Die Live-Action-Neuauflage des Disney-Klassikers läuft seit dem 28. April 2023 exklusiv auf Disney+. Bei uns sprechen die Stars und Regisseur David Lowery über das Making-of und ihre Rollen.
EVER ANDERSON (Wendy):
Was mich an Wendy so fasziniert und nicht mehr losgelassen hat, ist ihr persönlicher Hintergrund. Tief in ihrem Herzen liebt sie das Abenteuer, aber man darf nicht vergessen, dass die Geschichte im frühen 20. Jahrhundert spielt. Es war damals bestimmt nicht einfach als junge Frau. Obwohl ihr Leben schon durchgeplant war und sie kaum Freiheiten hatte, hat sie ihren Traum dennoch nie aufgegeben. Ich liebe diesen Aspekt an der Neuverfilmung und auch Wendys Beziehung zu Tinker Bell. Zwei starke Frauen, die gemeinsam ein super Team bilden. Ich bin mit Peter Pan aufgewachsen, aber noch nie haben sich die Charaktere so lebendig und echt angefühlt wie in dieser Verfilmung.
ALEXANDER MOLONY (Peter Pan):
Zu allerst war es für mich eine große Ehre, diesen Charakter zu spielen, den die Leute seit schon seit über einhundert Jahren kennen und der irgendwie zu jeder Kindheit dazugehört. Mein Trick, um in die Rolle zu kommen, war eigentlich, auch hinter der Kamera Peter zu sein. Wir hatten so viel Spaß am Set, haben uns Streiche gespielt, Wasserschlachten veranstaltet und so wurde ich zu Peter Pan. Wir hatten zwar auch Anproben und alles, aber der Moment, als ich zum ersten Mal in das Kostüm schlüpfte, war schon einzigartig – da habe ich dann erst realisiert, was ich hier wirklich tue (lacht).
JUDE LAW (Hook):
Ich finde es wichtig, einen Bösewicht nicht einfach nur böse zu spielen. Man muss auch verstehen, warum er so geworden ist. Der Bösewicht selbst hält sich oft auch gar nicht für böse, sondern denkt, er sei der Held. Dennoch muss Hook auch etwas wirklich Schauriges an sich haben, immerhin steht im Buch von J. M. Barries, dass er der einzige Pirat ist, vor dem sogar Long John Silver Angst hatte. Ich fand Hook aber irgendwie auch immer lustig. Besonders schräg war für mich, dass ich für meinen ältesten Sohn, als er fünf Jahre alt war, zuhause immer Hook spielen musste, weil er so ein großer Peter-Pan-Fan war. Jahre später stand ich nun wirklich als Hook vor der Kamera. Das Schimpfwort „Kabeljau“ haben wir in den Film übrigens eingebaut, weil meinem Sohn das in Disneys Zeichentrickfilm so gefallen hatte. Ich sagte zu David: Das muss bitte in den Film!
DAVID LOWERY (Regisseur):
Ursprünglich hatte ich mir gedacht: Ein Peter-Pan-Film… wie schwierig kann das schon sein? (lacht) Man kennt die Geschichte und alles drumherum. Je länger ich dann aber an dem Drehbuch gearbeitet habe, umso mehr wurde mir bewusst, wie viel wir von der Geschichte eigentlich nicht wissen, viele kleine Details, die man noch nie auf der Leinwand gesehen hat. Das Originalbuch von J. M. Barries erschien 1911 ja schon unter dem Titel „Peter Pan & Wendy“, es war also immer Peters UND Wendys Geschichte. Ich wollte deshalb auch ihrer Perspektive mehr Zeit widmen. Aber natürlich gibt es auch vieles, das wir schon kennen, das wir lieben und von dem Film auch erwarten. Die größte Challenge für mich war daher, neue Sachen einzubauen, aber dennoch nichts von dem zu vergessen, was die Leute lieben.
YARA SHAHIDI (Tinker Bell):
Für mich waren die Dreharbeiten schon eine ziemliche Challenge. Mein Zeug wurde ja komplett separat gefilmt und ich habe Ever und Alexander erst eine Stunde vor unserer Pressekonferenz kennengelernt (lacht). Wenn man wie ich von einer Serie („Grown-ish“) kommt, in der man ein College-Mädchen auf einem College-Set spielt und sich so gut wie nichts vorstellen muss, dann brauchte ich hierfür richtig viel Vorstellungskraft. Es ist aber ein wunderschöner Film geworden, mit dem sich für mich auch ein Kreis schließt. Ich habe als Kind nicht viel ferngesehen. Mein erster Bezug zu Disney waren nicht die Filme, sondern Halloween-Kostüme. Und was soll ich sagen? Irgendwo gibt es ein Foto von mir als Sechsjährige in einem Tinker-Bell-Kostüm.

