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5 Jahre „Folklore“: Das Album, das alles verändert hat

Vor genau fünf Jahren überrascht uns Taylor Swift mit einem Soundwechsel, der alles veränderte. Welche „Folklore“-Songs haben auch heute noch Bedeutung und was hat das Album so besonders gemacht?

Vor genau fünf Jahren überrascht uns Taylor Swift mit einem Soundwechsel, der alles veränderte. Welche „Folklore“-Songs haben auch heute noch Bedeutung und was hat das Album so besonders gemacht?

Am 24. Juli 2020 brachte Taylor Swift „Folklore“ heraus und nahm damit die Musikwelt komplett überraschend ein. Nach den poppigen, verliebten Klängen von „Lover“ und dem wilden, fast aggressiven, experimentellen Sound von „Reputation“ setzte sie plötzlich auf einen ganz neuen Vibe: Indie-Pop mit einer Prise Folk. Keine bombastischen Beats mehr, keine riesigen Soundeffekte – stattdessen sanfte Gitarren, verträumte Klavierklänge und tiefgründige Texte. Folklore ist im gewöhnlichen Sprachzusammenhang eine volkstümliche Überlieferung durch Tracht, Brauchtum, Kulte, Riten, schaffende Kunst, Volkslieder oder Volkstanz. Taytay hatte sich in „Folklore“ von ihrem bisherigen Pop-Sound verabschiedet und eine sehr intime, fast schon melancholische Atmosphäre geschaffen. Und es hat funktioniert! 2021 erhielt Taylor mit ihrem Team den Grammy Awards den Preis fürs „Album of the Year“.

Die Bedeutung der Songs: Welche haben heute noch Relevanz?

Fünf Jahre nach dem Release bleibt „Folklore“ immer noch ein Klassiker. Besonders in Zeiten, in denen viele von uns nach etwas Ruhe und nachdenklichen Momenten suchen, sprechen die Songs nach wie vor an. „Folklore“ hat perfekt in die melodramatischen Erfahrungen gepasst, die wir alle 2020 erlebt haben.

  • „ILLICIT AFFAIRS“
    2020 klang die Ballade nach heimlicher Liebe und Verrat – seit den Gerüchten um Matty Healy deuten manche Hörerinnen sie als Kommentar zu Vertrauensbrüchen in Taylors Leben und fragen sich, ob die Lyrics auch auf ihre Liebelei 2023 mit dem 1975-Frontmann anspielen. Ihre Telefonnummern ausgetauscht haben die beiden sich nämlich schon 2014…
  • „EXILE“ (FEAT. BON IVER)
    Zum Release interpretierte man das Lied als Dialog über Missverständnisse und das Auseinanderdriften zweier Seelen. Fünf Jahre später, und zwei Jahre nach der Trennung von Joe Alwyn, liest man „five whole minutes to pack us up“ als Echo auf das plötzliche Ende ihrer Beziehung.
  • „CARDIGAN“
    Heute verbinden viele die sanfte Trostformel nicht mehr nur mit 2020er-Lockdown-Gefühlen, sondern sehen in ihr auch eine Parallele zu Taylors neuem Beziehungs-Glück mit Travis Kelce: den Wunsch nach Geborgenheit und unerschütterlicher Loyalität, den sie jetzt auch öffentlich feiert.

FUN FACTS & EASTER EGGS

Taylor ist die Königin der Easter Eggs und „Folklore“ war keine Ausnahme! Sie hat ihre Fans mit versteckten Hinweisen zu früheren Alben, zu persönlichen Erlebnissen und zu geheimen Botschaften versorgt.

• WILLIAM BOWERY-PSEUDONYM
Joe Alwyn taucht unter dem Alias William Bowery als Co-Autor von „Folklore“ auf – und schrieb später auch wiederunter diesem Namen auf „Evermore“ mit.

• WOODVALE-GERÜCHT
Auf der ursprünglichen Website und in früheren Promo-Grafiken von „Folklore“ versteckte Taylor das Wort Woodvale – ein bewusster Fake-Titel, der die Überraschung um „Folklore“ wahren sollte.

• RHODE-ISLAND-CONNECTION
In „The Last Great American Dynasty“ versteckt sich die wahre Story von Rebekah Harkness und Taylors Haus in Rhode Island – eine Anspielung, die sie live auf der Eras Tour extra hervorhebt und in „Evermore“ mit neuen historischen Erzählungen fortsetzt.

• TRACK-5-TRADITION
Schon seit ihrem Debüt platziert Taylor auf Track 5 ihrer Alben oft besonders persönliche Songs. Bei „Folklore“ ist das „My Tears Ricochet“ – ein bewusst gewählter, fast schon ritualhafter Ort im Album, der bei späteren Projekten weitergeführt wird. Der Banger war auch ein Key Essential auf der Eras Tour.

• LOVE STORY
In „Folklore“ spinnt Taylor ein fiktionales Liebesdreieck, das sich in drei Songs entfaltet: In „Cardigan“ erzählt Betty von ihrer gebrochenen ersten Liebe, „Betty“ gibt James’ Perspektive wieder, der sich für seinen Fehler entschuldigt, und in „August“ hört man Augustine über den flüchtigen Sommerflirt klagen. Die Namen Betty, Inez und James sind übrigens eine Anspielung auf die gleichnamigen Kids des befreundeten Paars Blake Lively und Ryan Reynolds.

Was hat sich seither verändert?

Fünf Jahre nach dem Überraschungs-Release ist „Folklore“ nicht mehr nur Taylors Quarantäne-
Album, sondern der Ursprung ihrer neuen künstlerischen Freiheit und damit auch der Startschuss für das gesamte „Taylor’s Version“-Projekt. Was 2020 als stilles Indie-Experiment entstand, gilt heute als Wendepunkt in ihrem Songwriting, weil es ihr gezeigt hat, dass sie keinem Schema folgen muss und eigene Geschichten frei erfinden kann. Zugleich feiert sie gerade, dass sie mit ihren Einnahmen aus der Eras Tour ihre Eigentumsrechte gekauft und jetzt endlich im vollen Besitz all ihrer Songs, Musikvideos und Filme ist. Vor wenigen Wochen postet sie dazu einen gedruckten Brief auf Instagram mit einer Zeile: „All of the music I’ve ever made… now belongs… to me.“