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Girlstalk: Datinglife

Schummeln in der Kennenlernphase, pupsen in der Beziehung? In diesem Girlstalk quatschen Daniela, Victoria und Kathi über ihre Erfahrungen.

Schummeln in der Kennenlernphase, pupsen in der Beziehung? In diesem Girlstalk quatschen Daniela, Victoria und Kathi über ihre Erfahrungen.

 

Victoria: Hello, hello! Es ist Cuffing Season und gefühlt sind gerade alle in frischen Beziehungen. Da überlege ich für mich selbst: …Victoria, du flunkerst beim Dating aber schon ordentlich (lacht). Kennt ihr das? Ich rede jetzt nicht unbedingt von der Körpergröße oder den Angaben auf Tinder, sondern so: Wie interessant ich dein Basketballhobby wirklich finde? Naja… (grinst). Und ganz vielleicht finde ich deine Lego-Kollektion nicht halb so cool, wie ich dir erzählt habe (lacht).

Kathi: Haha, ich versteh das vollkommen. Und ich muss zugeben, dass ich vor allem, als ich jünger war, auch gerne mal geflunkert habe, was Musik-Geschmack oder Hobbies angeht.

Daniela: War bei mir genauso, vor allem beim Musikgeschmack… ich war mega Britney-Fan, was zu der Zeit natürlich niemand zugeben wollte. Pop war sowieso total out, jeder stand auf coole Indie-Bands oder dergleichen. Da musste geflunkert werden, bis sich die Balken biegen (lacht).

Kathi: Aber je älter ich wurde, desto mehr hab ich erkannt, dass es vollkommen doof ist, sich zu verbiegen oder zu verstellen, nur um jemandem zu gefallen.

Daniela: Das stimmt, aber da braucht es einfach etwas Zeit, bis man da selber draufkommt. Vor allem, wenn man dann merkt, dass man mit dem anderen doch nicht so auf einer Wellenlänge liegt. Am besten ist es deshalb, gleich zu sich selbst zu stehen, bevor man mitten in einer Beziehung steckt, in der man gar nicht man selbst ist.

Kathi: Der Gipfel ist, finde ich, wenn man bei seinem Aussehen trickst. Wie seht ihr das?

Daniela: Super-Push-ups zum Beispiel oder Fake-Lashes? Hohe Schuhe, um sich größer zu schummeln? Dick Abdeckstift, um ja jeden Pickel unsichtbar zu machen? Ich hatte in jungen Jahren alles durch. Aber jeder putzt sich beim ersten Date heraus. Da geht‘s ja auch oft darum, sich selbst gut zu fühlen, selbstbewusst aufzutreten. Wer sich wohl, sexy, cool und schick fühlt, kommt gleich ganz anders rüber. Man will dem anderen ja auch gefallen und sich von seiner besten Seite zeigen.

Kathi: Ein Ex-Freund von mir hat mir mal gesagt, dass er voll auf Blondinen steht. Ratet, wer zwei Wochen später blonde, kaputte Haare hatte. Richtig. Ich. Aber das würde ich nie mehr machen. Entweder er steht auf MICH und meinen Typ oder eben nicht.

Daniela: Oh, no (lacht). Mein Ex meinte mal zu mir, er steht auf Megan Fox und plötzlich hatte ich dunkle Haare. Soooo doof einfach. Es stand mir gar nicht und ihm hat es auch nicht gefallen. Wenn man älter man wird, merkt man aber, dass es um solche Oberflächlichkeiten gar nicht geht. So ein Pickelchen fällt dem Gegenüber oft nicht mal auf.

Victoria: Mädels, auch wenn’s weh tut: Typen schauen einem gar nicht sooo genau ins Gesicht.

Kathi: Ich kenn Girls, die nach Übernachtungen extra früher aufstehen, um sich zu schminken.You do you, aber ich wäre dafür zu faul.

Daniela: Da wär ich auch definitiv zu faul dafür. Ich kann mir aber vorstellen, dass das beim Partner auch komischer rüberkommt, wenn man zurechtgemacht daneben im Bett liegt.

Victoria: Confession: Diese Mädels… ich war eines davon. Ich bin bei jeder Übernachtung um FÜNF UHR aufgestanden – vielleicht sogar mit einem Wecker, nur Vibrieren, ohne Ton, und Handy in der Pyjamahose. Dann hab ich mich ins Bad geschlichen, mich „perfekt geschminkt“, wieder ins Bett gelegt und bin um 6:30 Uhr aufgewacht wie eine vermeintliche Disney-Prinzessin (lacht). Und das jedes Wochenende, ZWEI JAHRE lang.

Daniela: Wie bist du da wieder rausgekommen?

Victoria: Wenn sich etwas eingespielt hat, kommt man da nicht mehr raus. Ich wusste auch nicht, wie ich nach zwei Jahren plötzlich ungeschminkt vor jemandem stehen soll, der mich nur mit dickem Eyeliner und 2019er Augenbrauen kennt. Das ist ein Kulturschock, das kann man nicht nach zwei Jahren auf einmal ablegen. Aber mit jeder weiteren Beziehung wurde ich fauler, einfach weil ich mich wohler in meiner eigenen Haut gefühlt hab. Ich wollte es mir nicht eingestehen, aber das hatte eigentlich nichts mit den Typen zu tun. Das war ein Ding von Selbstakzeptanz.

Daniela: Sobald man vertrauter wird und den Schmäh des anderen kennt, muss man auch nicht mehr sooo verkrampft versuchen, dem anderen zu imponieren, weil dann eh klar ist: Entweder passt der Vibe oder nicht. Bei mir hat sich das eigentlich immer nach ein paar Dates aufgelöst.

Kathi: Wenn man Asiatisch essen ist, sich die Stäbchen unter die Oberlippe steckt und so tut, als wäre man ein Walross, dann ist das doch vollkommen normal, oder? Wenn mein Gegenüber da nicht lacht oder das gar peinlich findet, dann weiß ich: Der ist fix nix für mich (lacht).

(alle lachen)

Kathi: Habt ihr dann eigentlich noch Grenzen? Ich mag zum Beispiel Rülpsen gar nicht – find ich furchtbar, wenn das mein Partner macht. Pupsen find ich auch nicht super, aber wenn’s passiert, ist es kein Drama. Ich würd’s jetzt nicht aktiv machen. Haha, ansonsten bin ich sehr schmerzbefreit. Mir ist kaum was peinlich und ich finde, gerade in einer Beziehung sollte man sich nicht verstellen müssen.

Victoria: Ich glaube, vom Verhalten her bin ich eh schnell recht gemütlich geworden. Am Anfang meiner bedauerlichen (lacht) Datingkarriere habe ich mich noch bemüht, möglichst ladylike zu sein, aber mit jedem neuen Menschen und jedem neuen Fail sank meine Lust, Energie ins „Lieb schauen und an gesellschaftliche Verhaltensregeln halten“ zu stecken. Erzähl mir beim dritten Date von deinen kritischen Denkweisen und deinen Hot Takes, aber tiefgründig, bitte.

Daniela: Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich sämtliche Scham, Hemmungen & Co. im Kreißsaal gelassen hab (lacht). In meiner Beziehung ist mir nichts mehr peinlich, unangenehm oder sonst was. Egal, ob es was Körperliches oder Seelisches ist. Ich bin einfach ich. Komplett pur und ohne jeden Filter. Das ist das Wertvollste überhaupt.