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Leony: „Aufgeben war für mich nie eine Option!“

Mit über sechs Millionen monatlichen Hörer:innen auf Spotify und Hits wie „Faded Love“ und „Remedy“ zählt Leony aktuell zu den erfolgreichsten Music-Acts aus Deutschland. Wir haben die Sängerin im Rahmen ihres Auftritts beim Jubiläumsfest der ShoppingCity Seiersberg zum exklusiven Interview getroffen.

Mit über sechs Millionen monatlichen Hörer:innen auf Spotify und Hits wie „Faded Love“ und „Remedy“ zählt Leony aktuell zu den erfolgreichsten Music-Acts aus Deutschland. Wir haben die Sängerin im Rahmen ihres Auftritts beim Jubiläumsfest der ShoppingCity Seiersberg zum exklusiven Interview getroffen.

 

Cool: Die letzten zwei Jahre waren für dich super erfolgreich. Was war dein persönliches Karriere-Highlight?

Leony: Also, DSDS war auf jeden Fall ein Highlight meiner ganzen Karriere. Das war schon ein Riesen-Step, auch für mich. Aber ansonsten gibt es ganz viele Highlights. Mein erstes Album kam vor ein paar Monaten raus. Ich gehe jetzt in ein paar Tagen auf meine erste eigene Tour, das wird auf jeden Fall ein Highlight und natürlich auch gewisse Songs, die sehr erfolgreich waren.

Cool: Du machst schon sehr lange Musik, bist trotz deines Alters von 25 Jahren schon echt lange im Musikgeschäft, dein Durchbruch ist dir aber „erst“ vor zwei Jahren gelungen. Gab es auch mal einen Punkt, wo du dir nicht sicher warst, ob der große Durchbruch noch kommt?

Leony: Ich glaube, solche Gedanken sind immer da, auch jetzt noch. Ich meine, es gibt viele Leute, die ganz oben und dann auch wieder schnell weg vom Fenster waren. Dessen bin ich mir bewusst und deswegen versuche ich einfach immer nachzulegen. Aber so vor vier Jahren, bevor ich mein neues Team kennengelernt habe, mit dem ich jetzt zusammenarbeite, gab es so einen Punkt. Ich war da gerade bei einem Label in Australien gesignt, das mich dann irgendwann einfachgedroppt hat. Ich hatte mit den falschen Leuten zusammengearbeitet, die Songs haben nicht so funktioniert, da war es mal kurz so: Hmm, okay. Es ist sehr, sehr schwierig und irgendwie läuft es nicht so wie ich will. Aber in meinem Kopf war Aufgeben eigentlich nie eine Option.

Cool: Speziell in Deutschland und Österreich wechselt es gefühlt alle paar Jahre, ob deutschsprachige Musik nun angesagt ist oder nicht. Wenn man Nina Chuba als Beispiel nimmt: Ihre englischsprachigen Songs waren nicht so groß, dafür ging sie auf Deutsch nun durch die Decke. War für dich immer klar, dass du auf Englisch singst oder hast du womöglich auch mal deutsch gesungen?

Leony: Deutsch war, ist und wird für mich nie eine Option sein (lacht). Ich komme ja eigentlich aus Bayern und habe auch ein bisschen einen bayerischen Akzent, ich rolle mein „r“ zum Beispiel und, und, und. Ich fühle mich einfach beim Singen im Englischen viel wohler. Also für mich ist Englisch das, wo ich mich zu Hause fühle. Ich habe auch nie wirklich viel deutsche Musik gehört, sondern einfach zu 99 % englische Musik. Und deswegen war das für mich einfach schon immer so. Ich schreibe ab und zu mit deutschen Künstlern und wir schreiben deutsche Songs zusammen. Aber für die anderen ist es schön. Für mich wäre es nichts.

Cool: Passende Überleitung. Du bist eben nicht nur Sängerin, sondern auch Songwriterin: Inwieweit hast du in der heutigen Zeit beim Schreiben schon optimale Songlängen (Stichwort: unter 3 Minuten) und catchy TikTok-Passagen im Hinterkopf?

