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Wir sind Bitches!

Der Begriff „Bitch“ hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Früher galt er als schreckliche Beleidigung, doch heute muss das nicht mehr sein. Für viele ist „Bitch“ mittlerweile ein Wort, das Stärke und Selbstbestimmtheit ausdrückt. Künstlerinnen wie Shirin David und Katja Krasavice verwenden es etwa, um Zusammengehörigkeit unter Frauen und Mädchen auszudrücken. Doch wie bei der Verwendung einiger Worte, die früher negativ behaftet waren, muss man aufpassen: Es kommt immer auf den Kontext an!

Der Begriff „Bitch“ hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Früher galt er als schreckliche Beleidigung, doch heute muss das nicht mehr sein. Für viele ist „Bitch“ mittlerweile ein Wort, das Stärke und Selbstbestimmtheit ausdrückt. Künstlerinnen wie Shirin David und Katja Krasavice verwenden es etwa, um Zusammengehörigkeit unter Frauen und Mädchen auszudrücken. Doch wie bei der Verwendung einiger Worte, die früher negativ behaftet waren, muss man aufpassen: Es kommt immer auf den Kontext an!

 

Was bedeutet Bitch eigentlich?

Bitch kommt aus dem Englischen und bezeichnet eigentlich weibliche Hunde. Jedoch wird es vor allem als Metapher für Hündinnen verwendet, die schlimm und unkontrollierbar sind. In diesem Sinne wurde „Bitch“ später auch für Frauen* verwendet, die als eigensinnig galten und sich gegen die Regeln und Bestimmungen der (männlich geprägten) Gesellschaft stemmten.

Sprachwandel durch Musik

Vor allem durch die Hip-Hop-Szene hat sich der Begriff stark gewandelt. US-Rapperinnen wie Nicki Minaj, Cardi B, Megan Thee Stallion oder in den 90‘s auch Lil‘ Kim begannen „Bitch“ – ähnlich wie das N-Wort innerhalb der afroamerikanischen Bevölkerung – zunehmend im positiven Kontext zu verwenden, um eher zu bekräftigen, als zu beleidigen. Frauen verwenden das Wort „Bitch“ nun immer öfter als Selbstbezeichnung, meinen damit aber etwas Positives und legen es als Kompliment aus. Mit einer Bitch wird Selbstbewusstsein und Selbstbestimmtheit verknüpft, Prostitution wird damit ganz klar nicht gemeint.

Slut-Shaming und Slutwalk

Der Begriff Slut-Shaming leitet sich aus dem englischen Slut (Schlampe) und Shaming (Beschämung) ab. Es bedeutet, dass Frauen abwertend als Schlampen – oder etwa Bitches – bezeichnet werden, weil sie sich leicht kleiden, mit vielen Personen Sex haben oder sich ganz einfach anders verhalten, als es die Gesellschaft möchte. Die Bewegungen hinter den Slutwalks möchten darauf hinweisen, dass nichts davon schlecht ist und jede Frau tun und lassen kann, was sie möchte. Der erste Slutwalk fand 2011 in Toronto (Kanada) statt, mittlerweile gibt es weltweit solche Demos.

Übrigens: Am 25. Juni 2022 findet der „Slutwalk Vienna“ statt, gegen Slut-Shaming, Victim-Blaming und gegen Rape-Culture.

Was sagt ihr?

Livia (18) sieht das Wort „Bitch“ weiterhin als Beleidigung. „Ich würde niemals eine Freundin von mir Bitch nennen, und wenn, dann nur zum Spaß. Für mich ist damit immer noch etwas Negatives gemeint und es gilt als Beleidigung. Und wenn mich mein Freund zum Beispiel Bitch nennen würde, wäre ich extrem sauer.“

Beatrice vom Slutwalk-Kollektiv Wien sagt dazu: „Wenn ‚Bitch‘ als Schimpfwort verwendet wird, geht es meistens darum, dass ein Mädchen oder eine Frau sich nicht ‚angemessen für ihr Geschlecht‘ verhält. Wenn Frauen sich selbst als ‚Bitch‘ bezeichnen, kann das empowering sein, weil sie damit signalisieren, dass wir uns nicht von fremden Meinungen und Vorstellungen über ideales Verhalten unterdrücken lassen. Wir finden, dass sich jedes Mädchen und jede Frau als ‚Bitch‘ identifizieren und bezeichnen kann. Wenn du Lust hast, dich als Bitch zu bezeichnen, wenn du dich damit wohlfühlst, es dir Selbstbewusstsein gibt und dir Spaß macht, tu es!“