© Amazon MGM Studios

Noch immer natürlich blond

Mehr als zwanzig Jahre nach den beiden Kultfilmen mit Reese Witherspoon kehrt Elle Woods zurück. Die neue Prime-Video-Prequel-Serie zeigt die Vorgeschichte und begleitet die ikonische Blondine in ihrer Highschool-Zeit. Bei uns plaudert Hauptdarstellerin Lexi Minetree unter anderem über das Casting und die Dreharbeiten.

Mehr als zwanzig Jahre nach den beiden Kultfilmen mit Reese Witherspoon kehrt Elle Woods zurück. Die neue Prime-Video-Prequel-Serie zeigt die Vorgeschichte und begleitet die ikonische Blondine in ihrer Highschool-Zeit. Bei uns plaudert Hauptdarstellerin Lexi Minetree unter anderem über das Casting und die Dreharbeiten.

 

Wie hast du zum ersten Mal von dem Projekt erfahren? Warst du Fan der originalen „Natürlich blond“-Filme?

Lexi Minetree: Von dem Casting habe ich erfahren, weil mir direkt nach der Ankündigung der Serie fünf Freunde getextet haben (lacht). Mein ganzes Leben lang haben mir Leute gesagt, dass ich Reese Witherspoon total ähnlichsehe – was das größte Kompliment überhaupt ist (grinst). Meine Freunde meinten dann sofort: Du wärst perfekt dafür! Du musst unbedingt vorsprechen! Wann ich den Originalfilm zum ersten Mal gesehen habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Es fühlt sich einfach so an, als wäre er schon immer Teil meines Lebens gewesen. Als ich jünger war, habe ich Elles Selbstbewusstsein bewundert. Als ich selbst in der Highschool war, war ich nicht besonders selbstsicher. Gerade als junge Frau ist es oft schwer, seinen Platz zu finden und sich nicht ständig von gesellschaftlichen Erwartungen beeinflussen zu lassen – wie man aussehen oder sich verhalten soll.

Wie lief das Casting dann ab?

Lexi: Ich habe mich tatsächlich einfach über das offene Casting beworben. Für mein Castingvideo habe ich Elles Bewerbungsvideo für Harvard aus dem ersten Film nachgestellt. Ich habe gehofft, aber hatte nicht mal erwartet, dass mein Video überhaupt jemand sieht. Der gesamte Castingprozess dauerte dann ungefähr acht Monate. Beim abschließenden Termin kam Regisseur Jason Moore zu mir und sagte, dass Reese hier sei und eine Szene mit mir spielen möchte. Das ist wahrscheinlich das Einschüchterndste, was man ohne jede Vorbereitung hören kann (lacht). Ich war unglaublich nervös. Aber als ich sie traf, war sie einer der nettesten Menschen überhaupt. Wir haben zusammen eine Szene gespielt und danach setzte sie sich mit mir hin und sagte mir, dass ich die Rolle bekommen habe. Das Verrückte war: Ich durfte es niemandem erzählen, außer meiner Mama. Als ich nach Hause kam, habe ich gelacht, geweint und geschrien. Es war einer der besten Tage meines Lebens.

Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet? Hat Reese dir Tipps gegeben?

Lexi: In der Vorbereitung habe ich „Natürlich blond“ bestimmt über 150-mal gesehen. Ich hätte den Film wahrscheinlich allein komplett aufführen können (lacht). Aber ich wollte es perfekt machen und nicht nur Elles Ausstrahlung und ihren Charme einfangen, sondern auch ihre Stimme, ihre Gestik und ihre Bewegungen treffen. Das ist ein wichtiger Teil der Figur. Es wäre leicht gewesen, sie als Klischee darzustellen oder ihr einen typischen „Valley Girl“-Akzent zu geben, aber genau das ist Elle nicht. Sie hat etwas ganz Eigenes. Ihre Stimme hat etwas Melodisches, und sie bewegt sich sehr lebendig und energiegeladen. Und Reese war während des gesamten Prozesses unglaublich hilfsbereit. Ein Gespräch mit ihr ist mir besonders im Kopf geblieben: Sie sprach über jene Szene im Film, in der Warner sie plötzlich zurückwill. Elle hätte ihn bloßstellen können, aber sie tut es nicht. Sie begibt sich nie auf sein Niveau. Genau das ist der Kern von Elle Woods. Und das versuchte ich beim Dreh im Hinterkopf zu behalten.

In den Filmen als auch der Serie spielen auch Fashion & Beauty eine große Rolle. Wie viel Lexi steckt in Elle und hattest du Lieblingslooks?

Lexi: Bei Elles Haaren, Make-up und Kleidung habe ich ehrlich gesagt nicht viel beigetragen – ich war eher die Leinwand, auf der die Profis gearbeitet haben (lacht). Mein Lieblingsoutfit war definitiv das Kleid von Vivienne Westwood, das ich am Ende der Staffel trage. Es war wunderschön, perfekt angepasst, und ich habe mich darin einfach großartig gefühlt, wie eine Prinzessin. Außerdem gibt es noch ein Kleid für eine Sweet-Sixteen-Party, das extra für die Serie entworfen wurde. Das war so cool und es hatte Taschen. Warum kann Mode nicht immer auch praktisch sein (lacht)?

Elle ist eine Ikone der Y2K-Generation. Warum dürfen oder sollten auch heutige Jugendliche sie feiern?

Lexi: Das Tolle an ihr ist – und das ist auch der Grund, warum sie bis heute eine Kultfigur ist –, dass ein kleiner Teil von ihr in uns allen steckt. Sie steht dafür, zu sich selbst zu stehen, ohne sich dafür zu entschuldigen, und nicht zuzulassen, dass die Meinungen anderer den eigenen Wert bestimmen. Ich hoffe, besonders jüngere Zuschauer fühlen sich durch sie gestärkt. Sie macht Fehler, sie scheitert, aber sie steht immer wieder auf und macht weiter. Elle steht zu ihrem Stil, ihrer Persönlichkeit und ihren Interessen. Und am Ende weiß sie genau, wer sie ist.

Du wurdest 2001 geboren. Wie war es für dich, in die Welt der 90er einzutauchen?

Lexi: Für mich war die Musik der 90er das absolute Highlight. Als ich zum ersten Mal Elles Zimmer betreten habe – das übrigens unglaublichaussieht –, stand dort ein CD-Player mit einem riesigen Stapel CDs. Ich bin sofort zu den Produzenten gegangen und habe sie gefragt: „Kann ich die haben? Und die? Und die auch?“ (lacht) Da waren Alben von Sheryl Crow, Madonna und Alanis Morissette dabei. Außerdem wurde für die Serie eine Videothek nachgebaut, da hatte ich den totalen Flashback. Als Kind bin ich oft mit meinem Vater hingegangen, und wir haben ewig gebraucht, um einen Film fürs Wochenende auszusuchen. Das war damals ein richtiges Erlebnis. Es hat total Spaß gemacht, das noch einmal zu erleben.