Leony: Gar nicht. Aber klar, wahrscheinlich hat man es irgendwie im Hinterkopf, aber für mich ist es so: Ein guter Song setzt sich immer durch. Ich meine, es gibt so viele Songs auf TikTok, die über zwanzig Jahre alt und jetzt plötzlich viral gegangen sind. Damals hat bestimmt noch niemand über TikTok nachgedacht. Und deswegen ist es für mich immer wichtiger, dass ich den Song mag. Für mich ist natürlich auch Radio sehr wichtig und klar guckt man da dann auch auf die Songlänge und achtet darauf vier, fünfMinuten nicht zu überschreiten – im besten Fall dauert er 2:30, aber TikTok ist so eine Sache. Ich mache sehr gerne Content, aber was meine Musik angeht: Entweder es geht viral oder nicht. Das ist für mich eigentlich nicht so wichtig.

Cool: Inzwischen ist man als Popstar ja nicht nur Künstler, sondern auch Influencer. Ist das etwas, das dir Spaß macht oder nervt dich das eher? Es gibt ja auch einige Superstars wie Billie Eilish oder Ed Sheeran, die offenkundig sagen, dass sie dieser Teil am Popstardasein stört.

Leony: Ich habe es in der Vergangenheit nie gerne gemacht, das muss ich zugeben. Ich habe mich auch in den letzten Jahren immer dagegen gewehrt, wenn irgendwelche Anfragen von meinem Label kamen, dass ich doch mal bitte ein bisschen mehr auf Social Media machen sollte. Weil für mich war es immer so: Leute, ich bin Musikerin, ich bin Songwriterin und ich keine Influencerin, ich bin keine Content Creatorin, was auch immer. Allerdings habe ich gemerkt, dass mich dadurch einfach niemand kannte, also als Person. Und das ist dann natürlich schwierig, denn klar möchte ich gerne meine Tour ausverkaufen und dass die Leute mein Album kaufen. Und so weiter. Und deshalb habe ich dann angefangen, aus dem Aspekt heraus mehr Social  Media zu machen und jetzt hat es mir angefangen, Spaß zu machen. Wenn der Stein einmal ins Rollen gekommen ist und man eine Community aufgebaut hat, dann bekommt man auf diesem Weg auch unheimlich viel zurück. Jetzt macht es mir sehr viel Spaß. Aber noch mal dazu: Ich würde mich trotzdem nicht als Influencerin oder Content Creatorin bezeichnen, sondern ich bin Musikerin, die einfach ab und an Content auf Social Media hochlädt.

Cool: Man kennt dich auch als Fashionista, du bist in der DSDS-Jury auch immer mit super stylishen Outfits aufgefallen. Wie wichtig sind dir Mode und Shopping?

Leony: Gar nicht wichtig. Also ich hasse es eigentlich auch, irgendwo draußen shoppen zu gehen, einfach weil ich ein sehr fauler Mensch bin (lacht). Ich arbeite mit meiner Stylistin jetzt seit zwei, drei Jahren zusammen und die besorgt mir halt einfach immer alle Klamotten und wir schauen dann gemeinsam, was passt und was nicht. An sich liebe ich aber Mode und Fashion schon, weil das einfach eine coole Art und Weise ist, um seinen Charakter auszudrücken.

Cool: Du hast dich vor kurzem auch für die Gleichberechtigungskampagne Spotify EQUAL eingesetzt. Hat man es als weibliche Künstlerin besonders schwer?

Leony: Es kann schwierig sein. Ich muss auch dazu sagen, ich hatte immer etwas Glück. Was heißt Glück? Ich weiß gar nicht, ob es Glück ist. Aber ich mache halt auch eher die Musik, die gerade „in“ ist – mit deutschsprachiger Musik ist es einfach schwieriger zum Beispiel. Aber na klar ist es so, dass es gewisse Bereiche in der Musikbranche gibt, in der es Frauen immer schwieriger haben. Ich hab schon ganz viele Festivals gespielt, wo ich die einzige Frau am Programm war und dann denkt man sich natürlich schon: Okay, woran liegt‘s? Was ist der Grund? Und da ist es natürlich unheimlich schön gewesen, dass ich ein Teil der Spotify-Kampagne sein durfte, um einfach noch ein bisschen laut zu machen für die Frauen, die vielleicht gerade keine Stimme haben.

Cool: Hast du eigentlich ein Ritual bevor du auf die Bühne gehst?

Leony: Ein Ritual habe ich nicht. Aber für mich ist es vor der Show immer noch mal wichtig, meine Band zu umarmen, allen noch mal eine schöne Show zu wünschen und das war es auch schon. Bevor ich auf die Bühne gehe, habe ich unheimlich viel Vorfreude, gar nicht so viel Nervosität eigentlich. Und deswegen ist es eher so ein: Okay, wir machen das jetzt. Dankeschön. Danke euch!