© Robert Winter

Ray Dalton: Der Soulman aus Seattle

Ihr kennt seine Stimme von Hits wie „Can‘t Hold Us“ (mit Macklemore & Ryan Lewis), „Call It Love“ (mit Felix Jaehn) oder „Manila“ (mit Alvaro Soler). Zum Release seiner neuen Single „All We Got“ haben wir US-Sänger Ray Dalton zum exklusiven Interview gebeten.

Ihr kennt seine Stimme von Hits wie „Can‘t Hold Us“ (mit Macklemore & Ryan Lewis), „Call It Love“ (mit Felix Jaehn) oder „Manila“ (mit Alvaro Soler). Zum Release seiner neuen Single „All We Got“ haben wir US-Sänger Ray Dalton zum exklusiven Interview gebeten.

 

Cool: Du hast mit „All We Got“ vor kurzem eine neue Single veröffentlicht. Inhaltlich geht es mal wieder um die Liebe wie auch in vielen anderen deiner Songs. Warum ist das bei dir so ein essenzielles Thema?

Ray Dalton: Ich bin mir nicht sicher, ob alle meine Lieder von Liebe handeln, aber ich schreibe unheimlich gerne Songs darüber, das Leben zu feiern, zu zelebrieren und an sich selbst zu glauben – was aus meiner Sicht, auch eine Form von Liebe ist. Ich glaube, dass Musik uns helfen kann, Dinge zu verarbeiten. Songs können Handwerkszeug sein, um nach schwierigen Zeiten wieder aufzustehen, die guten Momente zu feiern oder einfach neue Energie zu tanken. Natürlich möchte man mit seinen Songs immer das Maximale erreichen, aber am Ende geht es mir mit „All We Got“ wie mit allen Releases: Je mehr Herzen ich berühre, desto glücklicher bin ich.

Cool: Was sind deine persönlichen Lovesong-Favoriten?

Ray: Es ist lustig, aber es gibt tatsächlich gar keine Liebeslieder, die ich jetzt besonders feiere. Auf die Schnelle gefragt, fällt mir da wirklich nichts ein. Aber ich bin ein Riesenfan von Amy Winehouse, Sam Cooke und SZA. Ich liebe deren Musik und bestimmt gibt’s von ihnen auch Lovesongs, die ich gerne höre.

Cool: In deinem aktuellen Pressetext steht, dass „All We Got“ deinen neuen Sound vorstellt, einen Sound, den du schon seit einiger Zeit machen wolltest. Also, was können wir in Zukunft von Ray Dalton erwarten?

Ray: „All We Got“ hat sowohl einen ziemlich klassischen Pop-Sound, aber auch etwas Soul. Ich liebe Soul und versuche immer, Soul-Musik auf so viele verschiedene Arten wie möglich zu machen. Ich kann aber ehrlicherweise gar nicht so richtig beschreiben, warum sich meine neuen Lieder nach einem Sound anfühlen. Mit „All We Got“ alleine lässt sich das noch sehr schwer erklären (lacht). Ich bin deshalb schon richtig aufgeregt, noch mehr meiner neuen Songs zu veröffentlichen, weil ich denke, dass ihr den neuen Sound erst wirklich versteht, wenn ihr mehr davon gehört habt. Ich werde in diesem Jahr mein allererstes Soloalbum releasen, also seid gespannt!

Cool: Gibt es eine lustige Situation, in der du dich selbst im Radio gehört hast?

Ray: Das hat zwar jetzt nicht direkt mit meinen Songs zu tun, aber als Amerikaner empfinde ich es als das Lustigste und wahrscheinlich auch Peinlichste, wenn Radiosender der verschiedensten Länder wollen, dass ich Wörter in ihrer Sprache sage (lacht). Ich mag es generell nicht laut vorzulesen, das mochte ich noch nie, nicht mal, als ich jung und in der Schule war. Wenn du dann die jeweilige Sprache aber weder sprichst noch verstehst und in Lautschrift etwas vorlesen sollst… dabei fühle ich mich so richtig albern.

