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Alpha Males & die Manosphere

Was steckt hinter dem toxischen Netz, das gerade Millionen junger Männer erreicht? Ihr scrollt durch TikTok und seht plötzlich einen Typen mit Sportwagen, der erklärt, warum „echte Männer“ keine Gefühle zeigen und warum Frauen daran schuld sind, wenn Männer scheitern. Willkommen in der Manosphere: einem losen Netzwerk aus Online-Communities, Influencern und Ideologien, die eines gemeinsam haben: tief verwurzelten Frauenhass.

Was steckt hinter dem toxischen Netz, das gerade Millionen junger Männer erreicht? Ihr scrollt durch TikTok und seht plötzlich einen Typen mit Sportwagen, der erklärt, warum „echte Männer“ keine Gefühle zeigen und warum Frauen daran schuld sind, wenn Männer scheitern. Willkommen in der Manosphere: einem losen Netzwerk aus Online-Communities, Influencern und Ideologien, die eines gemeinsam haben: tief verwurzelten Frauenhass.


Die wichtigsten Gruppen:

ALPHA-MÄNNLICHKEITSINFLUENCER:

Das sind Typen auf TikTok oder Instagram, die so tun, als hätten sie den Schlüssel zum Erfolg. Sie zeigen teure Autos, reden über Geld und erklären, wie ein „echter Mann“ zu sein hat: hart, dominant, nie Schwäche zeigen. Klingt erstmal nach Motivation, aber zwischen den Zeilen steckt meistens: Frauen sind weniger wert, Gefühle sind uncool, und wer nicht mitspielt, ist ein Loser. Bekanntestes Beispiel: Andrew Tate.

INCELS:

„Incel“ stammt aus dem Englischen: involuntary celibate – also jemand, der unfreiwillig keine Partnerin hat. Incels geben dafür Frauen die Schuld. In ihren Online-Foren entwickelt sich oft ein extremer Hass auf Frauen, sogar bis hin zu Gewaltfantasien.

PICK-UP-ARTISTS:

Das sind Männer, die anderen Männern beibringen, wie man Frauen „rumkriegt“. Sie behandeln Dates wie ein Spiel, das man gewinnen muss, mit Tricks, psychologischem Druck und Manipulation. Das klingt nach Dating-Ratschlägen, ist aber eigentlich das Gegenteil von Respekt.

WIE GERÄT MAN DA REIN?

Es fängt harmlos an: Du suchst nach Fitness-Tipps oder schaust Sport-Content und der Algorithmus spielt dir immer extremere Männlichkeitsvideos zu. Eine irische Studie aus 2024 zeigt: Wer auf TikTok oder YouTube nach Fitness, Sport oder Gaming sucht, bekommt schnell antifeministische Inhalte ausgespielt.

RED PILLERS & MGTOW:

„Red Pill“ kommt aus dem Film „Matrix:“ die rote Pille steht für die angeblich „harte Wahrheit“. In der Manosphere behaupten Red Pillers, die Wahrheit zu kennen: dass Frauen manipulativ sind und Männer benachteiligt werden. MGTOW (Men Going Their Own Way) ziehen daraus die Konsequenz: Sie lehnen Beziehungen mit Frauen komplett ab, weil Frauen ihrer Meinung nach grundsätzlich nicht vertrauenswürdig sind.

Anlaufstellen in Österreich:

saferinternet.at

Infos und Beratung rund um Hass im Netz, Radikalisierung und Social Media. Speziell für Jugendliche gemacht.

147 Rat auf Draht

Das österreichische Krisentelefon für Kinder und Jugendliche. Kostenlos, anonym, 24/7. Nicht nur für Notfälle – auch einfach zum Reden.

Was könnt ihr tun?

Wenn euch im Feed Inhalte begegnen, die Frauen abwerten oder ein unrealistisches Männlichkeitsbild verkaufen, dann hinterfragt, wer dahintersteckt und was er damit verdient. Viele dieser Influencer verdienen Geld damit, dass ihr ihre Videos schaut – oder sie wollen euch in teure Coachings locken.

IHR SEID IN SO EINER COMMUNITY UNTERWEGS UND MERKT, DASS ETWAS NICHT STIMMT?

Das ist mutig, das überhaupt wahrzunehmen. Hier sind ein paar erste Schritte:

  • ALGORITHMUS DURCHBRECHEN:
    Klickt aktiv auf „Kein Interesse“ oder blockiert Kanäle, die solche Inhalte zeigen. Der Algorithmus lernt schnell – in beide Richtungen.
  • MIT JEMANDEM REDEN:
    Einer Freundin, einem Freund, einer Vertrauensperson in der Schule. Nicht weil ihr ein Problem seid – sondern weil es hilft, Dinge laut auszusprechen.
  • NICHT ALLEINE KÄMPFEN:
    Wenn ihr merkt, dass euch solche Inhalte eher wütend, einsam oder hoffnungslos machen, ist das ein Zeichen, dass ihr Unterstützung verdient.

NETFLIX-TIPP

„Louis Theroux: Inside the Manosphere“ (2026, ab 16+ Jahren)

Der preisgekrönte Doku-Macher Louis Theroux („My Money Don‘t Jiggle, Jiggle“) begleitet ultramaskuline Influencer hautnah und zeigt, wie das Netzwerk wirklich funktioniert.