Seit dem Sommer hat sich mein Körper stark verändert. Ich hab Haare im Intimbereich bekommen und auch meine Brüste sind schon viel größer als die meiner Freundinnen. Jetzt ist es mir super unangenehm, nach dem Sport zu duschen, weil ich nicht irgendwie komisch sein will. Was soll ich tun?
Annie, 14 Jahre
Liebe Annie, erstmal: Mit deinem Körper ist alles in bester Ordnung. Pubertät läuft bei jedem Menschen in einem anderen Tempo ab – manche entwickeln sich mit 11, andere erst mit 16, und beides ist völlig normal. Dass du gerade schneller „dran“ bist als deine Freundinnen, macht dich nicht komisch. Das blöde Gefühl beim Duschen kenn ich und fast jedes Mädchen kennt es. Trotzdem will ich dir was mit auf den Weg geben: Versteck dich nicht. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber je öfter du dich für deinen Körper kleinmachst, desto mehr festigt sich das Gefühl, dass irgendwas an dir nicht stimmt, und das ist einfach Unsinn. Dein Körper ist nicht das Problem. Die Scheu ist es, die von außen an dich herangetragen wird. Die Wahrheit ist außerdem: Die meisten Mädchen in der Umkleide sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um dich groß zu mustern. Jede hat gerade genug mit dem eigenen Körper zu tun. Wenn du trotzdem merkst, dass dir die Blicke oder Kommentare wirklich zu nahe gehen, darfst du das auch offen ansprechen, zum Beispiel bei deiner Sportlehrerin. Die haben sowas schon oft gehört und können auch mit der Gruppe reden, wenn nötig. Erst wenn du das alles ausprobiert hast und dich trotzdem nicht wohlfühlst, ist es völlig in Ordnung, sich fürs Erste anders zu behelfen, etwa mit einem großen Handtuch, das du dir direkt bereitlegst, oder indem du dich zuhause duschst statt in der Schule. Das soll aber die Notlösung sein, nicht der erste Reflex. Denn je öfter du dich traust, dich zu zeigen, wie du bist, desto normaler wird es sich anfühlen und desto mehr wirst du merken, dass an dir wirklich nichts komisch ist.
