© John Wilson/Netflix

Millie Bobby Brown braucht keinen Prinzen

Im neuen Netflix-Märchen „Damsel“ landet Millie Bobby Brown in der Höhle eines feuerspeienden Drachens und kämpft als taffe Prinzessin ums Überleben. Bei uns spricht der „Stranger Things“-Star über das Fantasy-Abenteuer und die Dreharbeiten.

Im neuen Netflix-Märchen „Damsel“ landet Millie Bobby Brown in der Höhle eines feuerspeienden Drachens und kämpft als taffe Prinzessin ums Überleben. Bei uns spricht der „Stranger Things“-Star über das Fantasy-Abenteuer und die Dreharbeiten.

 

Was hat dich an dieser Rolle und dem ganzen Film besonders gereizt?

Millie Bobby Brown: Die Challenge. Als ich das Skript las, dachte ich: „Wow, ich habe noch nie etwas gemacht, bei dem ich dermaßen auf mich alleine gestellt war.“ Bei meinen bisherigen Rollen konnte ich mich immer auf andere verlassen. Bei „Stranger Things“ habe ich großartige Kollegen, bei „Enola Holmes“ konnte ich auf Henry Cavill oder Louis Partridge zählen. Aber bei „Damsel“ stand ich allein da. Ich musste jeden Tag hundert Prozent geben – das hat mich zuerst gereizt. Außerdem fand ich die Rolle einfach wahnsinnig kraftvoll. Elodie entwickelt sich im Laufe des Films zu einer Frau, von der sie nicht wusste, dass sie sie werden könnte. Und ich denke, das ist eine Geschichte, mit der sich viele Frauen und Mädchen identifizieren können.

Stellt „Damsel“ das übliche Märchenklischee der zu rettenden Prinzessin auf den Kopf?

Millie: Das ist das Schöne an diesem Film. Elodie ist eine Prinzessin in Not, die sich selbst rettet. Das ist so anders, als man es erwartet. Man denkt immer, der Prinz wird auftauchen und sie retten, aber das passiert nicht. Was lernen wir daraus? Man sollte nicht auf den Prinzen warten! (lacht) Nachdem alle Männer in Elodies Leben sie im Stich lassen, wird sie zu ihrer eigenen Heldin. Sie kämpft und zeigt, dass sie mehr kann, als sie selbst gedacht hat.

Wie viel Millie steckt in Elodie?

Millie: Ich wollte so authentisch wie möglich sein. Ich wollte nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern tief in die Rolle eintauchen. Allerdings hatte ich für den größten Teil des Films ja keine Schauspielkollegen, mit denen ich spielen konnte, sondern war alleine vor der Kamera. Deshalb habe ich schon viele persönliche Erfahrungen genutzt, um Elodie darzustellen.

Hast du dich von anderen
Heldinnen aus verschiedenen Filmen oder Genres inspirieren lassen?

Millie: Diese Geschichte ist so einzigartig, dass das gar nicht ging. Bei Eleven hatte ich mich immer ein bisschen an „Mad Max“ orientiert, bei Enola hatte ich Hermine aus „Harry Potter“ im Hinterkopf. Aber für Elodie gab es einfach keine vergleichbaren Charaktere, also musste ich sie komplett neu erschaffen. Das war eine ziemliche Herausforderung, immerhin bin ich selbst erst 19 Jahre jung und weiß noch nicht mal so genau wer ich als Person – also als Millie – bin (lacht). Deswegen war es spannend, zu erleben, wie sich Elodie im Laufe der Dreharbeiten entwickelte.

Wie war es, in den Höhlen zu drehen?

Millie: Die Höhlen waren wirklich beeindruckend und haben eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Es war zwar nicht immer angenehm, in ihnen zu drehen, aber das hat perfekt zur Geschichte gepasst. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich wirklich dort. Wir haben in umgebauten Lagerhallen in London gedreht. Alles fühlte sich so real an, es gab keinen Greenscreen. Es war schwer durch sie zu rennen, in ihnen hinzufallen oder in ihnen zu schreien. Man konnte nichts sehen und zudem bin ich auch noch ein bisschen klaustrophobisch. Also, ich liebte die Höhlen als Schauspielerin, aber hasste sie als Elodie (lacht).

Was war die schlimmste und was die schönste Erfahrung am „Damsel“-Dreh?

Millie: Kleider aus dieser Zeit sind das Schlimmste überhaupt. Ein Korsett und dann 17 Schichten darüber, man fühlt sich so eingeschränkt. Ich konnte mich nicht bewegen! Ich glaube, das ist sogar, was die Gesellschaft damals wollte: dass Frauen sich eingeschränkt und nutzlos fühlen. Das war wirklich schlimm. Das Schönste war, zu sehen, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann. Auch wenn es anstrengend war, habe ich jeden Tag mein Bestes gegeben und das hat sich am Ende ausgezahlt. Es war eine großartige Erfahrung und hat mich als Schauspielerin und als Mensch weitergebracht.