© Robert Luethje

Esther Graf: „Die EP ist ein Erste-Hilfe-Paket bei Liebeskummer“

Nach mehreren Deutschrap-Features und Solo-Singles erscheint am 18. März endlich Esther Grafs Debüt-EP „Red Flags“.

Nach mehreren Deutschrap-Features und Solo-Singles erscheint am 18. März endlich Esther Grafs Debüt-EP „Red Flags“.

 

Cool: Mittlerweile feiern wir dich zwar auch als Solo-künstlerin, wirklich auf dich aufmerksam gemacht hast du aber zuerst mit deinen Songs mit Olexesh, FiNCH und natürlich Alligatoah. Wie sind diese Features eigentlich zustande gekommen?

Esther Graf: Tatsächlich immer über die anderen Artists. Olexesh habe ich im Studio kennengelernt, bei FiNCH kam von ihm die Anfrage und bei Alligatoah war es ganz lustig, denn der hatte auf YouTube ein Akustik-Video von mir gesehen, das nicht mal 10.000 Klicks hatte, und mich daraufhin einfach angeschrieben. Ich bin da allen wirklich dankbar, weil die Features nicht nur Spaß gemacht, sondern mir natürlich auch viel weitergeholfen haben.

Cool: War Deutschrap schon immer was, das dir taugt?

Esther: An sich schon (lacht), aber ich bin eher auf der seichten Ebene eingestiegen. Also Cro und Bausa waren für mich der Start, aber wenn man dann selbst eine Musikkarriere am Start hat, hört man auch viel mehr von dem was es alles gibt und da bin ich dann erst in diese ganze Welt eingetaucht. Es gibt ganz viel wirklich guten Deutschrap und viele Artists, die ich extrem feiere.

Cool: Deine neue EP „Red Flags“ dreht sich komplett um deine letzte Trennung. Warum hat dich diese Trennung so inspiriert und bist du im Nachhinein froh, dass ihr euch getrennt habt, weil es sonst all diese Songs nicht gäbe?

Esther: Mittlerweile voll (lacht), aber als ich in der Phase war natürlich nicht. Ich dachte mir damals: Was passiert mit meinem Leben gerade, warum geht alles den Bach runter? Ich war emotional wirklich überfordert, weil ich all diese negativen Gefühle in meinem Körper überhaupt nicht kannte. Meine Freundin und Mitbewohnerin Emily Roberts, die selbst Sängerin ist, hat mir dann geraten, aus diesen Emotionen heraus trotzdem Musik zu machen. Also bin ich kurz vorm Abkratzen trotzdem ins Studio gegangen und dabei sind dann eben diese Songs entstanden. Nach dem Release von „Red Flags“ haben mir bereits viele Girls geschrieben, dass ihnen der Song so geholfen hat und jetzt freue mich einfach, wenn die ganze EP erscheint, denn die ist ein richtiges Erste-Hilfe-Paket bei Liebeskummer (lacht).

Cool: Weißt du eigentlich, was dein Ex von den Songs hält?

Esther: Es gab ja einige Medien, die gemeint haben, dass ich auf einem Rachefeldzug gegen meinen Ex-Freund sei, was aber überhaupt nicht stimmt. Wären die Songs nicht so gut, würde ich sie auch nicht veröffentlichen. Hätte ich die tollsten Love-Songs für ihn geschrieben, würden die auch heute noch rauskommen, aber die Hate-Songs über ihn sind einfach besser geworden (lacht). Und er sieht das auch so. Ich habe einmal mit ihm gesprochen und er so: „Okay, hittet schon, hat wehgetan, aber es sind auch gute Songs.“