© Netflix

„Tiger King“: Das Geschäft mit Großkatzen

Die Netflix-Doku über Joe Exotic ging in den letzten Wochen durch die Decke und machte unter anderem auch auf die Missstände des illegalen Wildkatzen-Handels aufmerksam.

© Netflix

Die Netflix-Doku über Joe Exotic ging in den letzten Wochen durch die Decke und machte unter anderem auch auf die Missstände des illegalen Wildkatzen-Handels aufmerksam.

Der Lebensraum der majestätischen Großkatzen ist in den letzten Jahren stark geschrumpft. Laut WWF Österreich lebten Anfang des 20. Jahrhunderts etwa 100.000 Tiger in freier Wildbahn. Früher waren die Tiere in ganz Asien und sogar in Südeuropa verbreitet. Heute kommen sie nur noch in 13 Staaten von Asien bis Russland vor. Der WWF gibt an, dass im 2010 nur noch rund 3.200 Tiger in freier Wildbahn lebten. Erschreckend ist aber auch, wie viele Tiger in Gefangenschaft leben. Allein in den USA leben zwischen 5.000 und 10.000 Tiger in Gefangenschaft. Dort gibt es also mehr gefangene Tiger, als weltweit in freier Wildbahn.

Wie viele der Großkatzen wirklich in den USA leben, weiß niemand so genau. Dort gibt es kein klares Gesetz, das den Besitz von Großkatzen regelt. Nur rund sechs Prozent der Tiger in den USA leben in genehmigten Zoos, der Rest der Katzen befindet sich in Hinterhöfen, privaten Zuchtanlagen oder sogar in Wohnungen. Die Netflix-Serie „Tiger King“ thematisiert die private Haltung der Großkatzen. Der exzentrische, selbsternannte König der Tiger, Joe Exotic steht im Zentrum der Serie. Er betrieb jahrelang einen Privat-Zoo in Oklahoma. Tiger und Waffen zählen zu seinen Leidenschaften, seine Angestellten hatten meist einen kriminellen Hintergrund und auch er nahm es mit dem Gesetz nicht ganz so ernst. Die Serie beleuchtet sein Leben und die Missstände der Tiger in Gefangenschaft. Die Tiere werden dort zu beliebten Fotomotiven für Instagram oder zum Highlight von ausgelassenen Partys. Von artgerechter Haltung ist nicht die Rede. Die Produktion gibt erschreckende Einblicke in das Geschäft mit Großkatzen.

Aufgrund des Riesenerfolgs planen die Macher der Dokuserie bereits eine zweite Staffel von „Großkatzen und ihre Raubtiere“. Laut Produzentin Rebecca Chaiklin wurden viele Aspekte der Geschichte noch nicht erzählt, außerdem gäbe es noch weitere „Tiger Kings“, über die man berichten könnte – beispielsweise die Las-Vegas-Zauberer Siegfried und Roy oder „King of Pop“ Michael Jackson, der ebenfalls einen Tiger als Haustier hatte.

Ebenfalls schon fix ist, dass die Geschichte um Joe Exotic schon bald auch als „normale“ Serie zu sehen sein wird – diese werde sich jedoch nicht an der Netflix-Doku orientieren, sondern an dem Zeitungsartikel „Joe Exotic: A Dark Journey Into the World of a Man Gone Wild“ von Leif Reigstad. Die Rechte hat sich US-Fernsehsender CBS („CSI“ & „NCIS“) gesichert, die Hauptrolle des Tigerkönigs dürfte Hollywood-Altstar Nicolas Cage übernehmen.

Facts auf einen Blick

  • In den USA leben mehr Tiger in Gefangenschaft, als weltweit in freier Wildbahn
  • Die meisten Großkatzen leben in den Vereinigten Staaten in privaten Zuchtanlagen oder sogar in Wohnungen und Hinterhöfen.
  • In den USA gibt es kein Gesetz, das den Besitz von Tigern regelt.
  • In Österreich ist es verboten Wildtiere privat zu halten!