Was halten die Mädels in unserer Redaktion von #girlssupportgirls? Kathi, Lisa, Daniela und Victoria erzählen von ihren Erfahrungen.
Daniela: Könnt ihr euch noch an eure Mädelsgruppierungen in der Schulzeit erinnern? Zickenkrieg oder Zusammenhalt?
Lisa: Also, ganz am Anfang, als wir in der Schule zusammenkamen, war mal jede Best Friends mit jeder. Sobald aber jemand was Falsches gemacht hat – das falsche Top angehabt hat, zu viel mit den Jungs geredet hat oder zu fleißig und „streberhaft“ mitgearbeitet hat – konnte man sich sicher sein, dass hinter dem Rücken gelästert wurde.
Kathi: Wir hatten echt super selten Zickenkriege, weil alle immer chillig und cool drauf waren, aber ich denke, das ist echt Glückssache. Aber wenn’s einer von uns schlecht ging, waren wir IMMER füreinander da und haben uns supportet.
Daniela: Das ist echt cool, wenn das so funktioniert hat. Bei uns hat das ganz anders ausgeschaut. Wir waren zwar eine nette Girlsgruppe, aber es gab immer Intrigen, Zickenterror und Streit. Es gab immer eine, die außen vor war. Das war total schwierig, weil man nie wusste, was man eigentlich getan hat. Oft kam es von einen auf den anderen Tag, dass man von den Mädels ignoriert wurde. Ich saß oft traurig zuhause und hab geheult. War aber alles gut zwischen uns, hatten wir viel Spaß. Es war ein ständiges Auf und Ab, aber rückblickend waren wir in Wahrheit wohl gar keine guten Freundinnen.
Victoria: Ich hatte viele Jahre lang ein Freundschaftsdreieck, das zum Scheitern verurteilt war. Es waren immer zwei super close und die andere Freundin wurde ausgeschlossen. Das war ein ständiger Wechsel zwischen „in der coolen Gruppe“ und „ignorierter Außenseiter“ sein. Dieses Ausschließen und gegen die beste Freundin hetzen war im Nachhinein mega kacke. Meine Freundin und ich sind dann draufgekommen, dass die dritte laufend versucht hatte, uns gegeneinander aufzuhetzen. Fast forward: Acht Jahre später macht diese streitsüchtige Freundin irgendwo irgendwas und die andere Freundin und ich sind noch immer voll gut befreundet. Wie sieht’s da heute bei euch aus?
Daniela: Ich hab fünf gaaanz dicke Freundinnen und die sind lustigerweise alle aus der Schulzeit. Also, diese Rivalitäten und Zickereien sind komplett vergessen – waren wohl damals die Hormone (lacht).
Lisa: Ich hatte früher große Freundschaftsgruppen mit unterschiedlichen Mädels. Je größer die Gruppe war, umso mehr Drama und Intrigen gab es aber auch. Ich nehme mich da gar nicht aus, ich war teilweise auch beim Sticheln und Ausgrenzen mit dabei. Über die Zeit hab ich aber auch deswegen ganz oft Freundesgruppen gewechselt, weil ich mich am Ende nie wohl gefühlt hab. Meine Mädelscrew ist in der Schule dann immer enger geworden, aber das Schöne ist: Die meisten davon sind mir geblieben. Auch jetzt, wo wir in anderen Städten und völlig unterschiedliche Leben leben, sind wir immer noch BFFs. Ich glaube, wenn man die paar
Besties mal aus einer großen Gruppe identifiziert hat, bleibt das auch so.
Daniela: Was haltet ihr eigentlich von #girlssupportgirls?
Kathi: Also bei uns hieß das noch „Chicks before dicks”, das war unser Motto (lacht). Mädelsfreundschaften wurden echt immer über alles gestellt und ich hab’s geliebt.
Victoria: Chicks before dicks, find ich cool (grinst). Ich kenne Sister before Mister. Typen kommen und gehen, aber merk dir, wer mit dir um 2 Uhr nachts facetimet und mit dir über deinen Herzschmerz-Boy lästert. Ich finde, ehrlich gesagt, Taylor Swift lebt dieses Girls support Girls ganz stark und bringt das teilweise auch in ihre Lyrics. Sophie Turner und Nick Jonas (Taylors Ex) trennen sich und daraufhin gehen Sophie und Taylor gemeinsam Abendessen. Eifersucht? Fehlanzeige!
Daniela: Bei Freundinnen ist das natürlich gar kein Thema, meine Girls können immer auf mich zählen. Ich ertappe mich aber schon auch dabei, dass ich mir bei manchen Frauen so denke „Was ist denn das für eine?“ Im Alltag finde ich es manchmal schwierig, im ersten Gedanken nicht zu lästern, oder?
Victoria: Mir fällt da grad eine andere Form von #girlssupportgirls ein. Wenn ich fort bin und sehe, dass ein Mädel Lippenstift auf den Zähnen hat, dann sag ich ihr das ganz subtil. Ich habe da den Satz im Kopf: Sprich es unauffällig an, wenn man etwas innerhalb von fünf Minuten fixen kann. Wenn nicht, dann nicht. Beispiele sind Lippenstift auf den Zähnen, verschmierte Mascara oder Menstruationsflecken am inneren Oberschenkel.
Daniela: Puh, ich find’s total gut, wenn man solche Kleinigkeiten anspricht. Aber mir ist‘s oft passiert, dass mir das so verklickert wurde, dass ich mich überfahren und fast schon bloßgestellt gefühlt habe. Also, da muss man echt subtil sein…
Lisa: Es ist aber leider – ganz egal in welchem Alter – nicht immer so einfach, solche Girls zu finden. Wir werden immer noch so erzogen und sozialisiert, dass wir „etwaige Konkurrentinnen“ am besten ausstechen sollten. Das ist aber absoluter Blödsinn und ist halt ein patriarchales Konstrukt, das verhindern will, dass sich Frauen endlich zusammenschließen und zu echten Powerfrauen werden, wo jede einzelne ihren Platz hat.
