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Girlstalk: Was ist dein Body Count?

Ist es wichtig, mit vielen Menschen du schon Sex hattest? Vicky, Kathi und Mareen haben diesmal über die Vorurteile und ihre persönlichen Erfahrung zum Thema Bosy Count geplaudert.

Ist es wichtig, mit vielen Menschen du schon Sex hattest? Vicky, Kathi und Mareen haben diesmal über die Vorurteile und ihre persönlichen Erfahrung zum Thema Bosy Count geplaudert.

 

Victoria: Hallo zurück! Ich hoffe, ihr hattet nen Hot Girl Summer. Passend dazu… ich hab letztens mit einem Freund über das Thema Body Count gequatscht. Also, mit wie vielen Menschen man schon intim wurde. Da sind wir draufgekommen, wie krass da das Stigma ist – als Mädchen bist du mit einem hohen Body Count eine „verbrauchte“ Hoe, als Junge ein erfolgreicher Player. Wie steht ihr dazu?

Kathi: Ich hab eigentlich gedacht, dass das Thema gar nicht mehr so groß ist. Aber auf TikTok sehe ich immer wieder Videos, in denen Typen sagen, dass Frauen mit einem höheren Body Count Hoes sind. Das finde ich sehr bedenklich.

Mareen: Ja, leider scheint es wirklich immer noch sehr Thema zu sein. Vor allem wenn man noch jung ist und sich viel an anderen orientiert, fragt man sich halt, wie viele Partner eigentlich „normal“ sind und mit wie vielen Personen man geschlafen haben „sollte“, um mitreden zu können.

Victoria: Habt ihr euch denn nie Gedanken gemacht, ob ihr für euer Alter nicht vielleicht ein bisschen zu wenig Erfahrung habt?

Mareen: Ich hatte das Glück, dass bei uns nie jemand mit seinem Body Count oder seiner Erfahrung angegeben hat und ich mir deshalb gar nie Gedanken gemacht habe. Ich konnte alles entspannt auf mich zukommen lassen. Und genauso wie es ist, passt‘s für mich heute. Rückblickend bereue ich nichts. Es gab bei uns damals aber halt auch noch kein Insta & Co., wo das Thema so breitgetreten wurde. Aber wenn es in den sozialen Medien so thematisiert wird, kann man bestimmt als junges Mädchen schnell das Gefühl kriegen, es sei allgegenwärtig und mega wichtig.

Victoria: Eine Freundin hat mir mal erzählt, sie hat sich zum Beispiel mit Leuten getroffen „um Sex zu üben, damit sie für ihren späteren Partner erfahren ist und sich schon auskennt“.

Mareen: Oje, das finde ich ganz problematisch. Schade, dass deine Freundin so gedacht hat. Heute sieht sie das hoffentlich anders. Man muss sich ja nicht zum „Profi“ ausbilden lassen, wenn es um Sex geht. Da tickt ja sowieso jeder anders. Was der eine Partner gut findet, mag der nächste vielleicht überhaupt nicht.

Kathi: Sex ist soooo unterschiedlich und individuell und mit jedem Partner oder jeder Partnerin anders. Wichtig ist, dass man offen darüber spricht, was man mag.

Mareen: Es macht auch wirklich überhaupt keinen Unterschied. Beim Sex groovt man sich immer erst ein bisschen ein, lernt sich gegenseitig kennen und findet heraus, was der andere mag. Egal, wie viel Erfahrung, der oder die andere schon hat.

Victoria: Ich stimme dir voll zu! Egal, wie erfahren man ist, jeder Mensch mag andere Dinge. In meiner Erfahrung haben Leute mit niedrigeren Body Counts neugieriger und offener reagiert als Leute mit hohen Body Counts, die glauben, alles besser zu wissen, weil sie ja so viel Erfahrung haben. Die Freundin hatte seither ein paar Beziehungen und ärgert sich selbst, sich damals den Druck gemacht zu haben. Ich sehe es gleich, man muss Sex definitiv nicht mit den falschen Menschen üben, damit man dann „gut genug“ ist für den Richtigen! Mr. Right liebt dich sowieso.

Kathi: Noch was zum Body-Count-Judgement. Oft kommen Jungs ja mit „OMG, du bist safe voll ausgeleiert, wenn du mehrere Typen hattest.“ Ja, genau so funktioniert das nämlich. Muskeln, wie die Vagina leiern aus, wenn sie beansprucht werden…NOT.

Victoria: EXACTLY!! Außerdem: Ob jemand viele verschiedene Leute trifft oder mit einem Partner zusammen ist, es ist ja dann trotzdem dieselbe „Sex-Anzahl“. Warum sollten verschiedene Typen eine Frau ausleiern und ein fixer Freund nicht (lacht).

Kathi: Ich folge auf TikTok einer Creatorin (Anmerk.: Ceci Chuh), die macht immer so lustige Skits, wie die Welt wäre, wenn die Rollen zwischen Jungs und Mädels umgekehrt wären. Und da hat sie Folgendes gesagt: Ein Mund, der von vielen Zahnbürsten geputzt wird, ist ein sauberer Mund. Aber eine Zahnbürste, die viele Münder putzt, ist dreckig (lacht). Das ist natürlich Satire und darf nicht wörtlich genommen werden, aber ich musste so lachen.

Kathi: Wie war das sonst bei euren Mädels oder in euren Beziehungen?

Mareen: Bei uns war das Ganze, wie gesagt, gar kein Thema. In meiner Clique waren alle immer in langjährigen Beziehungen, teilweise sind meine Freundinnen sogar direkt nahtlos von einer Beziehung in die nächste gewechselt (lacht). Viele meiner Girls sind heute immer noch mit ihrem ersten Crush zusammen, zwei sogar mit ihnen verheiratet. Ob sie irgendwas verpasst haben, weil sie in ihrem ganzen Leben nur mit einem Mann geschlafen haben, darüber haben wir nie geredet, weil es gar nicht zur Debatte stand. Sie alle haben sexuell auch in ihren Beziehungen reichlich ausprobiert. Abenteuer kannst du nämlich auch mit einem einzigen Menschen haben (grinst).

Kathi: Ja, das denk ich mir auch immer! Ich glaube, es ist auch oft die Unsicherheit von manchen Boys, wenn ein Girl vielleicht schon mit mehreren Menschen was hatte als sie selbst.

Victoria: Wir waren da sehr offen und bei uns hast du am coolsten gewirkt, wenn du lange eine Person halten kannst – nicht, wenn du dich durchprobierst. Ich bin trotzdem dafür, dass jeder sich so viel herumkosten und entfalten soll, wie er möchte! Und bei meinem Partner ist es mir ohnehin lieber, ich weiß nicht zu viel (lacht), sonst bekomme ich unnötig Eifersucht auf irgendwelche Ex-Personen und Leute, die ich treffen könnte.

Mareen: Es macht auch wirklich überhaupt keinen Unterschied. Beim Sex groovt man sich immer erst ein bisschen ein, lernt sich gegenseitig kennen und findet heraus, was der andere mag. Egal, wie viel Erfahrung, der oder die andere schon hat.