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Girlstalk: Streitkultur

Stress mit den Eltern, Zoff mit der besten Freundin und Versöhnungssex nach dem Streit mit dem Partner: Das sagt die COOL Mädchen Redaktion dazu.

Stress mit den Eltern, Zoff mit der besten Freundin und Versöhnungssex nach dem Streit mit dem Partner: Das sagt die COOL Mädchen Redaktion dazu.

 

Victoria: Alles gut bei euch? Im Girlstalk geht es diesmal um Streitkultur. Zankt ihr euch denn oft?

Daniela: Ich muss sagen, ich bin wirklich absolut anti-streit. Ich geh jedem Konflikt gekonnt aus dem Weg wie ein Ninja (lacht). ich hasse Beef und schlechte Vibes, da stecke ich lieber zurück oder denke mir meinen Teil und lass es gut sein. Ich brauche einfach Harmonie. Das ist allerdings nicht immer von Vorteil, weil manche Dinge einfach angesprochen gehören. Das mach ich dann immer mit gaaanz viel Bauchweh und Diplomatie.

Kathi: Ich bin eigentlich auch ein ziemlich harmoniebedürftiger Mensch. So richtig wild habe ich selten gestritten. Ich merke aber extrem, dass sich so ein, zwei Tage vor meiner Periode viel schneller gereizt bin und mich schon Kleinigkeiten innerlich aufregen.

Daniela: Sowas wie Streitlust verstehe ich einfach gar nicht, und das auf den Zyklus zu schieben ist für mich keine Entschuldigung, einen Streit vom Zaun zu brechen.

Victoria: Ich muss gestehen, dass ich überdurchschnittlich oft Beef starte, wenn ich a) hungrig bin b) müde bin c) überreizt bin – ich bin wie ein Kleinkind (lacht). Wenn mir langweilig ist, wenn ich Lust auf ein bisschen Streiten und Diskutieren hab oder wenn dumme Missverständnisse entstehen – vor allem WhatsApp ist da immer gefährlich.

Daniela: Stimmt! Bei WhatsApp kommt es viel schneller zu Missverständnissen und Zoff. Da fehlen einfach Mimik, Gestik und Tonfall, trotz Emojis. Meine Freundinnen schreiben oft soo anders als ich. Eine meiner BFFs ist zum Beispiel die netteste Person in real life, aber wenn sie schreibt, ist mein erster Gedanke immer „Oh Gott, ist sie sauer?“. Sie schreibt einfach immer sehr nüchtern und auf den Punkt gebracht und ich bin eher der Typ mit tausend Emojis (lacht).

Kathi: In meiner Schulzeit hatte ich das Glück, dass wir echt eine coole Runde waren und kaum gestritten haben. Nur in der Unterstufe gab’s hin und wieder kleine Reibereien. Was ich immer besonders scheiße fand, war, wenn dann plötzlich niemand mehr mit der Person, mit der man Streit hatte, gesprochen hat. Sowas hass ich auch heute noch. Ich finde man soll sich alles ausreden können.

Daniela: Bei uns in der Schulclique war das leider auch immer so. Kaum wurde mal ein bisschen gestritten, wurde eine ausgeschlossen für ein Weilchen. Echt übel.

Victoria: Ist zwar ein bisschen #offtopic, aber ich hasse Cancel Culture und find‘s tbh echt dumm, dass es so ein riesiger Trend ist. Es gehört zum An-sich-Wachsen dazu, dass man anderen vergibt, vielleicht auch eigene Fehler eingesteht und gemeinsam eine Lösung findet und den anderen oder die andere nach einem Streit nicht gleich blockiert.

Victoria: Wenn du sagst, du vermeidest Streit um jeden Preis: Wie machst du es, Streits so erfolgreich auszuweichen?

Daniela: Ich denk mir öfters mal nur meinen Teil, weil ich gut abschätzen kann, ob es das wert ist, deswegen zu streiten oder nicht. Wenn mir etwas aber wirklich wichtig ist, dann spreche ich es schon an. Ich kenne es von daheim aber auch nicht anders. Mein kleiner Bruder ist vier Jahre jünger und wir waren vom ersten Tag an ein Herz und eine Seele. Ich hatte auch nie Stress mit meinen Eltern. Ich glaube, die haben mir das gut vorgelebt. Streit war nie Thema bei uns, dementsprechend „suche“ ich ihn auch jetzt nicht. Mal diskutieren ja, aber streiten definitiv nicht.

Kathi: Meine Schwestern sind 10 und 15 Jahre älter als ich. Also so richtig Streit hatten wir in erster Linie nur, wenn ich sie verpetzt hab (grinst). Mit 16 hat sich meine Schwester heimlich ein Bauchnabelpiercing stechen lassen. Und als wir Shoppen waren, hab ich’s gesehen und bin INSTANT zu Mama gerannt. Ups (lacht). Aber ansonsten streiten wir zum Glück eher selten.

Victoria: SNITCH! (lacht) Ich bin Einzelkind, meine Eltern mussten schon von mir erfahren, dass ich mich mit 16 im Ausland hab tätowieren lassen.

Daniela: Ich hatte nur ein einziges Mal Zoff mit meinen Eltern und das war mir so derartig unangenehm, dass es nie wieder vorgekommen ist. Da hab ich beim Fortgehen jemanden kennengelernt und war die ganze Nacht mit ihm unterwegs, ohne auf die Uhr oder mein Handy zu gucken. Um 1 Uhr hätte ich daheim sein sollen. Ende von der Geschichte: Sie haben mich überall gesucht. Mann, die waren sauer, als ich um 6 Uhr morgens nachhause gekommen bin.

Kathi: Weil wir darüber noch nicht gesprochen haben, aber ich muss es loswerden, auch wenn’s vielleicht ne unpopular opinion ist: Ich finde Versöhnungssex komplett weird.

Victoria: Also. Brudi, ich bin grad extrem sauer auf dich. What the frick, wie kommst du auf die Idee, dass ich dir jetzt gönnen will?? Du hast mir grad von deiner Ex erzählt, halt‘s Maul, oida. Na, Spaß (lacht). ABER ich finde schon, dass Sex einen ordentlichen Bindungsbezug hat. Wenn ich meinen Crush für Wochen nicht sehe, bringt diese spicy time die zwischenmenschliche Nähe zurück.

Kathi: Ich denke trotzdem, das ist eher ein Klischee aus Filmen. Wenn ich einen Streit mit meinem Partner hatte, dann muss alles immer sofort ausgeredet werden. Wenn er glaubt, nach ein bisschen Sex wäre alles wieder gut, macht‘s das für mich nur schlimmer. Da klebt es mir die Oberschenkel zusammen (lacht).

Daniela: Ich kanns mir auch gar ned vorstellen, zur Versöhnung Sex zu haben. Damit ist das Problem ja nicht aus der Welt. Nachdem man sich verbal versöhnt hat, ist es sicher schön. Aber Versöhnungssex habe ich nie, weil ich ja nie streite (grinst).

Victoria: Ok, heutige Conclusio: Dani hasssssst Streit und schneidet sich lieber einen Finger ab, bevor sie streitet (lacht).

(Alle lachen)