Cool: Deine Stimme ist wahrscheinlich bekannter als dein Gesicht. Empfindest du das eher als Vor- oder Nachteil?

Ray: Schwierig, das ist wirklich eine knifflige Frage. Es ist ein so schönes Kompliment, dass die Leute meine Stimme kennen, erkennen und mögen, aber ich finde es aber trotzdem auch ein bisschen traurig zugleich. Allerdings nicht wegen dem Fame und weil ich unbedingt will, dass die Leute mein Gesicht kennen, damit ich noch berühmter oder bekannter werde. Ich würde sagen, dass ich es als Nachteil empfinde, weil ich zumindest gerne hätte, dass die Leute mich und mein Gesicht auch kennen, damit sie wissen, dass es meine Stimme ist, die sie hören!

Cool: Dann machen wir dich doch gerne ein bisschen bekannter. Ray, was ist eine Sache, die kaum jemand über dich weiß?

Ray: Haha! Ich liebe es, Malbücher auszumalen, wenn ich gestresst bin oder wenn ich im Tonstudio gerade an einem Song arbeite und nicht weiterweiß. Das Malen hilft mir irgendwie dabei, mich abzulenken, zu beruhigen und neu zu fokussieren… jetzt wisst ihr das (lacht).

Cool: Dein großer Durchbruch gelang dir an der Seite von Macklemore & Ryan Lewis, denn – falls es der eine oder andere nicht wissen sollte – aber du hast bei ihrem Welthit „Can‘t Hold Us“ die Hook gesungen. Inzwischen ist der Song schon 13 (!) Jahre alt… wie blickst du auf den Song und seinen Erfolg zurück?

Ray: Ich sehe das ein bisschen wie bei Eltern und ihren Kindern. Man kann die Zeit nicht anhalten, jedes Kind wirdfrüher oder später erwachsen. Die Zeit vergeht wie im Flug. „Can’t Hold Us“ war mein Baby, aber ich kann den Moment nicht festhalten. Es war eine schöne und verrückte Zeit für die Musik und ich werde dem Lied immer dankbar sein. Dinge ändern sich aber so schnell und ich war schon immer der Meinung, dass man mit der Zeit gehen muss, weil man sonst in der Vergangenheit stecken bleibt.

Cool: Apropos. Als der Song rauskam, wurde er noch auf CD und als digitaler Download veröffentlicht. Heute haben wir Streaming und TikTok. Du hast also während deiner jungen Karriere schon viel gesehen und erlebt. Wie siehst du die Evolution des Musikgeschäfts?

Ray: Wie gesagt, man muss immer mit der Zeit gehen und ich glaube, dass uns die meisten Veränderungen auch zugutekommen, wenn wir sie richtig nutzen. Aber klar, es ist nicht alles Neue automatisch besser. Ich vermisse zum Beispiel die frühen TikTok-Zeiten, damals hat es noch mehr Spaß gemacht als jetzt. Es ist etwas schwieriger geworden.

Cool: Ich wollte dich gerade fragen, ob du TikTok gerne machst oder ob das zum Popstardasein einfach dazugehört… (lacht)

Ray: Also ich mache das Ganze wirklich gerne. Ich muss aber auch gestehen, dass ich meinen Kanal nicht allein betreue. Ich habe einen lustigen Social-Media-Guy, mit dem ich zusammenarbeite und mit dem ich mir den Content überlege. Das macht Spaß und empfinde ich jetzt nicht als PR-Arbeit.

Cool: Denkst du beim Produzieren neuer Musik auch mal darüber nach, ob eine Hook und Melodie auf TikTok viral gehen könnte oder kannst du das ausblenden?

Ray: Also, ich persönlich denke nicht an so etwas. Ich versuche Lieder zu machen, die Liebe in die Welt bringen… und vielleicht auch mal einen Grammy bekommen könnte (lacht).