© Adobe Stock

Sex im Internet vs. Reality

Was steckt hinter dem toxischen Netz, das gerade Millionen junger Männer erreicht? Ihr scrollt durch TikTok und seht plötzlich einen Typen mit Sportwagen, der erklärt, warum „echte Männer“ keine Gefühle zeigen und warum Frauen daran schuld sind, wenn Männer scheitern. Willkommen in der Manosphere: einem losen Netzwerk aus Online-Communities, Influencern und Ideologien, die eines gemeinsam haben: tief verwurzelten Frauenhass.

Warum Sex im Netz nichts mit Intimität in der Realität zu tun hat und ihr die beiden auf keinen Fall miteinander vergleichen solltet.

Was ist mit „Internetsex“ gemeint?

Bestimmt habt ihr schon mal sexuelle Inhalte gesehen. Dazu gehören nicht nur Pornos, sondern auch sehr freizügige Reels, Videos oder Clips oder auch gestellte Szenen in Filmen. Solche Videos sind hauptsächlich dafür produziert worden, um Geld zu verdienen oder Klicks zu generieren. Sie sind nach Drehbuch erarbeitet, geplant, bearbeitet, geschnitten und meistens total übertrieben oder unrealistisch. Auf keinen Fall zeigen sie, wie Sex in echten Beziehungen mit Gefühlen gelebt wird.

Wie ist die Realität?

Wenn ihr mit jemandem schlaft, in den ihr verliebt seid, oder den ihr einfach nur heiß findet und mit dem ihr einen One-Night-Stand habt, dann sind folgende Dinge immer im Spiel:

● Gefühle, Zuneigung oder Anziehung
● Vertrauen
● Respekt füreinander
● Ihr lasst euch Zeit und tastet euch voran.
● Ihr beide wollt es wirklich.

All diese Dinge fehlen im Internet komplett. Vor allem in Pornos sieht man von Respekt, Vertrauen und Gefühlen nichts oder nur sehr wenig. Hier wird nur auf den Sex reduziert, wobei es in der Realität sooo viel mehr ist! Im echten Leben entwickelt ihr euch beide langsam, gemeinsam. Niemand muss etwas tun, das er nicht möchte, nur weil es im Internet als „normal“ gezeigt wird.

Internet

Perfekte und makellose Körper.

Keine Cellulite, perfekte Brüste, glattrasierte Intimzonen.

Gefühle spielen beim Sex keine Rolle.

Es geht darum, dass es „gut“ aussieht.

Action, Action, Action plus tolle Moves und Skills.

Blow Jobs gehören immer dazu.

Der Sex ist vorbei, wenn der Mann zum Höhepunkt gekommen ist.

Es sind „Schauspieler“ am Werk, die etwas für die Kamera darstellen.

Online-Inhalte sind übertrieben und unrealistisch.

Respekt ist ein Fremdwort.

Alles geht so schnell.

Realität

Körper sind individuell, niemand ist perfekt. Es darf sich jeder in seinem Body so wohlfühlen, wie er ist.

In echt dürfen auch mal Haare sprießen. Es gibt vielleicht Rasierpickelchen. Brüste sind auch mal klein oder asymmetrisch. Und auch Dellen an Po und Oberschenkeln sind ganz normal!

Gefühle sind das A und O. Sex ist etwas, das man mit allen Sinnen erlebt und genießt. Spüren, riechen, genießen, Herzklopfen – das volle Programm ist in der Realität das Schönste und Aufregendste am Sex.

Es geht darum, dass es sich gut anfühlt!

Man muss keine Performance hinlegen. Und es ist auch kein Wettbewerb, wer was „kann“.

Wenn ihr Lust habt und es mögt, dann tut es. Es gehört aber auf keinen Fall zu jedem Sex dazu.

Selbst, wenn der Mann bereits einen Orgasmus hatte, kann er die Frau weiter verwöhnen, bis auch sie zum Höhepunkt kommt.

Ihr seid echt und müsst euch nichts vorspielen!

Du, dein Freund und euer Sex – ihr seid real.

In echten Beziehungen geht es vor allem um Respekt, Vertrauen und Gefühle.

Dein Tempo zählt! Du darfst dir alle Zeit der Welt lassen.

Ganz wichtig!

Das Internet zeigt euch nie eine Anleitung, wie Dinge im echten Leben zu funktionieren haben. Vor allem nicht, wenn es um Sex, Intimität und Liebe geht! Seid euch bewusst, dass ihr bei Pornos & Co. „Filme“ anseht, die ein ganzes Team an Kameramännern, Regisseuren und Schauspielern erstellt haben. Wie bei einem Actionfilm: Nur weil ihr dort die krassesten Stunts und Verfolgungsjagden seht, heißt es nicht, dass ihr euch das für euer wahres Leben zum Vorbild nehmen solltet.

© Adobe Stock