Die zweite Staffel von „Bridgerton“ läuft seit Ende März exklusiv auf Netflix und ist erneut ein Megaerfolg. Bei uns erzählen die drei Hauptdarsteller dieser Staffel über die Dreharbeiten.
Die erste Staffel von „Bridgerton“ wurde zu einem weltweiten Phänomen. Wie habt ihr den Hype miterlebt?
Jonathan Bailey: Ich glaube, so ganz begriffen habe ich das immer noch nicht. Die letzten Jahre waren auf der ganzen Welt nicht so einfach. Ich glaube, dass das teilweise zum Erfolg von „Bridgerton“ beigetragen hat. Die Serie kam zur rechten Zeit. Sie haute alle um und bot zu Weihnachten die Romantik, die wir uns nach einem wirklich harten Jahr so sehr verdient hatten. Es ist irgendwie unfassbar.
Simone Ashley: Ich erinnere mich noch daran, als die erste Staffel um Weihnachten herum herauskam, da war ich gerade mit Dreharbeiten zu „Sex Education“ beschäftigt. Wir saßen gerade alle in einem Auto und alle sprachen über „Bridgerton“ und dass sie die Serie unbedingt sehen wollten. Und jetzt die Chance erhalten zu haben, ein Teil davon zu werden, ist einfach großartig. Ich habe davon erfahren, dass ich die Rolle bekommen habe, als ich noch mit einem anderen Projekt beschäftigt war, daher konnte ich es zunächst niemandem sagen. Ich war so aufgeregt!
Charithra, wie war es für dich, auf dem Set in die Welt der Regency-Ära mit all ihren spannenden Orten und Kostümen abzutauchen?
Charithra Chandran: Oh, das war fantastisch! Die Drehorte und die Kostüme waren grandios! Alles zeigte eine große Liebe zum Detail. Und ich denke, in einer solchen Serie gibt es so viele Dinge, die einen unterstützen und dabei helfen, sich in die jeweilige Rolle hineinzuversetzen. So wurde ich automatisch ganz zu Edwina, sobald ich die Perücke und das Korsett angezogen habe. Das gehörte alles zu meiner Routine. In der Maske und in der Kostümabteilung wurden wir so richtig verwöhnt. Es hat mir auch riesigen Spaß gemacht, die Tänze und die Etikette aus jener Zeit zu lernen.
Nach den Sexszenen in der ersten Staffel, sprach plötzlich jeder vom Hollywood-Job „Intimitätskoordinator“. Wie war die Arbeit an den intimen Szenen dieser Staffel?
Jonathan: Ich glaube, die verbotene Liebe und das Verlangen und die Leidenschaft zwischen Kate und Anthony wirkten ziemlich natürlich. Er ist einfach völlig überwältigt von ihr. Simone und ich hatten gleich diese Art der Verbindung, das war seit dem Augenblick so, als wir beim Vorsprechen zusammentrafen. Unsere Intimitätskoordinatorin stellt sicher, dass alle einbezogen werden und dass wir beide uns gehört fühlten. Sie hilft uns einfach dabei, uns geborgen zu fühlen, und sie trägt tatsächlich dazu bei, dass wir die Geschichte interessanter und vielschichtiger erzählen können. Es ist erstaunlich, wie weit die gesamte Branche in nur einem Jahr gekommen ist. Es gibt neue Tricks, mit denen man arbeiten kann, zum Beispiel neuartige kleine Kissen – es ist verblüffend, was man mit einem halb aufgepumpten Ball alles machen kann. Ich lerne jedes Jahr etwas dazu.
Neben den Sex- und Liebesbeziehungen, spielt in dieser Staffel auch das spezielle Verhältnis von Kate und Edwina eine große Rolle, oder?
Charithra: Ich glaube sogar, dass die eigentliche Liebesgeschichte dieser Staffel die Beziehung zwischen den beiden Schwestern ist. Sie sind wahre Seelenverwandten. Wir sind gesellschaftlich immer arauf fixiert, dass Seelenverwandtschaft stets zwischen Liebespaaren vorkommt. Ich glaube aber nicht, dass das stimmt. Und ich denke, für diese beiden jungen Frauen bedeutet die jeweils andere alles. Ich finde es wichtig, auch enge Beziehungen zu zeigen, die keine romantischen Liebesbeziehungen sind.
Was waren die witzigsten Momente beim Dreh?
Simone: Da fällt mir vor allem das königliche Pferderennen ein. Das war in der ersten Drehwoche, und diese Woche ist ziemlich perfekt für mich gelaufen. Alles war toll, das Wetter war perfekt und es waren alle dabei. Und es war mein erster Kontakt mit der „Bridgerton“-Welt. Es ist meine absolute Lieblingsszene, denn wir sehen hier Kate zum ersten Mal. Wir sehen sie, wie sie die Pferde anfeuert, ihre Handschuhe auszieht, sich unfeiner Ausdrücke bedient und eine Wette abschließt. Auf diese Weise lernen wir diese Seite von ihr kennen. Die feine Gesellschaft blickt auf sie herab und hält sie für eine etwas dominante alte Jungfer, dabei lässt sie in dieser Szene einfach nur ihren Gefühlen freien Lauf.
