung zwischen dem Leben auf der Bühne mit Interviews, Autogrammen und Fans und dem privaten Leben mit Familie, Freunden und Studium. Das fühlt sich auch mental sehr gut an.
Cool: Wie sind COSMÓ und sein blauer Stern entstanden?
COSMÓ: Ich habe früher Songs immer auf Englisch geschrieben, bin aber irgendwie nicht weitergekommen und habe mich dann letztes Jahr dazu entschieden, auf Deutsch umzusteigen. Einer der ersten Songs war dann „Tanzschein“ – da habe ich gemerkt: So was habe ich noch nie gemacht, das ist was ganz anderes. Da kann ich nochmal von neu anfangen, mit einem clean canvas und neuer Künstler-Persona. Dann kam COSMÓ – das steht für Cosmopolitan, also weltoffen. Das spielt auch ein bisschen auf meine Herkunft an. Ich bin in Budapest geboren und dann mit zwei Jahren ins Burgenland gekommen und in Österreich aufgewachsen. Meine Mama ist aus Ungarn, mein Papa aber Deutscher. So hatte ich sehr viele Einflüsse, und COSMÓ ist diese Einstellung, über Grenzen hinauszudenken. Und dann dachte ich mir noch: COSMÓ braucht noch so ein Ding, das ihn auszeichnet! Ich dachte, dass ein Stern cool ausschauen würde und Blau ist meine Lieblingsfarbe. So ist das dann entstanden.
Cool: Wie sehen die Vorbereitungen bis zum ESC aus?
COSMÓ: Jetzt im Mai ist eine sehr heiße Phase! Ein bisschen können wir noch proben, bevor es in die Stadthalle geht, und das ist auch super wichtig, weil eigentlich davor schon alles sitzen muss. Da ist nach dem Vorentscheid schon vieles festgelegt worden. Vor Ort geht es dann nur mehr um Feinheiten, beispielsweise die passenden Kameraeinstellungen. JJ hat mir gesagt, dass es auch Last-Minute-Changes geben kann. Darauf muss ich mich auch mental einstellen. Und generell einen kühlen Kopf bewahren, weil auf der Bühne hat man nur 20 Minuten, da läuft ein Timer, und dann musst du wieder weg. Da sind sie super streng und super organisiert! Ich werde schauen, dass ich immer fokussiert bleibe, und dann wird das richtig, richtig geil!
Cool: Kannst du uns schon verraten, wie dein Auftritt aussehen wird?
COSMÓ: Wir nehmen auf jeden Fall Elemente vom Auftritt bei „Vienna Calling“ mit, da habe ich schon sehr viele positive Kommentare bekommen. Da wirds einige Wiedererkennungsmerkmale geben, aber auch Überraschungen. Wir nutzen auf jeden Fall die große Bühne, das wird eine fette Show!
Cool: Was ist dein Ziel beim ESC?
COSMÓ: Also ich möchte natürlich gewinnen, das ist auf jeden Fall ein Wunsch! Aber mir geht es noch viel mehr darum, dass wir alle gemeinsam tanzen in der Stadthalle. Wenn ich das von der Bühne aus sehe, werde ich so viel Gänsehaut verspüren – und vielleicht auch ein paar Freudentränen! Und die anderen Teilnehmenden haben auch ihre eigenen Tänze, also da werden wir auf jeden Fall viel tanzen im Greenroom.
Cool: Was kommt nach dem ESC? Was werden wir von dir – buchstäblich – hören?
COSMÓ: Leute, wir gehen auf Tour! Ich meine, wie geil ist das denn?! Ich spiele wieder mit meiner Band, es wird Konzerte geben und es kommt neue Musik, die schon länger in der Schublade steckt. Es wird deutschsprachig bleiben, es wird bei COSMÓ bleiben. Ich bin so froh über alles, was nach dem ESC kommt. Aber ich muss die Vorfreude noch ein bisschen in Grenzen halten. Voller Fokus ist jetzt mal beim ESC.
