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Girlstalk: Gruppenzwang

Modetrends, Alkopops und Modeproben: Diesmal haben unsere Redakteurinnen Rhea, Daniela, Victoria und Kathi über #peerpressure gesprochen.

Modetrends, Alkopops und Modeproben: Diesmal haben unsere Redakteurinnen Rhea, Daniela, Victoria und Kathi über #peerpressure gesprochen.

 

Rhea: Let’s talk about Gruppendruck… ich war eigentlich immer eine Einzelgängerin und in gewissem Maße die ungewollte Anführerin. Mir haben meine Freundinnen immer Sachen nachgemacht, die mir gut gefallen haben. Als es dann in der Teenager-Zeit zum Rauchen kam, war ich aber die einzige, die nie eine Zigarette angerührt hat… bis heute.

Kathi: Ich weiß nicht, ob man das wirklich als Gruppenzwang betiteln kann, aber mit 12 war ich super verknallt in einen Mitschüler. Es war Winter. Alle sind von einer Mauer in den Schnee gesprungen und ich wollte natürlich auch cool sein und ihm beweisen, dass ich mutig bin. Long story short: Ich bin auf einer Eisplatte gelandet und hab mir dabei beide Fersen bodenlos geprellt. Musste zwei Wochen auf Zehenspitzen und Krücken gehen. Would NOT recommend.

Victoria: Voll gut, Rhea! Ich bin so eine ganz weirde Mischung aus Gruppenzwang und Pick Me Girl (grinst). Ich find’s spannend, wenn meine Freunde neue Trendlooks haben, neues Make-up ausprobieren oder ständig dieselbe Slang-Phrase sagen. Aber mitmachen tu ich bei den Trends nicht. Ich komme erst ein halbes Jahr später drauf, dass Soap Brows oder Slick Back Bun schon wieder out sind, wenn ich sie grad für mich entdecke. Lange Leitung nennt man das (lacht).

Rhea: Oder späte Trendsetterin? Ist das bis heute so?

Victoria: Bei mir hat sich seit ich 12 war in dem Bereich gar nichts getan. Ich hab noch immer kein Labubu und hab auch noch keine Dubai-Schokolade gegessen. Aber letztens hatte ich mein erstes Pistazien-Croissant und das war ganz gut, also wer weiß, vielleicht bin ich in weiteren fünf Monaten voll der Dubai-Schoki-Fan (lacht). Also ich finde, man muss eine Mitte für sich finden. Jedem Trend zu folgen, wird schnell teuer und ich will auch keine 40 Labubus oder Stanley Cups in meinem Zimmer abstauben müssen (lacht).

Daniela: Wow, das is stark, dass ihr da so standhaft bleibt. Das kann ich leider von mir nicht behaupten. Viel zu oft, hab ich mich von den „Coolen“ beeinflussen lassen, um von ihnen „gesehen“ zu werden. Ich hab da leider das volle Programm mitgemacht: Beim Fortgehen mitgeraucht, Alkopops geschlürft etc. und auch bei sämtlichen anderen Trends hab ich auch mitgemacht, allerdings haben mich Mode und Styles immer schon interessiert, weshalb ich das halt auch direkt ausprobieren musste.

Kathi: Was tatsächlich vielleicht ein bisschen Zwang war, waren die Outfits in meiner Jugend. Ich muss sagen, dass ich mich da schon sehr oft an den anderen orientiert habe und eher das getragen habe was trendy war, als das was mir wirklich gefallen hat. Zum Beispiel gab’s eine Zeit in der Blazer super modern waren. Ich hasse Blazer, aber natürlich musste ich auch welche haben. Sowas würde ich jetzt nie mehr machen. Ich finde, ehrlich gesagt, auch diese ganze „run don’t walk“ TikTok-Hype-Kleidung meistens nicht nice.

Rhea: Apropos fortgehen ohne Gruppenzwang: Ich hab mir da immer einen Becher von der Bar geholt und mir Wasser aus dem Waschbecken der Toilette geholt. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, ist das auch etwas too much, aber ich wollte nie so viel Geld ausgeben. Wenn ich eingeladen wurde, hab ich gern Mal Tequila oder so getrunken, aber betrunken war ich eher selten. Wie war das bei dir Victoria?

Victoria: Da kann ich gar nichts sagen. Ich war in der typischen Fortgehzeit immer vergeben und wir haben daheim cute Dates gehabt, dazu kam dann Corona und Clubsperre. Ich war mit 18 das erste Mal fort, und muss sagen, ich habe da wahrscheinlich viel an riskanten Chancen verpasst – gut so. Ich wär mit 16 nicht gern im Club gefragt worden, ob ich nicht sogar Drogen probieren will!

Daniela: Heute weiß ich nicht mal mehr was ein Labubu ist, der Trend ist an mir vorbeigegangen…
musste ich grad googlen (lacht). Sowas kommt halt dann, wenn man älter wird.

Rhea: Ich glaube, Trends werden, je älter man wird, immer unbedeutender.

Victoria: Mir fallen grad noch Challenges ein, die man in der Girlsgang macht. Das gehört ja auch so zum Thema Gruppenzwang. Klingelstreiche, peinliche Mutproben, Wahrheit oder Pflicht und so…

Rhea: Ich war Mal mit zwei „Freundinnen“ im Bus und sie meinten, ich solle einen Typen fragen, wie er heißt und wie alt er ist. Hab ich damals gemacht, aber rausgekommen ist nicht viel. Ziemlich unnötig, wenn man Sachen macht, zu denen man gedrängt wird. Hast du auch bei solchen Spielen mit einem Ouija Bord mitgemacht? Oder andere gruselige Dinge? Das hat uns im Freundeskreis immer interessiert, aber bis zur Durchführung ging‘s nie – da waren wir dann doch alle Angsthasen.

Daniela: Krasse Mutproben waren bei uns Gott sei dank nicht im Umlauf, aber eine Gruppe Mädls hat immer „Tischerl rücken“ gemacht und alle eingeladen. Ich bin nie hin, das war mir viel zu unheimlich (lacht).

Victoria: Ich hab schon Herzrasen bei den verpflichtenden Horrorfilm an Halloween. Noch heute schaue ich ungern in die Badewanne, wenn ich abends aufs Klo gehe.

Rhea: Also, ich liebe Horrorfilme, da sollte ich Mal einen Gruppenzwang durchführen (lacht).

Victoria: DON’T! (Gruppen-)Zwänge sind nicht cool.